Das erkaufte Glück (Ein Fall für Lea Nielsen 1)

  • Edition M
  • Erschienen: September 2025
  • 1
Das erkaufte Glück (Ein Fall für Lea Nielsen 1)
Das erkaufte Glück (Ein Fall für Lea Nielsen 1)
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Monika Wenger
75°1001

Krimi-Couch Rezension vonDez 2025

Noch ist die Hauptfigur nicht recht greifbar.

Mit «Das erkaufte Glück» beginnt Anna Johannsen eine neue Krimireihe. Hauptfigur ist die Kommissarin Lea Nielsen, die sich vom LKA Hannover nach Wittmund in Ostfriesland versetzen lässt. Obwohl sie damit eine Karriere im LKA ausschlägt, hat sie triftige Gründe, an die Nordseeküste zu ziehen.

Neustart

Kaum in Wittmund angekommen, wird der neuen stellvertretenden Kommissariatsleiterin deutlich gemacht, dass sie einen Bewerber aus dem bestehenden Team ausgestochen hat. Ein Anruf unterbricht Leas Erstgespräch mit ihrem Vorgesetzten. Scheinbar wurde eine junge Frau entführt.

Die neunzehnjährige Maya van Berg ist seit zwei Tagen nicht mehr zu Hause aufgetaucht. Obwohl eine Vermisstenanzeige aufgegeben wurde, macht die Mutter Druck und nutzt ihre persönliche Verbindung zum Staatsanwalt.

Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, trifft eine Lösegeldforderung ein. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt. Lea Nielsen kämpft dabei an zwei Fronten. Sowohl privat als auch im Team muss sie ihren Platz finden.

Etwas unterkühlt

In der neuen Krimireihe mit Lea Nielsen tritt die Hauptfigur von Anfang an sehr forsch und kühl auf. In dem von Männern geprägten Team hat sie einen schweren Stand. Lea bemüht sich zwar um eine sachliche Herangehensweise, fragt sich jedoch immer wieder, ob ihre Entscheidung, vom LKA wegzugehen, richtig war. Als Ich-Erzählerin lässt Lea Nielsen die Lesenden an ihren inneren Monologen teilhaben. Diese Erzählart sollte zwar eine unmittelbare Beteiligung am Geschehen ermöglichen, erreicht aber in diesem Fall eher das Gegenteil. Es sind einfach zu viele Gedankengänge, die auch den Lesefluss bremsen. Dadurch wirkt die Geschichte etwas aufgebläht und es entsteht keine Nähe zur Hauptfigur.

Zwei Handlungsstränge prägen diesen Krimi. Ein Teil betrifft Leas Arbeit als Kommissarin, der andere ihre schwierige Beziehung zu ihrem an Demenz erkrankten Vater. Er ist einer der Gründe, weshalb sie nach Ostfriesland gezogen ist.

Johannsen versteht es jedoch, die Spannung langsam und stetig zu steigern, sodass man dennoch gebannt weiterliest.

Im Laufe des ersten Falls findet Lea ihren Platz im Team. Im privaten Bereich hingegen bleibt vieles offen, sodass man auf die Fortsetzung der Reihe gespannt sein darf.

Fazit

«Das erkaufte Glück» ist ein passabler Einstieg in die neue Krimireihe von Anna Johannsen. Die Autorin richtet den Fokus nicht nur auf die Gratwanderung zwischen Beruf und Privatleben. Auch die Rollenverteilung in der Gesellschaft spielt in diesem Roman eine zentrale Rolle. Einige unerwartete Wendungen sorgen für Spannung und Abwechslung. Alles in allem ist es ein unterhaltsamer und kurzweiliger Küsten-Krimi.

Das erkaufte Glück (Ein Fall für Lea Nielsen 1)

Anna Johannsen, Edition M

Das erkaufte Glück (Ein Fall für Lea Nielsen 1)

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