Das Schlaflabor

  • Lübbe
  • Erschienen: Oktober 2022
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André C. Schmechta
70°

Krimi-Couch Rezension vonNov 2022

Kurzweiliger und packender Medizinthriller - ohne schlaflose Nächte zu verursachen.

Tom Sonnborn ist verzweifelt. Ihn plagen seit langer Zeit massive Schlafstörungen, die ihn beruflich wie privat enorm beeinträchtigen. Jedwede Versuche Besserung herbeizuführen schlugen fehl. Da kommt das Angebot einer Privatklinik in der Schweiz gerade recht. Dort verspricht man hohe Heilungschancen durch eine neuartige Therapie. Tom klammert sich an diesen vermeintlich rettenden Strohhalm und meldet sich trotz Zweifel seines Neurologen und saftiger Preise in der Klinik an.

Insomnie, Parasomnie, Hypermnesie …

Tatsächlich scheint die moderne und etwas befremdliche Therapie anzuschlagen. Tom geht es schnell besser. Zurück in Köln kann er sein Leben wieder in bessere Bahnen lenken. Bis er eines Morgens aufwacht und sich an den Abend und die Nacht zuvor nicht mehr erinnern kann. Blutspuren in seinem Bett und seinem Zimmer lassen Schlimmstes befürchten. Und dann steht Tom Sonnborn unter Mordverdacht.

Während sich in Köln Ermittler Kristian Jurevic des Falles annimmt, ermittelt Jasper Rochat in der Schweiz zu mysteriösen Todesfällen aus dem Umfeld der Klinik.

… auf jeden Fall Mord!

Marc Meller ist das Pseudonym eines bekannten Kölner Autors. Er hat schon mehrere Krimis und Thriller geschrieben und ist zudem Autor vieler Drehbücher. Gerade Letzteres merkt man seinem routinierten, überwiegend geradlinigen Szenenaufbau mit fokussierten Handlungssträngen an. Mit guter Dynamik in den eher kurz gehaltenen Kapiteln variiert immer wieder das Tempo. Der Spannungsbogen steigt spätestens ab dem ersten Drittel stetig an.

Zudem entwirft Meller ein schlüssiges und nachvollziehbares Konstrukt aus fiktiven neuartigen medizinischen Methoden vor realen wissenschaftlichen Hintergründen. Gelegentlich werden aber gerade diese fachspezifischen Informationen in manch ausführlicherem Dialog etwas zu sehr betont. Das wirkt teilweise unnötig bemüht, verleiht der Geschichte zugleich aber etwas mehr Substanz.

Tom Sonnborn ist ein sympathischer Charakter, der die Geschichte gut trägt. In seiner Not agiert er manchmal etwas zu abgeklärt. Er durchlebt Angst und Panik, versucht zwischen Hoffen und Bangen Licht ins Dunkel zu bringen, manövriert sich dabei immer tiefer in eine verfahrene Lage. Wem kann er trauen? Ist er tatsächlich ein skrupelloser, schlafwandelnder Killer?

Es gibt neben ihm noch eine Handvoll weiterer bedeutender Figuren, die Meller gut in die Geschichte einarbeitet, ihnen aber wenig Möglichkeit gibt, sich richtig zu entfalten. Aber auch sie sorgen dafür, dass wir als Lesende Vermutungen anstellen und natürlich auf falsche Fährten - sowohl in Köln, als auch in der Schweiz - gelockt werden, bis sich die Ereignisse zum Ende verdichten…

Fazit

„Das Schlaflabor“ hat mich weder schlaflos zurückgelassen noch Albträume verursacht. Dennoch ist Marc Meller ein kurzweiliger und packender Medizinthriller gelungen, der in einem zwar unerwarteten, aber auch eher unraffinierten Plot aufgeht, der mir etwas umständlich konstruiert gerät.

Das Schlaflabor

, Lübbe

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