Das Geheimnis der schwarzen Dame

Erschienen: Januar 1994

Bibliographische Angaben

  • Madrid: Alfaguara, 1990, Titel: 'La tabla de Flandes', Seiten: 416, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1994, Seiten: 364, Übersetzt: Gerhard Horstmann
  • München: Ullstein, 2002, Seiten: 364
  • Berlin: Ullstein, 2004, Seiten: 368
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1996, Seiten: 364

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Bernd Ganter
Einblicke in die Readers-Digest-Psychologie des Schachspielers

Buch-Rezension von Bernd Ganter Mai 2003

Was läßt sich über den Autor mutmaßen? Dreierlei: Erstens spielt er Schach, zweitens raucht er und drittens hat er einen Kurs über Kreatives Schreiben besucht. Er ist im übrigen zu beglückwünschen: Trotz seines Potentials an schriftstellerischen Fähigkeiten hat er verstanden, die Kenntnisse aus seinem Kurs im Kreativen Schreiben in einen kommerziellen Erfolg umzusetzen.

Was ist der Inhalt der Schwarzen Dame? Ein Gemälde eines holländischen Malers namens Van Huys aus dem Jahre 1471, das eine Schachpartie abbildet, stellt sich für die junge spanische Restauratorin Julia als Quelle eines Geheimnisses heraus. Unter Röntgenstrahlen zeigt sich eine Inschrift: Quis necavit equitem - Wer tötete den Reiter (bzw Springer)? "Doch das war nicht alles. Da war außerdem irgendeine Furcht." Die Heldin fürchtet sich plötzlich. Man fragt sich, was diese Angst auslöst, aber auf diese Weise geht es gleich weiter: Einer der Abgebildeten starb im Jahre 1469, das Bild ist aber aus dem Jahre 1471. Ist das ein Problem? "Durch die von Alvaro gelieferten Daten hatte die geheime Botschaft plötzlich etwas Unheilvolles." So schnell geht das.

Dass, wie so oft in der Kunstgeschichte, die Abbildung des Porträtierten von früheren Bildern abgepinselt worden sein könnte, kommt weder dem Autor noch seiner Heldin in den Sinn. Und dann wird Kunsthistoriker Alvaro mir nix dir nix ermordet, und dann geschieht noch ein Mord, und, hol´s der Teufel, mehr noch: Diese Morde erfolgen gemäß der Schachpartie auf dem Bild.

Damit der Leser dies besser versteht, wird er endlos mit Skizzen einer Schachpartie gequält, die ihm ausführlich in schachtechnischem Jargon auseinandergesetzt werden, denn er will ja unterhalten sein. Und was passiert bis zum Ende? Die wenigen Hauptdarsteller zünden sich, wo sie gehen und stehen oder sitzen, Zigaretten an, denn wie einen wahrscheinlich die Kurse in Kreativem Schreiben lehren, müssen sich Dialog ("Irgendetwas stimmt hier nicht."), Action, also Zigarette anzünden oder Beine übereinanderschlagen oder auch nur verwirrt gucken, und Reflexion, besser gesagt: pseudophilosophisches Gequatsche auf Journalistenniveau, etwa der Art, dass die Beweisbarkeit ein weitaus schwächeres Konzept sei als die Wahrheit an sich, in ziemlich genau festgelegtem Verhältnis ablösen.

Und Action? Wird ausreichend geboten gemäß dem Lehrbuch für Kreatives Schreiben: Neben dem dauernden Anzünden von Zigaretten, müssen Leute noch ständig "verwirrt" scheinen oder stets wie in weiter Ferne gedankenschwer ins Leere starren. Daß die Protagonistin das sich aus irgendeinem Grunde ständig im Wert steigernde Bild bei sich zuhause aufbewahrt, dass die vom Tode bedrohten Akteure nichts besseres zu tun haben, als den Fall trotz angeblich dieser höchsten Gefährdung im Alleingang zu lösen, dass sich die Protagonistin auf einen anonymen Anruf hin nachts allein in ein leeres Museum wagt, und vieles mehr, will schwerlich einleuchten.

Wie auch immer: Der Täter wird schließlich gefunden, muß dann aber die letzten sage und schreibe sechzig von nur dreihundertsechzig Seiten ausführlichst erklären, warum er seine Untaten vollbracht hat. Natürlich zündet er sich dabei einige Zigaretten an, schlägt die Beine übereinander und starrt wie in weiter Ferne ins Leere. Halt, mehr noch: Gießt sich auch noch einen Wodka ein. Action pur.

