Der Spieler

  • Erschienen: September 2024
  • 1
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Brigitte Grahl
70°1001

Krimi-Couch Rezension vonAug 2025

Wiedersehen mit einem alten Bekannten.

Nach einer längeren Pause setzt die Autorin ihre Reihe um Kommissar Konstantin Dühnfort mit „Der Spieler“ fort. Das Privatleben des Kommissars nimmt auch im zehnten Band einen großen Raum ein und verschafft Inge Löhnig dadurch eine treue Leserschaft. Wer die vorherigen Krimis gelesen hat, möchte natürlich gerne wissen, wie es mit Dühnfort weitergeht.

Inzwischen ist Dühnfort mit seiner Kollegin verheiratet, hat ein Kind und ist beruflich vom Ermittler zum Profiler geworden. Eigentlich hat er damit nur noch eine beratende Funktion, aber Dühnfort kann sich nicht davon lösen, eigene Spuren zu verfolgen und selbst zu ermitteln. Denn niemand außer Dühnfort erkennt, dass es sich bei einem Mordfall in Norwegen und zum Teil länger zurückliegenden Mordfällen in Deutschland um eine Serie handelt. Dühnforts Alleingänge bringen ihm berufliche Schwierigkeiten, zusätzlich kriselt es auch privat in seiner Ehe.

Die Handlung von „Der Spieler“ wird abwechselnd aus der Perspektive des Täters, des Kommissars und einer weiteren Hauptfigur, Jasmin, erzählt. Dabei beginnt der Handlungsstrang des Täters schon Jahre vor den beiden anderen und erschließt sich erst, wenn er in der Gegenwart ankommt. Welche Rolle Jasmin spielt und wer der Täter ist, darüber lässt die Autorin die Leserschaft geschickt lange Zeit im Unklaren. Das enthüllt sich erst durch die Ermittlungsarbeit des Kommissars, und die beinhaltet auch falsche Spuren.

In „Der Spieler“ geschehen mehrere Morde, Löhnig gehört aber nicht zu den AutorInnen, die in grausamen Details schwelgen, die Spannung entsteht mehr auf psychologischer Ebene und durch die Frage der LeserInnen nach Motiv und Täter.

Auch in der Personenzeichnung setzt die Autorin nicht auf Extreme. Der Kommissar hat keine Traumata, die anderen Figuren in „Der Spieler“ sind Menschen, denen man auch im realen Leben begegnen könnte - abgesehen natürlich vom Täter. Ebenso realistisch und normal, wie die Figuren, schildert Löhnig die Ermittlungsarbeit der Polizei.

Zentrales Thema in „Der Spieler“ ist die Familie und der Umgang mit Kindern, sowohl in der Krimi-Haupthandlung als auch in der Nebenhandlung mit Dühnforts Privatleben. Nebenbei thematisiert Löhnig auch wieder ein aktuelles Thema: die neuen Rechten, die sich im ländlichen Raum ausbreiten.

Der zehnte Fall der Dühnfort-Reihe setzt auf die Markenzeichen von Inge Löhnig: aktuelle Themen, viel Raum für die Privatgeschichte des Ermittlers Konstantin Dühnfort, und das alles erzählt aus abwechselnden Perspektiven, so dass sich die Klärung des Falls wie ein Mosaik nur langsam Stück für Stück zusammensetzt. Ermittler und LeserInnen befinden sich überwiegend auf dem gleichen Wissensstand.

Fazit

„Der Spieler“ ist ein gut geschriebener Krimi, für alle, die keine nervenzerfetzende Spannung und viel Action erwarten, sondern mehr Wert auf gut ausgearbeitete Charaktere und eine glaubwürdige Handlung legen und die gerne rätseln. Die treue Stammleserschaft zeigt, dass Inge Löhnig mit diesem Konzept Erfolg hat.

Der Spieler

Inge Löhnig,

Der Spieler

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