Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht begehren

  • Heyne
  • Erschienen: Oktober 2022
Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht begehren
Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht begehren
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Carola Krauße-Reim
88°

Krimi-Couch Rezension vonDez 2022

Der Rabbi legt sich mit den Russen an

Nachdem sich Michel Bergmann in seinem Debüt dem Gebot „Du sollst nicht morden“ gewidmet hat, ist es jetzt das Begehren, welches nichts Gutes bedeutet.

Wo ist Galina Gurewitz?

Seit Wochen wurde die Weltklasseschwimmerin Galina Gurewitz nicht mehr gesehen. Doch scheinbar interessiert das niemanden – weder ihren reichen Ehemann Semjon, der nicht nur wesentlich älter ist als sie, sondern auch noch ziemlich zwielichtig; noch ihre Mutter, die von der Karriere ihrer Tochter mächtig profitiert hat. Nur Rabbi Silberbaum findet es merkwürdig und fängt an Fragen zu stellen. Natürlich hilft Kommissar Berking gerne bei den Nachforschungen, ist doch Gurewitz für seine undurchsichtigen Geschäfte und seine Skrupellosigkeit bekannt. Doch was dann zu Tage kommt, hätte niemand vermutet und schnell sind der Rabbi und der Kommissar in Gefahr.

Ein jiddischer Cozy-Krimi

Schon im ersten Band brillierte Michel Bergmann mit Wortwitz und Selbstironie. Das ist nun nicht anders, doch dieses Mal ist der Plot dazu ausgefeilter und damit wesentlich spannender.

Rabbi Henry stößt mehr als einmal auf Rätselhaftes, was die Handlung vorantreibt, wobei es aber auch einige Durchhänger gibt. Doch die sind nicht sehr ausgeprägt und selbst die etwas ausgeleierten Klischees von den bösen Russen und den verschrobenen Juden nimmt man hin, sind sie doch in eine Geschichte gepackt, die nur so von Intrigen und Geheimnissen wimmelt. Wenn dann auch noch Gefahr für Leib und Leben des Rabbi besteht und auch er merkt, dass nicht alles so easy going ist, wie er es gerne hätte, bangt man mit und hofft, dass alles gut ausgehen wird – was es natürlich tut, denn Bergmann will ja noch die restlichen Gebote bearbeiten.

Damit man schon mächtig gespannt auf den dritten Band der Serie ist, sorgt er mit einem vieldeutigen Cliffhanger am Ende des Buches, der wieder einmal Mord und Totschlag für den Rabbi verspricht.

Interkulturelle Verständigung der anderen Art

Viel wird über den Weg zu einem friedlichen Zusammenleben der Religionen diskutiert und der zunehmende Antisemitismus macht es gerade den jüdischen Mitmenschen schwer, sich als integrierte Bürgerinnen und Bürger zu sehen. Da kommen die Krimis von Michel Bergmann gerade recht!

Mit Selbstironie und einer gehörigen Portion jiddischem Witz zeigt er viel vom jüdischen Leben und bringt damit eine interkulturelle Verständigung zustande, die nicht nur spannend zu lesen ist, sondern für Toleranz und Gleichberechtigung wirbt - auch für die deutschen Schmocks und Gojs. Die manchmal verschrobenen und mit jiddischen Begriffen gespickten Dialoge bringen zudem ordentlich Humor in die Geschichte. Damit man auch weiß, wovon die Rede ist, sind „nudnik“, „miesnik“ und Co. im Anhang erklärt.

Fazit

Ein Krimi, der durch Spannung und jede Menge Humor bestens unterhält. Auch mit dem zweiten Teil der Serie rund um Rabbi Silberbaum schafft Michel Bergmann eine interkulturelle Verständigung der verschrobenen Art, die man einfach lesen muss!

Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht begehren

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