Die treue Freundin

Erschienen: Dezember 2020

Bibliographische Angaben

- OT: The Stranger Inside

- aus dem Englischen von Anke Angela Grube

- TB, 512 Seiten

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Carola Krauße-Reim
Eine gute Geschichte wird weniger gut erzählt

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jan 2021

Die Amerikanerin Lisa Unger liefert in schöner Regelmäßigkeit Thriller ab. Dieses Mal hat sie sich an ein sehr diffiziles Thema gewagt: Die Folgen einer schweren Traumatisierung in der Kindheit.

Lahrain kommt mit schweren Selbstvorwürfen davon

Tess, Lahrain und Hank sind beste Freunde. Die 12-Jährigen gehen durch Dick und Dünn - was Hank zum Verhängnis wird, der den beiden Mädchen zu Hilfe eilt, als sie von einem Mann und dessen Hund angegangen werden. Hank und Tess werden entführt, Lahrain kann sich verstecken und entkommt. Die Schuldgefühle, ihre Freunde im Stich gelassen zu haben, sitzen tief.

Heute ist sie Journalistin, verheiratet und hat eine kleine Tochter. Als ein Mord geschieht, bei dem das Opfer ein freigesprochener Täter war, klingeln bei ihr die Alarmglocken - denn auch der Peiniger ihrer Freunde und einige andere davongekommene Täter sind getötet worden. Sie beginnt Nachforschungen, die für sie und ihre Familie Folgen haben ...

Rain – Mutter oder Journalistin – oder doch beides?

Unger schafft eine gute Figurenzeichnung: Die Nebencharaktere, wie Freundin Gillian oder Lahrains Vater, sind genau so glaubwürdig wie die Protagonisten: Hank, inzwischen Psychiater, hat die Erlebnisse während der Entführung noch nicht endgültig verarbeiten können. Greg, der liebevolle Vater und etwas gestresste Ehemann, ist zwischen Familie und Job hin und her gerissen; er gibt alles und ist doch nach vier Stunden allein mit Tochter Lily völlig K.O. - welche Mutter kennt das nicht vom Vater ihres Kindes? Rain (wie sich Lahrain jetzt nennt) ist zwar gerne Mutter, aber trotzdem fehlt ihr der Beruf und die damit verbundene Anerkennung. Leider leidet die Geschichte zunehmend an dieser Tatsache: Vernachlässige ich mein Kind, wenn ich arbeite oder vernachlässige ich mich als Individuum, wenn ich es nicht tue – darum dreht sich gefühlt alles in diesem Buch. Der eigentliche Thriller erstickt in banalen und ausgeweiteten Dialogen über dieses Thema. Wer will schon von Stillproblemen oder Spielplatzrivalitäten lesen, wenn er einen Thriller erwartet? Dass die Geschichte dann trotzdem noch einigermaßen die Kurve bekommt, liegt an dem vielschichtigen Charakter von Rain, die ganz offensichtlich ein gut gehütetes Geheimnis hat und deren dunklere Seiten erst nach und nach ans Licht kommen.

Die Spannung hält nicht lange an

Es ist schnell klar, dass sich hinter dem Mord am freigesprochenen Laney Markham mehr verbergen muss; ganz offensichtlich gibt es eine Verbindung zu Rains Vergangenheit. Als dann der Täter das erste Mal im Buch selbst zu Wort kommt und seine Geschichte in der Ich-Form erzählt, wird es richtig spannend. Doch dieses Gefühl währt nicht lange, denn nach kürzester Zeit enttarnt sich der Täter explizit selbst. Dieses Wissen kommt für den Leser viel zu früh, denn jetzt ist die Kernfrage geklärt; selbst das Warum ist gelöst und so plätschert der restliche Thriller so vor sich hin. Die Dialoge sind ebenso anspruchslos wie der Schreibstil, die Logikfehler häufen sich und nur wenige Wendungen bringen etwas kurz währenden Pepp in die Langeweile. Das Finale ist dann so abstrus konstruiert, dass es irgendwie gar keinen Spaß mehr macht, und der eigentliche Schluss so unglaubwürdig und in Harmonie-rosa eingefärbt, dass er zwar zum Rest passt, aber eigentlich enttäuschend ist.

Fazit

Traumata aus der Kindheit und ein Racheengel  – das sind Themen, aus denen ein spannender Thriller gemacht werden kann. Doch Lisa Unger verpasst diese Chance und lässt die Geschichte in Banalität und Unglaubwürdigkeit versinken. Die frühe Enttarnung des Mörders nimmt dann auch noch den letzten Funken Spannung raus. Die treue Freundin kann man lesen - muss man aber nicht, denn sobald man die letzte Seite hinter sich hat, denkt man: „Aha, die haben also doch noch alle die Kurve gekriegt“, legt das Buch weg und hat es vergessen.

Die treue Freundin

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Letzte Kommentare:
27.12.2020 20:14:22
gerlisch

Der Wald ihrer Vergangenheit
Rain Winter ist Jorunalistin in Babypause. Durch einen burtalen Mord wird sie wieder an ihre Vergangenheit als 12jährige erinnert. Damals wurden sie und ihre beiden Freunde von einem Psychopathen attakiert, was ihre Freundin Tess nicht überlebte.

Das Buch punktet mit einem flüssigen und angenehmen Schreibstil. Den Plot fand ich anfangs sehr spannend, so ist die Story aus zwei verschiedenen Perspektiven geschrieben. Zum einen aus Sicht von Rain und zum anderen aus der Perspektive des Täters als Ich-Erzähler. Allerdings wurde mein Lesefluss von Belanglosigkeiten und unnötig in die Länge gezogenen Dialogen gebremst. Die Thriller-Elemente fehlten mir teilweise bei diesem Buch, doch das psychologische Thema war sehr interessant dargestellt und regt zum Nachdenken an.

Leider verliefen einige Spuren ohne genauere Erklärungen im Sande, sodass ich mich beim Lesen fragte, wofür war das jetzt wichtig? Die Autorin ließ zum Schluss einige Fragen offen und mich als Leser nicht überzeugt zurück. Schade, denn ich hatte mir anhand des Klappentextes mehr erhofft.

BEHIND THE DOOR
Der Raum. Die Tat. Das Rätsel.

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