Der Abstinent

Erscheint vsl.: April 2021

Bibliographische Angaben

- OT: The Abstainer

- aus dem Englischen von Jan Schönherr

- HC, 336 Seiten

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Manchester, 1867. Im Morgengrauen hängen die Rebellen. Die englische Polizei wirft ihnen vor, die 'Fenians', irische Unabhängigkeitskämpfer, zu unterstützen. Eine gefährliche Machtgeste seines Vorgesetzten, findet Constable James O'Connor, der gerade aus Dublin nach Manchester versetzt wurde. Einst hieß es, er sei der klügste Mann der Stadt gewesen. Das war, bevor er seine Frau verlor, bevor er sich dem Whiskey hingab. Mittlerweile rührt er keinen Tropfen mehr an. Doch jetzt sinnen die 'Fenians' nach Rache. Der Kriegsveteran Stephen Doyle, amerikanischer Ire und vom Kämpfen besessen, heftet sich an O'Connors Fersen. Ein Kampf beginnt, der O'Connor tief hineinzieht in einen Strudel aus Verrat, Schuld und Gewalt.

Der Abstinent

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Letzte Kommentare:
08.04.2021 13:33:37
Esel

Spannendes, aktuelles, historisches Thema

Dass es zwischen Irland und England nicht immer einfach ist, habe ich gewusst. Gerade mit dem Brexit wird das ja wieder aktueller. Was ich jedoch nicht wusste, ist wie lange dieser Konflikt schon schwellt.
Das Buch handelt Mitte des 19. Jahrhunderts in Manchester. Dort wurden drei Männer dafür gehängt in ihrem Kampf für Irland gegen England einen Polizisten ermordet zu haben. Nun fürchten sich die Ordnungshüter Manchesters vor einer Racheaktion. Mittendrin ist James O’Connor. Der Polizist bekommt in England eine zweite Chance nachdem er in seiner irischen Heimat den Tod seiner Frau nicht überwand und im Dienst trank. Doch als Ire hat er es gerade in diesen Zeiten in Manchester nicht leicht. Er muss gegen Ablehnung und Widerstand seiner Kollegen kämpfen, während er die Spitzel der Stadt aushorcht und sich in ein gefährliches Spiel zwischen Terror und Nationalstolz begibt, indem jeder Fehler bestraft wird.
Ich fand das Thema dieses Buches sehr spannend. Nicht nur, weil mir dieser Teil der europäischen Geschichte nicht bekannt war, sondern auch weil es spannende Parallelen zur Gegenwart zeigt: Der Nordirlandkonflikt liegt noch nicht so lange zurück und Terror war in den vergangenen Jahren sehr aktuell. Das Buch macht deutlich, was es damals schon gab und was sich geändert hat.
Durch den Tausch der Erzählenden im Buch kommt Spannung auf. Gleichzeitig macht es auch die verschiedenen Positionen und Überlegungen deutlich. So lernt der Leser beide Seiten des Konflikts kennen und bekommt ein ganzheitlicheres Bild. Mir gefällt sehr gut, wie sich die verschiedenen Entscheidungen verschiedener Mensch verstricken und so am Ende das Drama entsteht, das das Buch unterhaltsam macht.
Nur das Ende war leider schwach. Entweder wusste der Autor nicht so recht, wie er zu einem fesselnden Schlusspunkt kommen soll oder er wollte bewusst die moralischen Gesichtspunkt betonen. Was auch immer, ich wurde damit nicht überzeugt. Die letzten hundert Seiten waren mir zu ereignislos und grüblerisch. Kein Vergleich zu Geschehen, Wendungen und Atmosphäre zuvor. Leider.

08.04.2021 12:45:08
Leserin

O'Connor vs Doyle

„Neun Monate sind inzwischen vergangen, seit er aus Dublin hierher versetzt wurde, und er hat sich an die Sitten seiner englischen Kollegen gewöhnt. Ständig machen sie ihre Witze, sticheln, lassen nichts unversucht, um ihn zu provozieren. Oberflächlich sind sie freundlich, aber hinter dem Grinsen und Gelächter spürt er Misstrauen. “

