Vega Varg (1) - Das Schweigen der Insel
- Heyne
- Erschienen: Mai 2026
- 4


Die Familiengeschichte steht im Vordergrund.
Ein Team-Retreat auf den Koster-Inseln soll den norwegischen Immobilienmaklern Bente, Svein, Meja und Måns dabei helfen, sich als Gruppe zu festigen und ihren Zusammenhalt zu stärken. Bei der Rückkehr von einem Kajakausflug stossen sie auf die Leiche eines Mannes. Polizeichefin Vega Varg wird gerufen. Am Tatort angekommen, stellt sie mit Entsetzen fest, dass sie den Toten kennt.
Kein Unbekannter
Der Tote ist kein Unbekannter: Fredde. Seit Kindertagen ist er bei Vega ein und aus gegangen und hat mit ihren Kindern gespielt. Und jetzt liegt er erschlagen in einer kleinen Bucht auf Süd Koster. Der ganze Fall setzt Vega aussergewöhnlich zu. Als wäre das nicht genug, verschwindet Meja aus der norwegischen Vierergruppe. Sie ist die Frau eines prominenten Politikers. Aus diesem Grund wird auch die norwegische Polizei hinzugezogen. Für Vega ist dies eine gute Nachricht, denn dort arbeitet ihr bester Freund Leopold Posse. Er wird sie bei den Ermittlungen unterstützen.
Die Vergangenheit kehrt zurück
„Vega Varg – Das Schweigen der Insel“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe mit Vega Varg und ihrem Freund Leopold Posse. Vega ist eine taffe und kontrollfreudige Frau in den Sechzigern. Ihr ganzes Denken gilt ihren erwachsenen Kindern. Hugo und Linus sind ebenfalls Polizisten, ihre Tochter Moa ist neunzehn Jahre alt und steckt in einer schwierigen Phase. Åsa Hellberg beschreibt die Konflikte zwischen der überbesorgten Mutter und ihrer Tochter treffend und anschaulich. Die Beziehung zu den Söhnen ist hingegen bedeutend einfacher. Die Familiengeschichte spielt in diesem Roman eine grosse Rolle, weshalb die eigentliche Ermittlungsarbeit in den Hintergrund rückt. Das ist eher schade, denn so kommt die Spannung nur in kleinen Häppchen zum Tragen. Positiv hervorzuheben sind die Landschafts- und Wetterbeschreibungen, die ein Gefühl für die Umgebung und die Launen der Natur vermitteln.
Für ihre Geschichte benutzt Hellberg zwei Zeitebenen und wechselt von der Gegenwart immer wieder in das Jahr 1998. In diesem Jahr wurde Vega Vargs Ehemann, der ebenfalls Polizist war, erschossen. Die Autorin verbindet die Auswirkungen dieses Ereignisses mit dem aktuellen Geschehen und setzt auf zusätzliche Wendungen, die die lange erwartete Spannung gegen Ende bringt.
Fazit
Der Auftakt der neuen Vega-Varg-Reihe ist ein sanfter Einstieg in die Geschichte einer Familie, die sich ganz dem Polizeidienst verschrieben hat. Dabei verknüpft Åsa Hellberg die Vergangenheit mit der Gegenwart und klärt einen Mord auf. Insgesamt ist es ein guter Krimi, dem jedoch die durchgehende Spannung fehlt.

Åsa Hellberg, Heyne

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