Felix Blom (3) - Mord an der Spree
- Limes
- Erschienen: November 2025
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Atmosphärisch, raffiniert und wendungsreich.
Dieses Mal ist Mathilde Voss so richtig in der Klemme. Sie befindet sich in Moabit, dem berüchtigten Gefängnis in Berlin, in Einzelhaft. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord. Die Lage ist so prekär, dass sogar Felix Blom, ihr Partner in der Detektei und ehemaliger Meisterdieb, ins Schwitzen gerät.
Der unsichtbare Gegner
Um neue Kunden zu gewinnen, mischen sich Mathilde Voss und Felix Blom bei einer Spendengala unter die Gutbetuchten Berlins. Ihre Detektei ist höchst unrentabel, weshalb die beiden sehr erfreut sind, als ihnen zwei neue Aufträge ins Haus flattern. Felix Bloms Auftrag ist rasch erledigt, während Mathildes Auftrag sie Tage später ins Gefängnis bringt. Sie wird wegen zweifachen Mordes angeklagt. Obwohl sie ihre Unschuld beteuert, wird ihr nicht geglaubt. Schon gar nicht ihr, einer Frau mit einer unmoralischen Vergangenheit. Ihr Partner aus der Detektei, Felix Blom, setzt alles daran, um ihr zu helfen. Immer mehr deutet darauf hin, dass Mathildes Inhaftierung mit dem Verschwinden einer ehemaligen Freundin zusammenhängt. Doch der unsichtbare Gegner ist raffiniert und ihnen immer einen Schritt voraus. Da nützt es auch nichts, dass Felix Blom im Rahmen seiner Ermittlungen mit dem ungeliebten Kommissar Bruno Harting zusammenarbeiten muss. Der eigenwillige und grantige Polizist ist jedoch für seine präzisen Nachforschungen bekannt. Doch die Zeit wird knapp, denn in drei Tagen soll Mathilde hingerichtet werden.
Der Balanceakt
In «Felix Blom – Mord an der Spree», dem dritten Band der Reihe, gerät Felix Blom an seine Grenzen. Für den Gentleman-Gauner beginnt ein Balanceakt zwischen seinem neuen, seriösen Leben und seiner kriminellen Vergangenheit. Um Mathildes Unschuld zu beweisen, bewegt er sich erneut in Berlins Unterwelt, freundet sich aber auch mit Kommissar Bruno Harting an. Diese vielen kleinen und grossen zwischenmenschlichen Befindlichkeiten sind Bestandteil dieses wunderbaren historischen Kriminalromans. Er ist raffiniert aufgebaut und führt immer wieder auf falsche Spuren. Zudem gelingt es Alex Beer, die polizeiliche Arbeit im Jahr 1879 realistisch darzustellen. Genauso wie die berühmte preussische Gründlichkeit und Ordnungsliebe.
« […] doch auf Preussens Ordnungsliebe war und blieb Verlass. Struktur und Orientierung waren für die Beamten nicht bloss abstrakte Konzepte, sondern Staatsreligion.»
Nicht zu vergessen sind die authentischen Beschreibungen von Personen und Orten im Berlin des 19. Jahrhunderts. Ein wunderbarer Lesestoff!
Fazit
Berlins Atmosphäre, die Menschen und die beiden Hauptfiguren machen diesen Roman zu etwas Besonderem. Alex Beer hat akribisch recherchiert und eine tolle Geschichte geschrieben. Sie erzählt anschaulich von der Polizeiarbeit im Jahr 1879, durchstreift die Straßen und Gassen Berlins und ermöglicht einen realistischen Blick in die Unterwelt. Die Autorin verbindet Vergangenheit und Gegenwart und macht deutlich, dass sich beides nicht trennen lässt. Eine wunderbar temporeiche und raffiniert konstruierte Geschichte.

Alex Beer, Limes



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