1867, Manchester:
Ein Polizist wird ermordet- es werden drei irische Rebellen hingerichtet, deren Ziel es war, der englischen Fremdherrschaft den Garaus zu machen. Der britisch – irische Konflikt hat spätestens seit der katastrophalen „Great Famine“ seinen Höhepunkt erreicht. Die Briten fürchten die Rache der Fenier. Constable James O’Connor aus Dublin soll als Kenner der Szene Licht in’s Dunkel von Manchester bringen. Seit dem Tod seiner Frau ist er trockener Alkoholiker, doch er ist stark rückfallgefährdet. Die Bigotterie der Engländer überrascht ihn nicht wirklich, doch nie hätte er damit gerechnet, dass ausgerechnet der amerikanische Ire (und Kriegsveteran) Stephen Doyle sein ärgster Feind werden würde…

„Der Abstinent“ ist ein unheimlich spannender historischer Roman; die Beschreibungen des Autors sind plastisch und eindringlich, er beschwört den Dreck & den Gestank einer Industriestadt im neunzehnten Jahrhundert herauf. „Noir“ in Reinform! Die Erzählweise ist ruhig und reduziert, und doch gelingt es McGuire, in wenigen Worten eine beklemmende und düstere Atmosphäre zu evozieren. Obwohl er mit seinem Krimi keine akkurate Chronik der „Troubles“ präsentiert, gelingt es ihm, die kriegsähnlichen Zustände präzise abzubilden, ohne in Schwarzweißmalerei zu verfallen. O`Connor setzt Spitzel ein, um die irische Community auszuhorchen, er möchte für Recht und Ordnung sorgen, glaubt er an die Gültigkeit von Gesetzen?
Strebt Stephen Doyle wirklich nach Gerechtigkeit, oder ist das Töten seit seiner Teilnahme am Amerikanischen Bürgerkrieg schlicht eine Selbstverständlichkeit für ihn?
Loyalität und Verrat, Armut, Perspektivlosigkeit, toxische Männlichkeit, Schuld & Sühne: Ian McGuires Roman ist kein “Stoff“ für Zwischendurch und erst recht keine Wohlfühllektüre.
Der Autor präsentiert mit „Der Abstinent“ ein packendes Psychogramm und einen lesenswerten historischen Thriller mit einem überraschenden Ende. Trotz gewisser Längen in der Erzählung habe ich den Krimi regelrecht „verschlungen“.

05.04.2021 16:20:33
cosmea

Ein nicht enden wollender Konflikt
Ian McGuires Roman „Der Abstinent“ spielt in England im Jahr 1867. Der irische Polizist James O´Connor wurde auf Grund seines für seine Dienststelle in Dublin untragbaren Fehlverhaltens nach Manchester versetzt. Er hatte zuerst seinen kleinen Sohn, dann seine Frau Catherine verloren und war zum Alkoholiker geworden. In Manchester soll er Kontakt zu Spitzeln halten, die die Fenians, die Kämpfer für die irische Unabhängigkeit ausspionieren, um so möglichst blutige Attentate zu verhindern. Als Auftakt wird dem Leser die grausame Hinrichtung von drei Freiheitskämpfern geboten, die den Tod eines Polizisten verschuldet hatten. Wie O´Connor zu Recht vermutet, werden die Hingerichteten als Märtyrer verehrt und ihr Tod kann nur weitere Gräueltaten nach sich ziehen. Die englische Polizei erwartet einen amerikanischen Bürgerkriegsveteran mit irischen Wurzeln, der die Fenians vor Ort unterstützen soll. Stephen Doyle, ein grausamer Killer, wird zu O´Connors gefährlichem Gegenspieler.
Die Romanhandlung zeigt die stetige Eskalation dieses anscheinend unlösbaren Konflikts, der noch ein Jahrhundert später während der Troubles genannten bürgerkriegsähnlichen Unruhen blutig fortgeführt wird. O´Connor wird zunehmend zur Zielscheibe. Als Ire war er nie wirklich in die Truppe integriert. Man begegnet ihm mit Ablehnung und Misstrauen und beschimpft ihn bei Fehlschlägen gern als Verräter, denn als Ire muss er ja wohl mit den Fenians sympathisieren. Am Ende macht er sich auf eigene Faust auf die Suche nach Doyle und gerät in große Gefahr. Das Ende kam für mich überraschend, und ich empfand es nicht als befriedigend. Dennoch ist dieser Rachethriller eine spannende Lektüre, die ich empfehlen kann. Der Roman ist so aufgebaut, dass eine Hollywood--Verfilmung nicht lange auf sich warten lassen wird.

BEHIND THE DOOR
Der Raum. Die Tat. Das Rätsel.

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