Four Walls - Nur ein einziger Ausweg

  • Knaur
  • Erschienen: März 2022

- Übersetzung: Karl-Heinz Ebnet

- Originaltitel: "Inside Out"

- Paperback

- 384 Seiten

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Thomas Gisbertz
82°

Krimi-Couch Rezension von Thomas Gisbertz Mär 2022

Spannender Locked-Room-Thriller aus England

Lebenslänglich für einen brutalen Doppel-Mord, den sie nicht begangen hat: Cara Lockhart scheint in einem Albtraum festzustecken. Sie wird in das Hochsicherheits-Gefängnis „High Fern“ gebracht, das als modernstes Frauen-Gefängnis Englands gilt. Hier gibt es keine Fenster, keinen Besuch, dafür High-Tech-Überwachung und ungewöhnliche Freiheiten innerhalb der Mauern. Doch was die junge Frau hier erlebt, ist ein wahrer Albtraum. Bald weiß Cara nicht mehr, wem sie trauen kann.

Locked-Room-Mystery

Doch schon wenige Tage nach ihrer Ankunft reißen die Wärter Cara mitten in der Nacht brutal aus dem Schlaf: Stephanie Barnard, ihre Zellengenossin und einzige Freundin in „High Fern“, liegt tot neben ihr auf der Pritsche - hingerichtet mit einem Kopfschuss. Die Zelle war die ganze Nacht verschlossen, auf den Überwachungskameras ist nichts zu sehen und von der Tatwaffe fehlt jede Spur - natürlich fällt der Verdacht auf Cara. Dabei ist sie sich sicher, auch in diesem Mord-Fall unschuldig zu sein. Aber wie soll sie das beweisen? Wer ist wirklich für die scheinbar unmögliche Tat verantwortlich? Und vor allem: Wer will ihr das Leben zur Hölle machen?

Meister des Suspense

Chris McGeorge hat sich in den letzten Jahren als Autor brillanter Lock-Room-Thriller einen Namen gemacht. Nach „Escape Room - Nur drei Stunden“ (2018) und „Der Tunnel - Nur einer kommt zurück“ (2020) überzeugt der junge Brite erneut mit einem spannenden und wendungsreichen Thriller um eine junge Frau in einem immer unheimlicher werdenden High-Tech-Gefängnis.

Autor Chris McGeorge studierte „Creative Writing“ an der City University London. Seinen Debütroman „Escape Room“ reichte er als Abschlussarbeit seines Studiums ein. Bereits mit seinem Erstlingswerk zeigte Chris McGeorge die Bandbreite seines Könnens. Inspiriert durch seine literarischen Vorbilder Agatha Christie und Arthur C. Doyle gelingt dem Autor auch mit seinem nun mehr dritten Thriller eine Mischung aus klassischem Whodunit und modernen Elementen.

In Großbritannien ist bereits McGeorges nächstes Werk erschienen („Half-past Tomorrow“), das diesmal kein klassischer Locked-Room-Roman ist, sondern eine Mischung aus packendem Psychothriller und Mystery-Roman um die 70-jährige Shirley, die bei einem Krankenhausradio arbeitet und auf einer geheimnisvollen Frequenz Nachrichten über Ereignisse empfängt, die erst am nächsten Tag stattfinden. Shirley hält dies zunächst für ein bloßes Missverständnis - ein falsches Datum. Aber alles, was berichtet wird, scheint wahr zu werden. Dann fängt der Moderator an, Morde zu vermelden - Morde, die genauso geschehen. Und Shirley ist die Einzige, die sie verhindern kann.

Verwinkelter Plot

Chris McGeorge ist ein Meister darin, die Leser auf eine falsche Spur zu lenken. Besonders die zahlreichen Wendungen und verwinkelten Plots machen den besonderen Reiz der Romane des jungen Briten aus. Auch diesmal gibt es eine Geschichte hinter der Geschichte. Zunächst steht die junge Cara im Mittelpunkt, die aufgrund eines bestialischen Verbrechens lebenslang im Gefängnis einsitzen muss. Die Tat hat ihr den Beinamen „Butcher“ eingebracht. Nun wird sie in „High Fern“, einem hochmodernen Gefängniskomplex, erneut eines Mordes bezichtigt, den sie nicht begangen hat - oder besser gesagt, eigentlich nicht begehen konnte.

Zunehmend rückt aber auch das Verbrechen, für das sie einst verurteilt wurde, in den Mittelpunkt des Romans. Was ist damals wirklich geschehen? Ist Cara eine geisteskranke Mörderin? Oder ist sie wirklich so unschuldig, wie sie stets beteuert? Man merkt mit jeder Seite, wie es Autor Chris McGeorge liebt, den Leser in die Irre zu führen. Bald weiß man nämlich nicht mehr, was Realität ist und was nur Schein.

Spannender Thriller

Wie immer bei McGeorge überschlagen sich am Ende die Ereignisse und erst jetzt erkennt man in seiner Ganzheit, wie clever der Roman konstruiert wurde. Zugegeben: Wer genau liest, wird schon früher Hinweise auf die Hintergründe finden, aber gewiss wird keiner auf die tatsächliche Lösung kommen - und schon gar nicht auf das, womit der Roman endet. Auch wenn der aktuelle Thriller nicht ganz an die Klasse seines Vorgängers („Der Tunnel“) heranreicht, bietet auch „Four Walls“ beste Unterhaltung und lädt zum Mitraten ein. Langweile wird garantiert nicht aufkommen.

Fazit

Chris McGeorge ist ein wahrer Meister des Locked-Room-Thrillers. Ein spannender Roman, in dem nichts ist wie es scheint. Oder vielleicht doch? Lassen Sie sich ein auf einen Thriller, der so überraschend wie spektakulär ist.

Four Walls - Nur ein einziger Ausweg

Chris McGeorge, Knaur

Four Walls - Nur ein einziger Ausweg

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