No Escape - Insel der Toten

  • Knaur
  • Erschienen: April 2022

- Illustriert von Steffen Winkler

- Hardcover

- 208 Seiten

No Escape - Insel der Toten
No Escape - Insel der Toten
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Tom Schwichtenberg
70°

Krimi-Couch Rezension vonMai 2022

Mystery-Thriller zum Miträtseln

Millionär George McManus lädt eine illustre Runde zu einem Karibik-Ausflug auf seine Yacht ein. Doch statt entspannter Tage auf dem Luxusschiff erleben McManus und seine Gäste ein Abenteuer, das ihnen einiges abverlangt. Sie geraten in einen Sturm und stranden auf einer scheinbar verlassenen Insel. Es gibt weder Funk- noch Handynetz, dafür einen Vulkan, der auszubrechen droht. Ihre letzte Hoffnung auf Hilfe sind die Spuren zu einer ehemaligen Militärbasis am Fuß des Bergs.

Insel mit dunkler Vergangenheit

Die Truppe bestehend aus Geschäftsleuten, einem Schauspieler, einer Influencerin, der Schiffsköchin und dem Kapitän beschließt, sich aufzuteilen, um die Insel zu erkunden. Dabei treffen sie nicht nur auf Eingeborene, denen irgendetwas panische Angst eingejagt haben muss, sondern kommen dem Geheimnis der Insel auch gefährlich nahe.

Zahlenrätsel und Entscheidungen

Die Antwort auf die Frage, ob die Gestrandeten der Insel entkommen werden, hängt ganz von den Lesenden ab – denn die dürfen miträtseln und entscheiden. Alle paar Kapitel gibt es illustrierte Knobelaufgaben, meist hängen sie mit Zahlen zusammen. Außerdem haben die Lesenden immer wieder die Möglichkeit, zu entscheiden, welchen Personen sie folgen möchten. Hierbei handelt es sich aber vielmehr um die Wahl, welche Kapitel zu erst gelesen werden. Denn letztendlich sind alle Kapitel Teil der Handlung, sodass der interaktive Part vor allem aus dem Miträtseln besteht. Das ist ein bisschen schade, da zunächst die Erwartung geweckt wird, man könne tatsächlich wählen, welchen Weg man geht und nicht, dass ohnehin alle Kapitel gelesen werden müssen, um der Handlung folgen zu können.

Klischeehafte Charaktere – oder doch nicht?

Die einzelnen Schiffbrüchigen wirken auf den ersten Blick aufgrund ihrer Klischeehaftigkeit wenig interessant, fast schon platt. Der oberflächliche, naive Social Media Star, der angeberische Action Film Schauspieler, die extravaganten Wohlhabenden. Es dauert eine Weile, dann fallen jedoch langsam die Masken der einzelnen Personen und sie gewinnen an Tiefe und Individualität. Detailliert ausgearbeitet sind die Figuren immer noch nicht, aber zumindest interessanter als zu Beginn gedacht.

Auch das Erzähltempo verändert sich über die Geschichte hinweg. Während es gerade im Mittelteil Längen gibt, wartet das Ende mit einem spannenden, rasant erzählten Höhepunkt und überraschenden Details in der Auflösung auf. Diese sind mitunter makaber, reißen aber definitiv spannende Themen an.

Nicht ganz so gelungene Rätsel

Der Aufbau und die jeweiligen Erklärungen der Rätsel sind hingegen nicht immer schlüssig. Während manche Rätsel im Handumdrehen zu lösen sind, mangelt es anderen an in sich geschlossener Logik. Die Auflösungen wirken teilweise sogar wie an den Haaren herbeigezogen.

Der anschauliche Schreibstil macht das nicht wett, sind die Rätsel doch so ein elementarer Teil des Buches und vor allem des Alleinstellungsmerkmals. Die lebendige Beschreibung der Natur auf der Insel sowie ihren Gefahren lenkt jedoch durchaus von den verbesserungswürdigen Stellen ab und sorgt für ein atmosphärisches Leseerlebnis.

Fazit

Bei dem interaktiven Part des Mystery-Thrillers ist noch Luft nach oben, außerdem zieht sich die Geschichte stellenweise etwas. Dafür überzeugt sie durch ein spannendes Setting samt stimmungsvollen Beschreibungen.

No Escape - Insel der Toten

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