Herzfluch (Herz-Reihe 2)
- Goldmann
- Erschienen: November 2025
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Griechische Mythologie und skurriles, gruseliges Geschehen.
In Andreas Grubers zweitem Band der «Herz»-Reihe ist die Inselwelt der Kykladen ein trügerisches Idyll. Sowohl die Privatdetektivin Elena Gernik als auch die beiden BKA-Ermittler Peter Gernik und Dino Scartozza werden in eine Welt voller Gegensätze verschlagen. Sie treffen auf eine abgehobene Luxusgesellschaft, Rucksacktouristen, Kunst, Kultur und Wahnsinn.
Spurensuche in Griechenland
Als Elena Gernik den Auftrag annimmt, einen nicht verurteilten Mörder zu suchen, ahnt sie längst nicht, in welche Abgründe sie dabei – wortwörtlich – absteigen wird. Traurig über den Verlust ihres Hundes Wallace ist die neue Aufgabe eine willkommene Abwechslung. Zunächst sammelt sie Informationen und versucht, sich ein Bild des verschollenen Mörders zu machen. Einige Zeit später beschliesst sie, mit Einwilligung ihres Auftraggebers, nach Athen zu reisen. Hinweise auf den Verbleib des Gesuchten führen sie in die griechische Hauptstadt. Gleichzeitig sind auch ihr Ehemann Peter und dessen Partner Dino vom BKA Wien in einer Vermisstensache in der griechischen Inselwelt unterwegs.
Allerdings sind die Arbeitsvorstellungen und die Kooperationsbereitschaft der griechischen Behörden ein ständiges Ärgernis für die Ermittler. Für Elena ist es einfacher: Sie findet leichter Zugang zu dienlichen Informationen. Doch mit jedem Hinweis und jeder Erkenntnis, die sie und die Ermittler untereinander austauschen, geraten sie immer mehr in den Sog einer surrealen Welt.
Trügerische Inselwelt
Das Geschehen spielt sich grösstenteils auf einer kleinen, fiktiven griechischen Insel ab. Zwar taucht zu Beginn der Spurensuchen noch so etwas wie ein Feriengefühl auf, doch dieses verschwindet sehr bald. Was sich seit Jahren im Untergrund der Insel abspielt, ist im Grunde genommen unvorstellbar. Aus einer Vermisstenanzeige wird eine Spurensuche, die das Trio in die tiefsten Abgründe des Wahnsinns und in die Welt der griechischen Mythologie führt.
«Sobald du Menschen eine Ideologie gibst, kannst du sie unendlich weit treiben und zu Dingen bewegen, die ihnen vorher unvorstellbar erschienen wären.»
Andreas Gruber lässt sich in dieser Geschichte Zeit, bis er die Lesenden schliesslich zum gruseligen Ausgang führt. Dabei lässt er kein noch so kleines Detail der Taten eines Wahnsinnigen aus. Lange Zeit führt er die beiden Handlungsstränge parallel zueinander und es ist nicht absehbar, ob und wann sich alles zu einem Ganzen verbindet. Doch dann werden die Nerven überstrapaziert und man wünscht sich das Ende herbei, so entsetzlich fühlt sich alles an. Da hilft auch die Schönheit der Kykladeninseln nicht mehr.
Fazit
Der zweite Band der Reihe mit Elena, Peter und Dino ist nichts für Zartbesaitete. Zwar startet Andreas Gruber in «Herzfluch» sehr langsam und nimmt sich Zeit für die Rahmenhandlung. Doch im letzten Drittel kompensiert er alles mit einem schaurig-gruseligen Finale. Dort schöpft er aus dem Vollen und lässt die Nerven so richtig flattern. Thriller-Fans werden auf ihre Kosten kommen.

Andreas Gruber, Goldmann


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