Lügennebel (Ein Polarkreis-Krimi 4)
- dtv
- Erschienen: Oktober 2025
- 13


Spannung mit kleinen Hängern.
Viveca Sten lässt Hanna Ahlander wieder ermitteln. Bereits zum vierten Mal muss in Åre ein Mord aufgeklärt werden. Und wieder ist es klirrend kalt im Norwegisch-Schwedischen Grenzland.
Eine Nacht im Januar …
… verändert für eine Gruppe Studenten alles. Sie waren nach Åre gekommen, um Ski zu fahren und zu feiern. Doch jetzt ist ein Mitglied der Gruppe tot. Hanna erfährt davon auf einer Ausflugstour, kommt aber sofort nach Åre zurück und übernimmt zusammen mit Daniel die Ermittlungen. War es Mord oder ein schrecklicher Unfall? Die Spannungen unter den Studenten nehmen immer mehr zu und dann passiert wieder etwas Furchtbares.
Die Spannung humpelt ein wenig
Viveca Sten ist eigentlich eine Garantin für Spannung. Doch dieses Mal ist der Krimi nicht durchgehend packend. Der Spannungsbogen hat auch teilweise Abstürze zu verzeichnen. Immer wieder werden dieselben Probleme durchgekaut: Hanna hadert mit ihrem Verhältnis zu Henry. Sie genießt zwar die Vorzüge einer Beziehung mit einem sehr wohlhabenden Mann, hat jedoch Bedenken von dieser Verbindung zu erzählen. Anton hat auch immer noch Hemmungen seine Liebe zu Carl öffentlich auszuleben und Daniel tut sich schwer, seine Scheidung zu verdauen. Die privaten Hintergründe ergänzen das Ermittlungsgeschehen und machen die Charaktere menschlich und vollständig, doch spätestens nach der dritten Erwähnung dürften es alle verstanden haben. Diese beständigen Wiederholungen nehmen viel Spannung aus dem ansonsten sehr lesenswerten Krimi.
Weiterentwickelte Charaktere
Auch wenn die Probleme der Figuren immer wieder durchgekaut werden, gehen die Charaktere in ihrer Entwicklung vorwärts. Hanna muss dann doch zwangsweise mit der Wahrheit herausrücken, Anton beschließt sich nicht länger zu verstecken und Daniel bemerkt, dass Hanna ihm mehr am Herzen liegt, als er zugeben möchte. Wie es mit Hanna und ihrem Team privat weitergeht, ist dann auch ein Cliffhanger, der zum Weiterlesen der Serie animiert – und natürlich abermals ein spannender Fall im idyllischen Åre.
Ein Schluss mit Schrecken
Lange kann man nicht erahnen, wo die Ermittlungen hinführen werden. Die Studentengruppe zerlegt sich selbst; die unterschwelligen Spannungen kommen immer mehr an die Oberfläche und man fragt sich wer hinter dem tragischen Tod ihrer Freundin steckt. Alle scheinen etwas zu verbergen, verstricken sich immer mehr und bringen sich damit in Teufels Küche. Doch was am Ende herauskommt, ist ebenso tragisch wie traurig – und mit Sicherheit nicht zu erahnen. Das Ende ist neben der wieder einmal einfühlsam geschilderten Atmosphäre ein dickes Plus des Buches. Die unglaubliche Kälte in Åre ist fast greifbar. Das Kopfkino lässt den Schnee in dicken Flocken fallen, die weißen Bäume und der zugefrorene See tauchen vor dem inneren Auge auf und versetzen in eine andere, eisige Welt.
Fazit
Wieder ein insgesamt packender Krimi von Viveca Sten, obwohl die Spannung teilweise doch etwas schwächelt. Die Entwicklung der Figuren macht neugierig auf den nächsten Teil der Åre-Morde, in dem Hanna Ahlander hoffentlich wieder einen kniffligen Fall untersuchen muss.

Viveca Sten, dtv




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