Mörderische Küste (1): Der Tote am Sandstrand
- Lübbe
- Erschienen: September 2025
- 6


Wenig überzeugende Start einer neuen Reihe.
Nina Ohlandt ist bereits 2020 verstorben. Doch ihr Lektor Jan F. Wielpütz nahm sich ihrer Manuskripte an und schrieb als Co-Autor für sie weiter. So ist es auch mit der „Mörderische Brise“-Reihe. Wielpütz übernahm „das Konzept für einen ersten Band und ein Figurenensemble“ und machte daraus „Der Tote am Sandstrand“, mit dem die Reihe startet.
Hannah Bülow kehrt zurück
Hannah Bülow ist in Ostersande an der Wismarer Bucht aufgewachsen. Jetzt kehrt sie als Witwe zurück, um ihren Vater zu unterstützen und vielleicht einen Neuanfang zu wagen. Die Kommissarin fängt in der örtlichen Wache an, die von ihrer Jugendfreundin Constanze geleitet wird. Schon bald müssen die beiden und ihre Kollegen sich um einen Mord kümmern, der sie zudem mit einem traumatischen Ereignis der eigenen Vergangenheit konfrontiert. Hannah muss sich ihrem Gewissen und Vergangenem stellen.
Ein Highlight ist es nicht
Das Cover verrät, dass es sich um einen „Ostsee-Krimi“ handelt. Nur merkt man davon im Buch wenig. Von Atmosphäre kann kaum die Rede sein, lediglich eine immer wiederkehrende Erwähnung von Fischbrötchen am Hafen lassen den Lokalkolorit von Wismar und Umgebung erahnen. Schade, hat doch die Gegend einiges zu bieten. Und die kleinen Abstriche gehen weiter. Bis es zu den Ermittlungen kommt, muss man ziemlich viele Wiederholungen aushalten, die sich nicht nur auf die aktuelle Lage von Hannah beziehen, sondern auch auf etwas, das weit in der Vergangenheit zurückliegt und ganz offensichtlich einen Bruch in Hannahs Leben bedeutet hat. Das alles hätte von Anfang an Spannung generieren können – tut es jedoch nicht. Immer wieder gibt es ganze Passagen, die dem Fortschritt der Geschichte ganz und gar nicht dienen. Leider ist das Ganze auch noch in einer sehr schlichten Sprache gehalten, die ihren Höhepunkt in simplen Dialogen findet.
Eine enttäuschende Lösung
Während der Lektüre keimt die Hoffnung auf, dass wenigstens die Lösung überzeugt. Doch was am Ende herauskommt, wirkt so an den Haaren herbeigezogen, dass man leider nur enttäuscht sein kann. Jan F. Wielpütz hat sich wirklich bemüht, dochwer auf ausgeklügelte Ermittlungen gepaart mit einem angenehmen Stil Wert legt, dürfte hier enttäuscht werden.
Fazit
Der nicht ganz überzeugende Beginn einer neuen Reihe. Bleibt zu hoffen, dass Jan F. Wielpütz im nächsten Band den Stil noch verbessert und der Plot mehr an Fahrt zulegt. Mit etwas zusätzlichem Lokalkolorit könnte dann ein wirklich interessanter Ostsee-Krimi herauskommen.

Nina Ohlandt, Lübbe

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