Vorhersehbar.
Naomi Williams wohnt mit ihrer Familie in London. Hier hat sie auch ihr Debüt als Thriller-Autorin angesiedelt.
Emma Best wird gerufen
Laura Winters wird von der Polizei blutverschmiert in ihrer Wohnung gefunden. Das Blut stammt von einer anderen Person, doch die ist unauffindbar. Dazu kann Laura sich nicht erinnern, was vorgefallen ist. Selbst Psychologin, will sie nur mit der Trauma-Expertin Emma Best sprechen, die ebenfalls Psychologin ist. Die Gespräche führen in eine Richtung, die Emma nicht gefällt. Die muss sich nämlich fragen, ob Laura irgend etwas mit dem Verschwinden ihres eigenen Ehemannes zu tun hat.
Das kennt man doch!?
Naomi Watts hat sich alle Mühe gegeben, den Plot spannend zu gestalten. Doch gelungen ist es ihr kaum. Von Anfang an werden sehr viele Hinweise gegeben, wo das Ganze enden wird. Und wer schon den ein oder anderen Thriller gelesen oder gesehen hat, weiß sofort, wie der Hase läuft. Spannung dürfen daher nur Leser und Leserinnen erwarten, die am Anfang ihrer Thriller-Leidenschaft stehen. Zwar hält der Schluss noch eine Wendung parat, die man vielleicht nicht hat kommen sehen, doch die krankt dafür an Glaubwürdigkeit.
Ein wenig fordernder Stil …
… tut sein Übriges. Sprachlich ist der Thriller auf höchstens mittlerem Niveau. Recht einfach gestrickte Dialoge und ständige Wiederholungen machen das Buch auch aus stilistischer Sicht nicht zu einem Highlight. Aus der Ich-Perspektive von Emma geschrieben, können wir natürlich nur das erfahren, was in ihrem Kopf oder Umfeld abläuft. Doch ihre Beobachtungen und Gedanken sind wenig komplex und fordern die Leserschaft, wenn überhaupt, nur wenig.
Fazit
Naomi Williams hat ein Thriller-Debüt abgeliefert, das noch sehr viel Luft nach oben lässt. Nur wer bisher kaum Thriller gelesen hat, dürfte den Lauf des Plots nicht vorherahnen und das Ganze spannend finden. Williams hat schon das nächste Buch angekündigt. Bleibt zu hoffen, dass dieses weniger vorhersehbar und stilistisch ausgereifter ist.

Naomi Williams, Goldmann


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