Verschollen in Palma

Erschienen: Juli 2020

Bibliographische Angaben

- aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt

- Broschur, 415 Seiten

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Brigitte Grahl
Die Sonneninsel Mallorca in schwedische Schwermut getaucht

Buch-Rezension von Brigitte Grahl Nov 2020

„Das Zentrum sollte ein Bild des neuen, progressiven Mallorcas bieten, wo wir uns nicht nur sonnen und besaufen, Drogen nehmen und herumvögeln …“

Ein typischer Schwedenkrimi ist düster – das ändert sich auch nicht, wenn er tief im Süden auf einer Insel spielt, die für Sonne und Urlaubsstimmung bekannt ist. Mons Kallentoft ist Schwede und lebt auf Mallorca. Sein Krimi Verschollen in Palma zeichnet ein durchgehend düsteres, grimmiges Bild von der Urlaubsinsel. Die Touristen bekommen nur die Sonnenseite Mallorcas zu sehen: Strände, Clubs, Parties, Boutiquen, schicke Villen. Mons Kallentofts Protagonist nimmt uns mit auf die Schattenseite: in die Elendsviertel, mit Kriminalität, Drogen und Prostitution und zur dunklen Seite der Oberschicht, zu Korruption und moralischer Verkommenheit.

Verbissene Suche nach der verschwundenen Tochter

Monk Kallenbergs neuer Held Tim Blanck ist ein Schwede, der auf Mallorca gestrandet ist. Seit seine 16-jährige Tochter Emme hier vor drei Jahren im Urlaub spurlos verschwunden ist, sucht Blanck sie auf eigene Faust. In Schweden war er Polizist; jetzt finanziert er sein Leben und seine Suche nach Emme als Ermittler bei einer Versicherungsgesellschaft, als Mann fürs Grobe. Seine Frau Rebecka hat sich von ihm getrennt. Er liebt sie zwar immer noch, aber sie haben sich entfremdet. Während sie ein neues Leben mit einem anderen Mann lebt, klammert sich Tim Blanck verbissen an die Vergangenheit.

Gewöhnungsbedürftiger Stil

Das Getriebene setzt Mons Kallenberg auch stilistisch um: Mitten im Text wechseln Ort, Zeit und Erzähler. Mal ist es eine Rückerinnerung, mal die Erzählperspektive einer anderen Person, mal ein innerer Monolog. Das passiert unvermittelt und oft bemerkt der Leser das erst nach einigen Sätzen, wo und bei wem er sich gerade befindet - ein gewöhnungsbedürftiger Stil, der besser zu einem Film als zu einem Buch passt und beim Lesen für Irritation sorgt.

Aus diesen Fetzen setzt sich für den Leser im Laufe der Handlung langsam ein Bild von Blanck und dem, was mit Emme geschehen ist, zusammen. Bis zur „Vollendung“, die mit der Auflösung seines offiziellen Falles zusammenfällt, ist es ein langer Weg. Das erste Drittel begleiten wir den traurigen Helden auf seiner Suche durch die „Hinterhöfe“ von Palma, bis der Mord an einem Gigolo, den Tim Blanck beschatten sollte, die Krimihandlung in Gang setzt. Dann nimmt die Spannung langsam Fahrt auf, bis sie am Ende doch noch den Puls in die Höhe treibt und es blutig wird. Der eigenwillige Stil bremst leider eher Spannung und Tempo aus, statt sie zu fördern.

Auftakt zu einer neuen Reihe mit Tim Blanck?  

„Wen sehe ich da? Ist das Tim Blanck? Emmes Vater, Rebeckas Ex-Ehemann? Ist es der Privatdetektiv? Der einsame Mann auf Mallorca? Er will keine Antwort haben. Denn was soll er mit ihr anstellen, wenn er sie bekommt? Es gibt nur eine Antwort, und die heißt Emme finden und ihr wieder ins normale Leben helfen. Aber danach. Was gibt es noch für den Mann im Spiegel?“

Die Hauptfigur Tim Blanck ist so kaputt, dass es schwerfällt, sich mit ihm zu identifizieren; ich bin mit ihm nicht warmgeworden. Mons Kallenberg ist mit seiner Zack-Herry-Reihe bekannt geworden. Es wird sich zeigen, ob er mit einer Tim-Blanck-Reihe genauso erfolgreich sein wird oder ob Verschollen in Palma ein Solo bleibt. Es findet sich eigentlich kein Punkt zum Anknüpfen für eine Fortsetzung. Das Schicksal von Blancks Tochter klärt sich am Ende, der müde Held kehrt zurück nach Schweden und in sein neues altes Leben. Es war eine düstere, traurige und brutale Reise für den Helden und den Leser.

Fazit

Keinesfalls eine Empfehlung für den Urlaub im sonnigen Süden. Eher ein Trost für Daheimgebliebene, dass es woanders noch viel schlimmer ist.

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