Mord und Limoncello

  • Servus, Autoren-Feder-Verlag
  • Erschienen: Mai 2022
Mord und Limoncello
Mord und Limoncello
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Carola Krauße-Reim
75°

Krimi-Couch Rezension vonJul 2022

Ein gelungener Urlaubskrimi

Elizabeth Horn eröffnet mit „Mord und Limoncello“ eine neue Krimi-Reihe und hat sich dafür ihren Lieblingsurlaubsort ausgesucht – den Gardasee. Die sonnenverwöhnte Region in Norditalien kann mit pittoresken Ortschaften und abwechslungsreichen kulinarischen Genüssen punkten - und im Fall dieses Krimis leider auch mit einem Mord.

Kriminalhauptkommissar Stutz kommt zu Tode

Charlotte Stutz genießt den Urlaub im Luxushotel von Limone in allen Zügen. Ihr Mann Jens nicht. Er ist einem Geheimnis auf der Spur, das ihm leider gleich am zweiten Abend des Urlaubs das Leben kostet. Zurück bleibt eine ebenso trauernde, wie tatkräftige Charlotte, die den Ermittler Commissario Fabio Angelotti unterstützt. Genussmensch Angelotti ist davon weniger begeistert, von Charlotte aber umso mehr und so kommt es neben der Mörderjagd auch zu Amore, Limoncello und jede Menge gutem Essen.

Ein Setting, das verzaubert

Horn hat mit dem Gardasee und dem idyllischen Limone ein Setting ausgesucht, das einfach nur bezaubern kann. Gekonnt beschreibt sie die Schönheit des Sees und der Berghänge mit den unzähligen Zitronenhainen rund um die kleine Gemeinde, die im Sommer nur so überrannt wird von den zahlreichen Touristen. Auch das Dolce Vita wird eingehend beschrieben. Wenn ständig „Biscotti al limone“ mit Café genossen werden, literweise Limoncello die Kehlen herunter rinnt und auch ansonsten kein Hunger ungestillt bleibt, ist es fast nicht verwunderlich, dass sich im Anhang ein Rezept für „Spaghetti alla carbonara“ finden lässt. Die Atmosphäre und das Lebensgefühl im sonnendurchfluteten Ort mit seinen Gassen, den verlassenen Limonaie und dem beschriebenen Luxushotel tragen viel zum Lesegenuss dieses Krimis bei, der aber auch durch einen spannenden Plot punkten kann.

Die Spannung steigt stetig an

Es dauert nicht lange, bis Kriminalhauptkommissar Stutz tot aufgefunden wird. Doch schon da ist klar, dass er erstens kein einfacher Mensch und zweitens einem Geheimnis auf der Spur war. Um was es sich dabei handeln könnte, wird immer deutlicher je weiter Commissario Angelotti und Charlotte ermitteln. Dafür müssen sie in der Vergangenheit des Ortes und zwei seiner bedeutendsten Familie graben. Die Spannung steigt mit jeder neuen Erkenntnis und wird durch einen tragischen Vorfall auf die Spitze getrieben. Horn versteht es ihre Geschichte leicht, locker und häufig auch mit viel Witz zu erzählen. Dass sie dabei manchmal etwas zu oft die kulinarischen Vorzüge von Biscotti und Limoncello bemüht, ist verzeihlich, dass sie allerdings anfänglich unvermittelt zwischen den Perspektiven springt, hätte sie vielleicht vermeiden sollen. Auch ihre Figurenzeichnung verfällt leider sehr ins Klischeehafte.

Italiener und Deutsche

Schon das Verhalten des ungeliebten Vorgesetzten von Commissario Angelotti könnte Krimi-Kennern bekannt vorkommen: Vice Questore Colombo hat wenig Fachkenntnis dafür umso mehr gute Verbindungen, die unbedingt bei Laune gehalten werden müssen, aber, wenn es darauf ankommt dann doch an zweiter Stelle stehen. Bei den anderen Charakteren ist die Autorin leider auch sehr pauschal geblieben. Stutz ist das Sinnbild eines gewissenhaften deutschen Beamten, der wenig Sinn für die schönen Seiten des Lebens hat, die den Italienern allerdings umso besser gefallen. Charlotte wird als relativ ungeliebte Ehefrau dargestellt, die sich zwar sehr gut behaupten kann, aber gegen die unverhohlenen Avancen des Commissarios nicht wirklich etwas hat. Diese Figuren hätten durchaus mehr Tiefe verdient um sie etwas vielschichtiger und interessanter erschienen zu lassen. Allerdings ist das bei dem Gesamtkonzept des Krimis nicht unbedingt nötig, das es eher auf Unterhaltung als auf tiefschürfende Ermittlungen anlegt.

Fazit

Eine gelungene leichte Sommerlektüre! Horn punktet in ihrem Serien-Auftakt mit einem spannenden Plot und einer fantastischen Atmosphäre. Da sind die pauschalen Figuren und die allzu häufig erwähnten Biscotti samt Limoncello verzeihlich. Wer sich gerne in die sonnigen Gefilde des Gardasees träumen möchte und dabei auch noch fesselnd unterhalten werden will, ist hier genau richtig.

Mord und Limoncello

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