Todestreue

Erschienen: Juli 2020

Bibliographische Angaben

- TB, 432 Seiten

- Bd. 3 [Martin Bauer]

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Andreas Kurth
Der sture Polizeipfarrer und die kriminellen Rocker an der Ruhr

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mär 2021

Polizeipfarrer Martin Bauer ist schon seit ein paar Monaten in Elternzeit, was er durchaus genießt. Dennoch vermisst er auch seine Arbeit im Polizeipräsidium - weshalb er sich von seiner Frau gerne bitten lässt, einem jungen Paar zu helfen. Sarah Bauer kennt die junge Türkin Yildiz seit Jahren; sie war regelmäßiger Gast im Bürgertreff, den Sarah leitet. Mittlerweile ist sie eine junge Studentin, und heimlich mit Leon Berger verlobt. Ihre traditionell denkende Familie darf nichts davon wissen - zumal Leon gerade eine Haftstrafe abgesessen hat. Und weil es Probleme gibt, bittet Sarah ihren Mann, das Gespräch mit Leon zu suchen.

Erste Begegnung wird zum Desaster

Der Pfarrer trifft den jungen Mann auf dem Gelände des Rocker-Clubs, dem er sich angeschlossen hat. Die Begegnung wird eher zu einem Desaster - nicht zuletzt weil Leon an diesem Abend als Vollmitglied in den Club aufgenommen werden soll. Als am nächsten Tag eine weibliche Leiche auf einem Schrottplatz in Duisburg-Ruhrort gefunden wird, gerät Leon Berger ins Visier der Ermittler, denn sie finden seine Fingerabdrücke am Tatort. Die junge Frau wurde offenbar auf dem Gelände des Rockerclubs getötet. Für Martin Bauer und seine Frau, vor allem aber für Yildiz, wird die Lage damit immer komplizierter.

“Ihr Verlobter trägt die Kutte nicht”, sagte Bauer. “Ich habe gerade jedenfalls keine an ihm gesehen.”

“Er will sie nicht haben. Er wird sie zurückgeben. Aber das ist wohl nicht so einfach.” Yildiz blickte wieder zu Marie. Leise ergänzte sie: “Es ist wohl alles nicht so einfach.”

Bauer hatte das Gefühl, dass Yildiz noch etwas anderes bedrückte als Leons offizielle Aufnahme bei den Death Riders.

Seine Frage war ein Schuss ins Blaue: “Möchten Sie mir etwas erzählen?”

Sie sah ihn ertappt an. Volltreffer.

Sie atmete tief ein und aus. Dann sagte sie: “Ich bin schwanger.”

Trotz seiner Elternzeit denkt Bauer nicht daran, sich aus dem Fall herauszuhalten, was ihm bei den Ermittlern um Verena Dohr nicht gerade Sympathie einbringt. Die Polizei sucht nun allerdings nicht nur den flüchtigen Leon Berger, sondern es gibt weitere Ermittlungsansätze: Die Death Riders haben sich vor einiger Zeit mit einer türkischen Gang zusammengeschlossen, und deren Führungskräfte haben jetzt offenbar mehr Einfluss im Club, als man nach außen sehen soll.

Es wird lebensbedrohlich für Bauer

Und dann gibt es da noch einen Zollbeamten, der sich als eine Art Vater-Ersatz lange um Leon gekümmert hat. Martin Bauer hat die richtige Intuition, und so spricht er mit dem ehemaligen Ziehvater, erfährt vom Bruch zwischen den beiden, weil Leon das Boot des Älteren bis in die Niederlande gefahren hat - natürlich ohne Einverständnis. Bauer geht der Spur weiter nach und landet schließlich gemeinsam mit Leon im überaus dramatischen Finale in einer lebensbedrohlichen Situation.

Leon musterte Bauer mit undurchdringlicher Miene. Dann schüttelte er erneut den Kopf. “Ich verstehe sie nicht, Mann. Wieso kümmern Sie sich nicht um ihren eigenen Scheiß?”

“Das ist mein Scheiß. Ich bin Seelsorger.”

“Aber ich bin keins von ihren Schäfchen.”

“Das entscheiden nicht sie.”

“Wer dann? Sie etwa?”

“Mein Chef.” Bauer deutete nach oben.

“Auch wenn ich das gar nicht will, und mir dieser ganze christliche Quatsch am Arsch vorbeigeht?”

“Selbst dann.”

Peter Gallert und Jörg Reiter bauen ihre Kulisse recht langsam auf: Nach dem eher zufälligen Auffinden des Mordopfers ist der Leser gespannt, wie Leon Berger mit dieser Sache in Verbindung gebracht werden kann, wird aber zunächst auf die Folter gespannt. Martin Bauer wird hier, wie schon in den früheren Bänden der Reihe, als sehr empathischer Mensch gezeichnet, aber auch als stur und prinzipienfest. Er ist als Polizeipfarrer eine recht ungewöhnliche Ermittler-Figur, besticht dabei nicht nur durch seine gute Menschenkenntnis, sondern vor allem durch seine total unkonventionellen Methoden.

Als bei den Beteiligten etliche Zweifel aufkommen und verschiedene Kulturen aufeinanderprallen, ist es an Bauer, hier für Ausgleich und Verständnis zu sorgen - mit aller Hartnäckigkeit, die er nun einmal aufbringen kann. Es geht hier um Liebe, Vertrauen, Traditionen, Ehre, kriminelle Energie, übertriebenen Ehrgeiz, mangelndes Selbstvertrauen - das Autoren-Duo hat so einiges an Emotionen in den Roman verpackt, der von Beginn an einen großen Sog entwickelt, auch wenn die Spannung sich eher unterschwellig hält und nur zuweilen dominant wird.

Fazit

Nach ihrem kurzen Ausflug zu einem anderen Verlag und in die Hauptstadt als Schauplatz sind Peter Gallert und Jörg Reiter jetzt wieder bei ihrem bodenständigen Ruhrgebietspfarrer - und das ist gut so. Mit ihrem überaus sympathischen Protagonisten und vor allem mit ihrem süffigen Schreibstil glänzen sie vor der authentischen Kulisse in Duisburg-Ruhrort mit guten Dialogen, vielen Emotionen und einer spannenden Geschichte. Wenn die unterhaltsame Reihe jetzt noch mit Peter Lohmeyer in der Rolle von Martin Bauer verfilmt wird, wäre das Glück der Fans - mich eingeschlossen - perfekt.

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