Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset
- DuMont
- Erschienen: Juni 2025
- 3


Manchmal schon sehr überdreht.
Liv Steinhammer, Ehefrau, Mutter, Küchenplanerin und natürlich auch in weiteren Rollen wie die Immer-ansprechbare-Schwiegertochter oder Geduldig-zuhörende Freundin unterwegs, muss weiterhin auf vielen Hochzeiten tanzen. Nicht, dass sie sich wie ihre vielen "normalen" Freundinnen nur mit widerborstigen Kindern oder eigentümlichen Schwiegereltern herumschlagen muss. In ihrem Fall treten auch die Flüche einiger böser Taten der Vergangenheit hervor. Liv hatte sich gelegentlich nicht mehr zu helfen gewusst und dabei - ganz ohne böse Absicht - den einen oder anderen - natürlich - Bösewicht ins Jenseits befördert. Lange Zeit krähte nach denen auch kein Hahn, aber unglücklicherweise fängt man doch jetzt an, sich für ihrem Verbleib zu interessieren. Liv würde ungerne auf den Pfad des Verbrechens zurückkehren - andererseits: Es bleiben ihr nicht so viele Wahlmöglichkeiten. Aber mit dem richtigen Mindset lässt sich vielleicht doch einiges bewältigen.
Vieles geht sehr, sehr schnell...
Die Kölner Autorin Christine Drews alias Tine Dreyer landete mit ihrem ersten Band über das "Morden in der Menopause" auf Anhieb einen großen Kassenschlager. Ihre von allen hässlichen Nebenerscheinungen der Menopause geplagte Heldin Liv Steinhammer machte hier eine plötzliche Karriere in der Verbrechenswelt, konnte eine Zwangsprostituierte befreien, beförderte im Gegenzug deren Zuhälter in einen Betonanzug, einen Großdealer ins Koma und konnte damit ihr Lebensumfeld deutlich verbessern. Dreyer erzählt in diesem neuen Roman, wie es ihrer Heldin weiter so ergangen ist.
Wer die Protagonistin - wie ich - bisher aus dem ersten Roman nicht kannte, der wird mit großem Tempo direkt in die Handlung gekickt. Mit Liv platzen wir zum Auftakt des Romans in eine spontane Familienfeier. Hier erfährt der/die Leser*in dann auch in einem regelrechten Gewalt-Parcours was sich im letzten Buch so getan hat und was das mit der Heldin gemacht hat. "Warum so hektisch, Frau Dreyer?" fragte ich mich hier manchmal, denn für meinen Geschmack war das schon ein irres Tempo.
Auch Liv Steinhammers Tag hat nur 24 Stunden.
Schnell entspinnt sich eine wahnwitzige Geschichte, über Drogendeals - die unglücklicherweise so niemals stattfinden können, dann doch irgendwie durchgezogen werden, alles nur noch schlimmer machen und sich dann aber dann doch in Wohlgefallen auflösen -, spielsüchtige Verwandte und entsorgte Leichen, die wohl doch nicht für alle Zeiten sicher verwahrt wurden. Und mittendrin steht eine schwitzende Heldin und vielleicht auch - wie ich - ein/e manchmal überforderte/r Leser*in. Mir war es abschnittsweise zu viel. Am Rande bemerkt, ist es Frau Steinhammer das grundsätzlich auch, denn wie lässt sich sonst erklären, dass sie zwar den bürgerlichen Beruf der Küchenplanerin ausübt, aber eigentlich nie auf ihrem Arbeitsplatz angetroffen wird?
Mir fehlte auch, ehrlich gesagt, das Thema der "Menopause" ein wenig. Wer davon zunehmend heimgesucht wird, der weiß sicher, dass sich deren Symptome sicher nicht nur auf das absolut lästige Schwitzen beschränken, sondern dass diese Zeit auch noch vieles andere mit einem macht. Hier hätte ich ihr manchmal etwas mehr Ernsthaftigkeit gegenüber diesem Thema gewünscht, denn: Die Menopause sind nicht nur lustige Hitzewallungen und der Griff zum Ventilator. Sagt zumindest eine meiner Freundinnen.
Fazit
Tine Dreyer zeigt mit ihrem neuen Roman "Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset" erneut, dass auch oder gerade die Frau in den Wechseljahren durchaus zu kriminellen Handlungen fähig ist. Vieles ist witzig erzählt - aber dennoch hätte sie sich sicher für die Erzählung ein kleines bisschen mehr Zeit nehmen können.

Tine Dreyer, DuMont

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