In diesem Buch stimmt wenig, insbesondere überzeugt es nicht in der Psychologie der handelnden, also zigaretteanzündenden, beineübereinanderschlagenden oder nachdenklich ins Leere starrenden Personen. Schon der Grundansatz ist falsch: Wenn schon der Täter seine Morde via Schachspiel ankündigt bzw nachvollzieht, wie sollen sich dann die potentiellen Opfer via Schachspiel wehren? Oder wie kommt es, dass die gestresste Hauptdarstellerin trotz tödlicher Bedrohung völlig ohne Grund plötzlich guter Laune ist ("zum ersten Mal war da wieder dieses Gefühl von Ausgeglichenheit"), wobei die gleiche Szene ("die Musik, vom Wodka gedämpfte sanfte Jazzmelodien aus den dunkeln Winkeln der Wohnung") in leichter Abwandlung gleich dreimal vorkommt (List-TB-Ausgabe siehe Seiten 80/81, 109/110, 210/211). Oder dass sie keine Gefühlsregung zeigt, als sie von der Ermordung ihres Ex-Geliebten, ihrer großen Liebe hört, sondern munter drauflos plappert?

Das Buch ist geschrieben von einem Journalisten, der weiß, was ein spezifisches Publikum erwartet. Der außerdem unbedingt einen Schachroman schreiben wollte, vielleicht um dem Leser Einblicke in die Readers-Digest-Psychologie des Schachspielers geben zu können, ein Vorhaben, das aber in seiner Umsetzung steril und an den Haaren herbeigezogen, ja lachhaft, wenn nicht ärgerlich wirkt. Ein eher klägliches Werk insgesamt.

Wer Joschka Fischer für einen Intellektuellen oder Gräfin Dönhoff für eine weitsichtige Frau hält, und wer öfters, wenn auch nur mit schlechtem Gewissen, Derrick sieht, der wird diesen Roman dennoch genießen können. Wer glaubt, seine Lebenszeit sei zu kurz, um sie mit schlechten, anmaßenden Büchern zu füllen, dem ist dringend abzuraten.

Das Geheimnis der schwarzen Dame

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Letzte Kommentare:
16.03.2013 11:24:54
Klaus U. Neulinger

Nomen est omen. Wenn man schon Ganter heißt, muss man sich natürlich in besserwisserischer Manier aufblasen wie ein Ganter und aller Welt zeigen, wie man sich an seiner eigenen Kritikflut regelrecht besaufen kann.
Der Roman ist klasse. Er ist spannend und er verbindet in einer unglaublich gekonnten Art zwei Geschehens- und Erzählstränge, die in einer zeitlichen Distanz von über 400 Jahren spielen. Das muss man erst mal auf der intellektuellen Schiene "gefahren" kriegen.
Und die Figuren, wie sie gezeichnet werden, sind vorstellbar, einprägsam und in ihrem Auftreten stringent.
Ich habe das Buch übrigens in den letzten 10 Jahren mindestes dreimal gelesen und ungefähr fünfmal verschenkt.
Dr. Neulinger

19.12.2012 23:17:14
linguistkris

Die Prämisse der "Schwarzen Dame" fand ich reizvoll und die weitere Handlung stimmungsvoll und spannend (wobei vermutlich geholfen hat, dass ich eine verschwommene, aber recht positive Erinnerung an die Verfilmung im Hinterkopf hatte). Warum ich am Ende doch nur eine sehr mittelmäßige Bewertung geben kann:
Zum einen fand ich sämtliche Charaktere klischeehaft und holzschnittartig: die junge Kunstgeschichtlerin, die sich ausschließlich von Kaffee und Zigaretten ernährt; die divenhafte beste Freundin, wohlhabend und ordinär, ein männerfressendes, koksendes Zirkuspferd, das seine besten Tage schon überschritten hat; der Professor, fein säuberlich und wohlorganisiert in Tweed, mit Pfeife und kleinen Notizzetteln; das Schachgenie, dem zwischenmenschliche Beziehungen fremd sind und seine äußerliche Erscheinung scheinbar gleichgültig... wirklich jede der auftauchenden Personen entspricht einem solchen Bilderbuchtypus, ganz ohne Überraschung oder auch nur einen Hauch von Ironie.Zum anderen, und das fand ich weitaus schlimmer, hat Ganter mit seiner Beschreibung des Endes nicht so ganz unrecht: Psychologisch fügt sich da für mein Empfinden nichts, das ellenlang ausgewalztes Geständnis hat eher genervt, als wirklich die losen Fäden aufzunehmen, und vor allem habe ich die Charakterisierung Césars als furchtbar klischeehaft und schwulenfeindlich entfunden. Und am unbefriedigendsten: das eigentliche "Geheimnis der schwazen Dame" bzw. des Gemäldes wird nicht gelöst. Daran ändert auch der aufgesetzte Rückblick nichts.

