Siamesische Hunde

Erschienen: Januar 1987

Bibliographische Angaben

  • Berlin; Frankfurt am Main: Ullstein, Berlin, 1987, Seiten: 336, Originalsprache
  • Frankfurt am Main; Berlin: Ullstein, 1989, Seiten: 335, Originalsprache
  • Bielefeld: Pendragon, 2003, Seiten: 335, Originalsprache

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Wolfgang Reuter
Ein Buch, das man am liebsten in einem Zug durchlesen möchte

Buch-Rezension von Wolfgang Reuter Sep 2003

 

"Dieser Roman spielt im Jahr des Hundes 1982. Fakten und Fiktion sind so gemischt, wie es der Wirklichkeit entspricht."

 

So beginnt Blettenberg sein Postskriptum zu diesem Buch, welches bereits 1987 erschienen ist und jetzt wieder neu aufgelegt wurde. Blettenberg war lange Zeit deutscher Entwicklungshelfer, unter anderem auch in Thailand, wo dieser Roman spielt. Er kennt also die Fakten. Brandau, die Hauptfigur, lebt in Bangkok, ist ebenfalls Entwicklungshelfer und offensichtlich eine Art "alter ego" des Autors.

Worum geht es?

Jim Thompson war eine schillernde Figur. Nach seiner Ausbildung beim amerikanischen Geheimdienst kam er über Afrika, Europa und Asien auch nach Thailand, wo er in die Befreiungskämpfe gegen den japanischen Imperialismus involviert war. Außerdem gelang es ihm, eine international konkurrenzfähige Seidenindustrie aufzubauen. Doch 1967 ist er plötzlich spurlos verschwunden.

Der Deutsche Reporter Dombrovsky möchte wie vor ihm viele andere auch in dieser Sache recherchieren und bittet Brandau, ihn mit seinen Kenntnissen der lokalen Verhältnisse zu unterstützen. Doch kaum in Bangkok angekommen, wird Dombrovsky von Unbekannten unmissverständlich aufgefordert, weitere Nachforschungen zu unterlassen. Auch Brandau, der im Rahmen seiner Tätigkeit unwissentlich den Kampf der thailändischen Regierung gegen die Drogenmafia unterstützt hat, entdeckt, dass er beschattet wird.

Beide werden zunehmend von verschiedenen Seiten ins Visier genommen, ohne vorerst zu wissen, mit wem sie es zu tun haben. Der zu seinem persönlichen Schutz engagierte ehemalige Hundefänger Khun Bao kann erste Angriffe auf Brandau abwehren, aber erst ein Mord in dessen unmittelbarer Umgebung führt zu einem schlagartigen, rasanten Showdown ...

Das ist ein Buch, das man am liebsten in einem Zug durchlesen möchte. Blettenberg macht es einem aber auch leicht: kurze, überschaubare Kapitel, direkte, klare Sprache ohne Ausschweifungen, immer auf hohem Niveau. Die Figuren sind vorwiegend durch Handlungen und Dialoge charakterisiert, sie wirken sehr lebendig, der Autor verzichtet auf detaillierte psychologische Abhandlungen.

Er verweigert sich der Versuchung nach billigem Sex & Crime, dazu hat er zuviel Humor, Konsequenz und sprachliche Qualität. Gewalt, Grauen und Sex schildert er stets in einer leicht distanzierten, sachlichen, emotionslosen Form, was die Wirkung aber eher verstärkt als vermindert. Oft ist es einfach ein Vergnügen, seinen witzigen, bilder- und geistreichen Formulierungen zu folgen.

Der Roman profitiert von Blettenbergs beruflichen Erfahrungen in Thailand. Er kennt die Materie genau. Ohne sich selbst in den Vordergrund zu spielen gelingen ihm atmosphärisch dichte und interessante Beschreibungen der Städte Bangkok und Singapur, der sozialen Verhältnisse und der Drogenproblematik in Thailand sowie überhaupt der kulturellen Unterschiede zwischen Westen und Süd-Osten.

Wirklich unterhaltsam sind seine satirischen Kommentare zur Tätigkeit eines Entwicklungshelfers, seine Seitenhiebe auf das kontrollierende Beamtentum und auf bornierte, uninformierte Politiker, die auf Visite stets peinlich durch das Land stolpern. Hier verarbeitet er offenbar eigene bittere Erfahrungen und steigert sich gelegentlich zu beißender Satire.

Auf der anderen Seite ist Blettenberg auch ein humorvoller Beobachter, etwa bei der Beschreibung des Verkehrschaos in Bangkok oder von Brandaus Kampf gegen den morgendlichen Kasernen - und Hundelärm. Interessant sind auch die vielen eingeflochtenen historischen Details wie die Abhandlung über die Brücke am Kwai. Die Spannung baut sich langsam aber unaufhaltsam auf und mündet in ein packendes Finale.

Die Synthese von Fakten und Fiktion ist gelungen und wird im Kopf des Lesers zu einer faszinierenden Wirklichkeit. Marcel Reich -Ranicki würde vielleicht sagen: "Aber Vorsicht, Freunde! Dieser Burrrsche kann schreiben!" Und in der Tat, das hier ist ein Thriller, wie man ihn sich nur wünschen kann.

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