Drei Gräber

  • Goldmann
  • Erschienen: März 2022

- Übersetzung: Marie-Luise Bezzenberger

- Ein Fall für Ziba MacKenzie 2

- Originaltitel: "Nothing to Lose"

- Taschenbuch

- 400 Seiten

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Thomas Gisbertz
82°

Krimi-Couch Rezension von Thomas Gisbertz Mär 2022

Packende Fortsetzung der Ziba-MacKenzie-Reihe

Innerhalb einer Woche werden im Londoner Stadtteil Primrose Hill zwei junge Frauen erstochen aufgefunden. Scotland Yard geht von einem Serienkiller aus und schaltet die Profilerin Ziba MacKenzie ein. Doch Ziba beunruhigt etwas ganz anderes: Die beiden Frauen haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihr selbst. Nur Zufall? Der Killer geht darüber hinaus äußerst brutal vor. Den Frauen wurden zahlreiche Messerstiche zugefügt und die Gebärmutter entfernt, bevor sie erwürgt wurden. Kein Wunder, dass die Medien schnell einen Beinamen für den Täter haben: der „Hillside Slasher“. Eine Spur gibt es: Die ermordeten Frauen arbeiteten in derselben Anwaltskanzlei. Doch der Fall ist deutlich komplizierter als gedacht. MacKenzie muss ihr ganzes Können aufbieten, um den Täter zu überführen.

Suche nach Mörder

Es fällt der Profilerin schwer, sich auf den Fall des Serienkillers zu konzentrieren, denn Ziba verfolgt eigentlich eine ganz andere Spur. Endlich scheint es einen konkreten Hinweis darauf zu geben, wer ihren Ehemann Duncan, einen ehemaligen Ermittler bei Scotland Yard, vor zwei Jahren getötet hat. Sie entdeckt durch Zufall in ihrer Wohnung einen versteckten USB-Stick ihres Mannes. Darauf befinden Informationen zur „Operation Sunlight“, inklusive einiger Namen. Als Ziba daraufhin den damals zuständigen Ermittler kontaktiert, wird schnell deutlich, dass sie in ein Wespennest gestochen hat. Wie gefährlich ihre Suche nach der Wahrheit ist, erkennt sie spätestens, als auf ihren guten Freund Jack ein Anschlag verübt wird. Die Hintermänner sind mächtiger als gedacht und die Spur führt bis in die höchsten politischen Kreise.

Thrillerserie aus England

Erst Anfang des Jahres erschien in Deutschland mit „Sieben Gräber“ der erste Band der Ziba-MacKenzie-Reihe. Nun legt der Goldmann Verlag mit „Drei Opfer“ bereits den zweiten Teil nach. In Großbritannien wurde 2019 schon der dritte Band „Snakes and Ladders“ veröffentlicht. Man darf sich also auf weitere Fälle mit der cleveren Profilerin MacKenzie freuen.

Autorin Victoria Selman schrieb nach dem Studium in Moderner Geschichte und Kreativem Schreiben als Journalistin für verschiedenen Zeitungen, u.a. dem Independent. Doch Selman besitzt auch ein Faible für Kriminalistik und das Böse im Menschen. Sie ist Moderatorin des Podcasts Crime Time FM und beschäftigt sich darüber hinaus intensiv mit Profiling und Kriminalpsychologie. Ihr Romandebüt „Sieben Opfer“ stand auf der Shortlist für den britischen Dagger Award und wurde auf Anhieb ein Bestseller.

Starke Ermittlerin

Victoria Selman überzeugte bei ihrem beeindruckenden Debütroman „Sieben Opfer“ mit Dramatik, Spannung und einem cleveren Plot. Der zweite Fall der Profilerin Ziba MacKenzie steht dem Auftakt der Reihe nahezu in nichts nach. Dabei könnten die in den Romanen geschilderten Fälle nicht unterschiedlicher sein. Zwar macht die Profilerin auch diesmal Jagd auf einen Serienmörder, aber gleichzeitig rückt der unaufgeklärte Mord an ihrem Ehemann Duncan verstärkt in den Fokus.

Folglich überschlagen sich die Ereignisse innerhalb des Romans und es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen. Dies liegt aber auch an der genialen Ziba MacKenzie, einer Frau, die ambivalenter kaum sein könnte: hier die smarte, selbstbewusste Profilerin, die sich einen silbernen Porsche 911 Turbo leistet und gerne auch einmal widerspenstige Journalistinnen bei Pressekonferenzen dank ihrer guten Beobachtungs- und Kombinationsgabe vorführt, da die verletzliche junge Frau, die den Tod ihres Ehemanns nicht verkraftet hat und immer wieder droht, daran zu zerbrechen. Rückhalt gibt ihr nur Jack Wolfe, Duncans ehemals bester Freund. Gerne wäre dieser für Ziba mehr als nur das, aber auch hier schafft es MacKenzie (noch) nicht, über ihren Schatten zu springen.

Rasanter Erzählstil

Der Roman lässt sich wunderbar leicht lesen. Besonders die kurzen Kapitel unterstützen die temporeiche Handlung. Zwar wirkt die Verbindung der beiden Handlungsstränge nicht immer homogen, da Selman des Öfteren zwischen ihnen hin- und herspringt und dann wieder eine Handlungseinheit länger ausblendet, dennoch wirkt die Erzählweise insgesamt flüssig.

Fazit

VictoriaSelman gelingt erneut ein packender und gleichzeitig temporeicher Thriller, der einen nicht mehr loslässt. Wieder einmal beweist die Autorin ihr großes Gespür für besondere Figuren und einen cleveren Plot, der den Leser am Ende überraschen wird. Victoria Selman ist vielleicht eine der vielversprechendsten Autorinnen Großbritanniens und die Fälle der Ziba MacKenzie gehören ohne Zweifel zu den interessantesten Krimireihen derzeit.

Drei Gräber

Victoria Selman, Goldmann

Drei Gräber

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