03.11.2011 15:14:27
Pilgrim

Um das Buch zu lieben, sollte man auch das Schachspiel wenigstens ein bisschen mögen, sonst wird das Buch schnell langweilig. Und selbst dann (ich mag Schach ein bisschen und habe alle Züge nachvollzogen), ist das Buch stellenweise etwas langfädig. Umso überraschter ist man als Leser, wenn nach etwas geduldig ausgeharrter, trotzdem schön bravem Lesen wieder ein Schlag erfolgt!

Ich bin als Leserin gespalten in meiner Meinung, ob ich das Buch spannend empfinde oder langweilig. Beides trifft zu. Stellenweise. Und ich stimme in Vielem Bernd Ganter zu.

28.10.2008 12:23:33
mase

In diesem Buch geht es vorwiegend um Kunst, Schach und Geschichte.

Die grundlegenden Schachregeln beherrsche ich. Es wird nämlich zu zweit gespielt. Von der Malerei im Quattrocento habe ich sogar noch weniger Ahnung. Geschichte interessiert mich zwar, aber im Augenblick wollte ich wirklich etwas anderes lesen.

Ich möchte dieses Buch in keinem Fall schlecht reden, aber ich fühlte mich auf den ersten 50 Seiten völlig überfordert. 3 Themen und von keinem einen blassen Schimmer. Darum werde ich das Thermometer auch nicht klicken, aber ich möchte andere warnen, dass ein Grundwissen zumindest eines Themas mitgebracht werden sollte, um dieses Buch verstehen zu können.

In Ehrfurcht erstarrt, werde ich „Das Geheimnis der schwarzen Dame“ wieder zurück in Regal schieben.

12.06.2008 11:19:13
tedesca

Ich schließe mich da jetzt ganz einfach an den Meinungen von Mirko Wittig und jan falkner an. Perez-Reverte hat viel mehr drauf als ein Kursteilnehmer von "kreatives Schreiben", das hat er in all seinen Büchern immer wieder bewiesen. Und gerade dieses finde ich besonders originell, ich konnte es garnicht mehr aus der Hand legen. Endlich mal ein Krimi, der sprachlich was draufhat und trotzdem spannend und originell ist, eben keine 0/8/15 Story.

Den Film hab ich übrigens auch gesehen und für sehr gut befunden, leider gitb's den nicht auf DVD.

07.02.2008 16:45:24
Erika Kretzer

Ich habe das Buch gelesen, weil ich seit Jahren auf der Suche nach Romanen bin, in denen es u.a. um das Schachpielen geht. Aus diesen Büchern mache ich Auszüge über ungefähr eine DINA 4-Seite und bringe diese in unsere SCHACHINFORMATIONEN des Krefelder Schachklubs Turm Krefeld 1851 e.V.
Ich kann, da leider zu spät mit diesem königlichen Spiel begonnen, nicht so gut spielen, umso mehr habe ich das Buch von Pérez-Reverte als teuflisch spannenden Schachkrimi empfunden. Für Nichtschachpieler könnte es nicht so spannend sein, aber vielleicht animiert das Buch zum Spielen ... .o) Ich fand's einfach klasse!

28.01.2008 22:07:54
JaneM.

Ich habe das Buch vor vielen Jahren gelesen und es ist mir wegen seiner ungewöhnlichen Story auch ca. 300 Krimis später noch genau in Erinnerung. Das sind mir die meisten so spontan nicht. Ein Gemälde als Hinweis auf einen langen zurückliegenden Mord und die Verquickung mit den aktuellen Geschehnissen ist sehr ungewöhnlich und ohne Metzeleien spannend. Aber: kaum taucht ein für einen Krimi seltenes Gebiet auf (wie hier eben das Schachspiel) melden sich die "Experten". Was soll das? Es geht um Unterhaltung, nicht um 100%ige Genauigkeit. Es wäre genauso unerträglich, wenn sich bei allen Krimis, in denen Profiler, Gerichtsmediziner usw. eine Rolle spielen
Psychiater und Ärzte mit kleinsten Verweisen auf wissenschaftliche Exaktheit melden würden...

