The Murder Game - Der Tod isst mit
- Heyne
- Erschienen: April 2025
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Aus einem Krimispiel wird unvermittelt Realität.
In seinem Roman «The Murder-Game – Der Tod isst mit» entführt uns Tom Hindle in das abgelegene Hotel Hamlet Wick, wo am Silvesterabend ein besonderer Anlass, ein Krimispiel, stattfinden soll. Die Handlung basiert auf einem Ereignis, das sich zwölf Jahre zuvor ereignete und das Leben der anwesenden Gäste nachhaltig beeinflusst hat.
Viele Motive, ein Täter
Das abgelegene Hotel Hamlet Wick, das schon bessere Zeiten gesehen hat, liegt ausserhalb des Ortes Hamlet. Die Kommunikationsmittel sind hier draussen eingeschränkt: Nur auf einer Anhöhe ist der Empfang eines Handysignals möglich. Ian Davies, der Hotelbesitzer, und Will Hooper haben neun Gäste zu dieser aussergewöhnlichen Silvesterfeier eingeladen. Jeder Gast trägt ein Geheimnis mit sich, das mit dem Ereignis vor zwölf Jahren zusammenhängt. Eine wichtige Rolle spielt der heruntergekommene Leuchtturm. Eigentlich sollte dieser renoviert und zu einer Gedenkstätte umgestaltet werden. Doch der wohlhabende Damien White hat mit seinem attraktiven Angebot alle überboten. Nun soll der Leuchtturm zu einer Luxusresidenz umgebaut werden.
Bis auf zwei sich verspätende Personen sind an diesem Silvesterabend die Gäste vollzählig. Der Überraschungsgast ist Damien White und seine Tochter Lily. Er ist ein Mann ohne Skrupel und definitiv kein Sympathieträger. Sein Engagement für den Leuchtturm und dessen Umbau hat das Dorf Hamlet erneut gegen ihn aufgebracht. Noch bevor die Party richtig beginnt, droht die Atmosphäre zu kippen. Aber als das eigentliche Murder-Game-Spiel endlich beginnen kann, fehlt Damien White. Er wird in seinem Zimmer erschlagen aufgefunden.
Häppchenweise
Tom Hindle verbindet geschickt die Geschichte des Ortes und seine Charaktere mit dem Silvesterabend und dem Krimispiel. Immer wieder streut er kleine Details aus der Vergangenheit in das Geschehen ein, so dass sich nach und nach ein Bild von den Personen, ihren Hintergrundgeschichten und dem geheimnisvollen Ereignis ergibt. Diese Geheimnisse und die damit verbundenen Motive sind zentral für die Handlung.
«Der Leuchtturm mochte eine Rolle spielen, aber ganz so simpel war es bestimmt nicht. Irgendeine Verbindung bestand zu dem alten Mord. […] Dieselben Verdächtigen, derselbe Ort…»
Als Damien White ermordet wird, wird das von Will Hooper inszenierte Murder-Game Realität. Aufgrund der vielen Hinweise, die auf eine Verbindung aller Gäste miteinander hindeuten, gibt es zahlreiche Motive und eine grosse Anzahl Verdächtiger. Es ist die Rede von Übervorteilung, falschen Hoffnungen, Affären und noch so einiges mehr. Doch der Autor lässt sich Zeit mit der Auflösung und legt einige falsche Fährten.
Die Kapitel sind nach Stunden benannt. Sie erzählen vom Fortschreiten der Silvesternacht in den Neujahrsmorgen aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Beteiligten. Diese Erzähltechnik ermöglicht es Tom Hindle, die Geschichte langsam anzugehen und die Spannung schrittweise aufzubauen. Geschickt steuert er den Krimi mit vielen Wendungen auf das Ende zu. Allerdings ist der Schluss etwas enttäuschend ausgefallen. Der Grund liegt zum einen in der unvermittelt abfallenden Spannung und zum anderen in der sich bereits länger abzeichnenden Auflösung. Gleichwohl ist das Buch eine angenehme und etwas andere Lektüre mit interessanten Figuren und einer besonderen Atmosphäre.
Fazit
Tom Hindles Roman «The Murder-Game – Der Tod isst mit» ist ein unterhaltsamer und ungewöhnlicher Krimi. Besonders die vielschichtigen Figuren und ihr Verhältnis zueinander versprechen Spannung und regen zum Rätseln an. Die psychologischen und kriminalistischen Aspekte sind überzeugend ausgearbeitet und werden geschickt in die Handlung eingewoben. Interessant ist dabei, wie die Protagonisten auf die unterschiedlichen Wendungen reagieren, sodass jeder mindestens einmal tatverdächtig ist.

Tom Hindle, Heyne

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