Body Number One

  • dtv
  • Erschienen: November 2025
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Carola Krauße-Reim
72°1001

Krimi-Couch Rezension vonMär 2026

Der dritte Fall für Dr. Conni Woolwine.

Die Britin Helen Fields wurde durch ihre Luc Callanach-Ava Turner-Reihe bekannt. 2023 startete sie mit „The Institution“ eine neue Serie rund um Dr. Connie Woolwine, eine forensische Profilerin mit den etwas anderen Ermittlungsmethoden. „Body Number One“ ist der dritte Band aus dieser Reihe, wobei man die vorhergegangenen nicht unbedingt lesen muss, um dem Inhalt folgen zu können. Lediglich manche persönlichen Verbindungen der Protagonistin sind vielleicht nicht ganz nachzuvollziehen, wenn man die Vorgänger nicht kennt.

Ein Serienmörder in Edinburgh?

Im wunderschönen Skulpturenpark Jupiter Artland werden die Überreste einer Leiche gefunden. Wenige Tage später wird ein Obdachloser schwer zugerichtet und eine Frau getötet. Edingburgh wird scheinbar von einem Serienmörder heimgesucht. Doch die Toten haben keine Verbindung zueinander und so kommen Profilerin Dr. Connie Woolwine und ihr Partner Brodie Baarda zum Einsatz, die mit ihren unkonventionellen Ermittlungsmethoden helfen sollen. Doch lange tritt das Ermittlerteam auf der Stelle, bis „Kommissar Zufall“ weiterhilft und eine Verbindung zum St. Columba Hospital herstellt.

Die Charaktere punkten

Eine Profilerin der etwas anderen Art kann schnell überzeichnet werden. Doch Fields ist ihre Protagonistin wirklich gut gelungen. Dr. Connie Woolwine tickt in mehr als einer Beziehung anders als andere Menschen, erscheint manchmal fast anmaßend und kommt dennoch sehr sympathisch rüber. Weil sie selber schon so einiges erlebt hat, kann sie im richtigen Moment empathisch reagieren, wenn auch das manchmal auf ihre ganz eigene Art geschieht. Ihr Partner Baarda ist das genaue Gegenteil von ihr und so ergänzen sich die beiden bestens. Auch die anderen Figuren sind gut ausgeformte Charaktere, deren Agieren glaubhaft ist. Natürlich muss es die ungeliebte und etwas schrullige Chefin geben, den übercoolen Ermittler der Schule und eine Ärztin, die für ihre Patienten alles tut. Doch was sich nach Pauschalität anhört, passt in die Geschichte und bremst die Spannung nicht aus.

Spannung bis zum unglaublichen Schluss

Schon die ersten Worte des Thrillers packen und diese Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Geschürt wird sie ebenso durch unterschiedliche Perspektiven – auch die eines mutmaßlichen Täters. Zusätzliche unterschiedliche Zeitebenen sollen wohl ebenfalls diesen Effekt haben, sind aber manchmal eher hinderlich im Lesefluss. Jedenfalls werden hier Fährten gelegt, die manchmal ein wenig zu übermäßig betont erscheinen, aber dennoch die Spannung hochhalten. Das Ganze gipfelt dann in einem ziemlich chaotischen Finale, das man so nicht vorhersehen konnte. Hier greift die Autorin doch etwas zu sehr in die Kiste voller Unwahrscheinlichkeiten und krampfhaften Twists. Dennoch bekommt Fields die Kurve vor dem drohenden absoluten Finaldesaster, indem sie die Wahrheit zu einer emotionalen Belastungsprobe und einer sehr empathischen Ausnahmesituation werden lässt.

Fazit

Ein spannender Thriller, der vor allem durch seine Protagonistin punktet. Der dritte Band der Dr. Connie Woolwine-Serie ist durchaus zu empfehlen, wenn man ein Fan von Nordic-Noir ist und gerne einmal einen Ausflug nach Edinburgh machen möchte. Jedenfalls kann es dann durchaus passieren, dass man auch die ersten beiden Bände der Reihe unbedingt braucht und sie unweigerlich auf dem SUB landen.

Body Number One

Helen Fields, dtv

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