04.12.2007 17:44:07
Mirko Wittig

Wenn Du, lieber Internetnutzer, Dich mit der vagen Absicht trägst, dieses hier besprochenen Buch eventuell zu lesen, aber schnell "sicherheitshalber"noch einige Kritiken überfliegen willst, folgt jetzt mein ehrlich gemeinter nun nicht mehr ganz geheimer Rat: 1. Ignoriere die anmaßende und überhebliche Kritik von Herrn Bernd Ganter, 2. Wenn Du gern mal in eine faszinierende Gedankenwelt etwas in der Vergangenheit und etwas in der Gegenwart auf einfallsreiche und fantasievolle (die braucht der aufgeschlossene Leser von PEREZ-REVERTE) Art und Weise entführt werden willst, bist Du mit diesem unterhaltsamen Buch goldrichtig, und 3. ein unheimlich leicht und gut lesbar geschriebener Schmöcker für die kurze Weile und verzeih bitte großzügig des Federkünstlers Freiheit ohne Mißgunst oder Mißtrauen ob seines Erfolges. Ich sage Dir: Schach Matt für die Fantasielosigkeit mancher Zeitgenossen und wünsche viel Vergnügen.

26.02.2007 17:18:53
jan falkner

bernd ganter scheint sich in ebenso schlect formulierten bildhaften kritiken zu gefallen wie sich reverte auf seine sprache verlassen kann. es nicht literatur für den schnellen genuss, sondern eher für den genießer detailfreudiger beschreibungen, mit der bereitschaft sich entführen zu lassen in eine andere welt. Ich folge reverte gerne nund rege ganter an sich den kurs für kreatives schreiben selbst anzutun. oder besser bei bastei lübbe nach literatur für schnelleser zu suchen .....

28.12.2006 20:31:47
Beate Daus

Ich habe zuerst den Film gesehen und war davon schon ziemlich begeistert. Da ich den Autor vorher gar nicht gekannt habe, habe ich mir das Buch eigentlich nur gekauft, weil mir der Film so gut gefallen hat. Aber das Buch hat mich nochmal um einiges mehr begeistert!!! Ich kann die recht negative Kritik ebenfalls nicht verstehen. Meiner Meinung nach ist dies ein anspruchsvolles und spannendes Buch und auf jeden Fall mal etwas anderes als die üblichen Krimis. Und daher schreibe ich heute auch zum 1. Mal etwas zu einem Buch, na wenn das nichts heissen soll!

23.01.2006 11:47:40
Frank Thalmann

Ich finde das Buch und seinen Autor großartig.

Dagegen finde ich die Kritik von Herrn Ganter dilettantisch, er scheint das Buch nicht einmal richtig gelesen zu haben.
So ist Cesar kein passionierter Schachspieler, sondern hat nur einen Crashkurs über die Regeln gemach.
So ist van Huys kein holländischer, sondern ein flämischer Maler gewesen.

Dagegen besticht der Autor des Buches durch seine gründlichen Recherchen für den örtlich und zeitlich überprüfbaren Handlungsrahmen, in den er seine Geschichten einbettet, und er tut das so geschickt, daß es dem Leser nur schwer gelingt, den Übergang von Authentischem zur Fiktion festzustellen.
So wird man wohl einen Kunsthistoriker bemühen müssen, um verbindlich feststellen zu lassen, ob es den Maler van Huys und sein Bild gegeben hat oder nicht.
Als ich das Buch gelesen hatte, glaubte ich, das Bild abgebildet gesehen zu haben.

Bewundernswert ist auch, wie Perez Reverte verschiedene Handlungsebenen (Mittelalter und Neuzeit) durch ein Bild und das Schachspiel miteinander vernetzt und eine geheimnisvolle, fast magische Atmosphäre schafft.

Er sagt einmal selbst, daß er es liebt, seinen Figuren mitzuspielen, bis sie nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht, und so hat er es auch mit dem Leser vor.

Alles in allem spannende Literatur, mit vielen Anlässen zum Innehalten und Nachdenken sowie mancher Überraschung, nicht nur in Form von Leichen.

04.01.2006 19:01:32
Stefan Soost

Der Autor ist leider kein guter Schachspieler, sondern eher Journalist. Zumindest in der deutschen Übersetzung wirkt das Buch trotz guter Ansätze platt und trivial. Die Verknüpfung der Handlung mit der Schachpartie überzeugt nicht. Schachmeister Munoz macht leider unmotivierte schlechte Züge (z.B. Ld3? oder De7?), so dass auch aus dieser Perspektive die Handlung keinen Sinn macht. Schade.

08.07.2005 20:38:43
Petronilo Pérez

Gerabe habe ich die vernichtende Kritik des Herrn Bernd Ganter gelesen und bin einfach sprachlos über seine maßose Überheblichkeit. Wenn er so gut schreiben kann, wie er andere erfolgreiche Autoren niedermachen, dann bitte sehr soll er das tun. Was er über das Buch von Perez Reverte schreibt unterstreiche ich nicht. Bin vielleicht nicht so gescheid, wie der Herr Ganter. Ich habe auf jeden Fall die Lektüre des Buches genossen, und war in der Originalsprache. Das war sowohl sprachlich wie auch von der Handlung her ein absoluter Genuß. Die Regeln des Schachspiels sollte man allerdings kennen und bei der Lektüre dieses Buches das Schachbrett aud dem Tisch haben, um die Züge nachzuvollziehen. Wenn Sie gute Literatur und spanende Handlung lesen wollen, lesen Sie dieses Buch und hören nicht auf das übergescheide Palaber des Herrn Ganter
Petronilo Pérez, Erlangen

28.01.2005 10:59:44
Bina

Ich habe mir vor dem Roman den Tipp geben lassen, ich solle zumindest die Grundregeln des Schach lernen. Dies habe ich getan und bin folglich zumindest mit den Zügen mitgekommen. Ob die Züge allerdings Sinn gemacht haben, kann ich dann doch nicht beurteilen. Aber ich finde das Buch echt klasse. Ist sehr gut geschrieben und auch der "historische" Hintergrund war gut gemacht.

18.01.2005 21:53:06
Bea

Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen! ich habe mir sogar das Schachbrett aufgestellt, dass ich das ganze besser nachvollziehen konnte, das geht dreidimensional einfach leichter! Ob der Autor nun ein guter Schachspieler, oder ein Dilletant ist, kann ich nicht beurteilen, ich habe keine Fehler festgestellt, aber ich spiele auch nicht soooo gut!
Nur, für jemand, der von Schach gar keine Ahnung hat, ist dieses Buch nur der halbe Spass!

02.11.2004 18:42:20
Erzsebet Nagy

Dieses Buch ist fantastisch! Das war mein Lieblingsroman im Jahre 2004. Schade, dass ich keine gute Schachspielerin bin.
Ich wollte meine kurze Anmerkung abschicken, aber es wurde gesagt, dass ich einen aussagekräftigen Kommentar geben soll.
Siehe: Dieses Buch ist fantastisch!
Dieses Buch ist fantastisch!
Dieses Buch ist fantastisch!
Dieses Buch ist fantastisch!
Dieses Buch ist fantastisch!
Dieses Buch ist fantastisch! usw...

04.04.2004 10:04:04
Irmgard Fischer

Faszinierende Unterhaltung für einen
verregneten Sonntag - packend einen
Spannungsbogen aufgebaut - und
Stimmungsbilder gemalt - ich kann den häftigen Kritiken nicht zustimmen -

04.08.2003 17:50:58
Dr. Roland Diel

Leider ist auch der Autor selbst kein versierter Schachspieler, sondern lediglich ein -wenngleich redlich bemühter- Dilettant, der unablässig sämtliche pseudopsychologischen Aspekte des Schachspiels einfließen lässt, wie etwa die ausgestanzt wirkenden Anmerkungen zum Schach als "Vatermord", um den (den Tod des Königs) es hier definitiv nicht geht!
Es ist schon ziemlich dreist, wie Schachmeister dargestellt werden, nämlich moralisch (der mordende homosexuelle Cesar) oder sozial (der verwahrloste Einzelgänger Munoz) verkommen; bei der Wahl seines Ghostwriters war Perez-Reverte zudem schlecht beraten. Das Fragezeichen (?) nach einem notierten Zug bedeutet bekanntlich keine Aufforderung, sondern eine Kommentierung: Dies war ein schlechter Zug!