Frostgrab

Erschienen: Oktober 2020

Bibliographische Angaben

- OT: Shiver

- aus dem Englischen von Jürgen Bürger

- Broschur, 320 Seiten

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Carola Krauße-Reim
Vielleicht etwas für Snowboard-Fans

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Feb 2021

Allie Reynolds war professionelle Snowboarderin, und mit Platzierungen unter den ersten zehn der Weltrangliste auch ziemlich erfolgreich. 2003 zog sie an die Westküste Australiens und tauschte das Snowboard gegen ein Surfbrett.  Frostgrab ist ihr erster Thriller, der zweite ist schon in Arbeit.

Locked-Room-Mystery in den französischen Alpen

Milla trifft nach zehn Jahren ihre alte Clique wieder, zu der sie seit damals keinen Kontakt hatte. Bis auf Heather sind alle ehemalige professionelle Snowboarder, die nun gemeinsam ein Wochenende auf einer hochgelegenen Bergstation verbringen wollen. Doch die Stimmung ist angespannt - denn vor zehn Jahren verschwand an gleicher Stelle ein weiteres Mitglied der Gruppe: Saskia, die ehrgeizigste von allen. Was mit ihr geschah ist immer noch nicht geklärt. Jeder der Anwesenden trägt ein gut gehütetes Geheimnis mit sich herum, und als sich herausstellt, dass sie alleine auf dem Berg sind, die Seilbahn nicht mehr geht und sie keinen Kontakt zur Außenwelt aufnehmen können, ist Milla klar, dass sie in einer Falle sitzen und alles mit Saskias Verschwinden zu tun haben muss. Mit dieser Konstellation erschafft Reynolds ein typisches Locked-Room-Rätsel - auch wenn der Raum hier mit einer ganzen Bergstation etwas größer geraten ist. Dennoch ist kein Entkommen möglich, und nur eine ganz begrenzte Anzahl an Beteiligten kann hinter all den merkwürdigen Vorkommnissen stecken. Keiner weiß, wer der Gastgeber ist, und was als Spiel angekündigt war wird bald blutiger Ernst: Denn die Handys sind spurlos verschwunden, der Strom kommt und geht, Saskias Parfüm ist allerorts zu riechen - und dann verschwindet einer der Gruppe spurlos.

Ehrgeiz und Beziehungskisten dominieren das Geschehen

Eigentlich sind das beste Voraussetzungen für knisternde Spannung von Anfang bis Ende; doch die ist nur nach dem Prolog zu erahnen und verabschiedet sich danach auf Nimmerwiedersehen. Reynolds verliert sich in ihrer Begeisterung für das Snowboarden und vor allem für die Wettkämpfe in der Halfpipe. Ständig schleudert sie dem Leser Begriffe entgegen, die nur ein Kenner wissen kann: 7:20er, Crippler, Haakon-Flip, 9er ... dürften jedem Nicht-Snowboarder Rätsel aufgeben und sind auf Dauer einfach langweilig. Wenn dann der Rest der Handlung (bis auf wenige Wendungen) fast nur aus Beziehungskisten besteht, ist das Interesse am allerletzten Fitzelchen Thriller bald verloren. Natürlich ist das Beziehungsgeflecht gerade bei einer so begrenzten Personenzahl wichtig, doch Zwischenmenschliches lässt sich auch anders darstellen und besteht aus mehr als der Tatsache, wer mit wem ins Bett ging und geht. Das Snowboard-Stories und Bettgeflüster kann man auf zwei Zeitebenen genießen – vor 10 Jahren, als sich die Gruppe fand und Saskia verschwand; und heute, wenn die Clique wieder zusammenkommt. Beide Sequenzen werden aus Millas Sicht geschildert. Gerade aus dieser begrenzten Betrachtungsweise wäre eine genaue und differenzierte Figurenzeichnung wichtig gewesen, doch die bleibt in der Charakterisierung in groben Zügen hängen: Alle waren Gegner, die halsbrecherisch und ohne Rücksicht auf Verluste gewinnen wollten. In diesem Zusammenhang werden die Marken der Klamotten und der Energydrinks so enervierend oft genannt, dass man sich fragt, ob hier immer noch gesponsert wird. Reynolds glorifiziert die Wettkämpfer als harte Jungs und Mädels, die für ihren Sport das Leben riskieren und im Après-Ski gerne einen kippen, bevor sie mit jemanden auf das Zimmer verschwinden – das war‘s. Heute haben alle der Gruppe etwas zu verbergen und jeder misstraut jedem, aber die Grundkonstellation der Charaktere hat keine Entwicklung erfahren - was allerdings noch einmal der Spannung Vorschub geleistet hätte.

Was ist vor 10 Jahren geschehen?

Diese Frage steht natürlich die ganze Zeit im Raum, denn Saskia ist bis heute verschwunden. Nach und nach kommt heraus, was jeder an diesem Tag gemacht hat, was bisher verschwiegen wurde und wer seitdem mit welchen Schuldgefühlen herumläuft. Und langsam fragen sich alle, ob Saskia vielleicht noch lebt? Doch die Antwort auf diese Frage wird so abstrus und unlogisch beantwortet und der Thriller mit einem ebensolchen Schluss beendet, dass man diesem nur attestieren kann, zum Rest zu passen – ich sage nur Snowboard und Beziehungskisten!

Fazit

Allie Reynolds konzipierte ihr Debüt Frostgrab als Locked-Room-Mystery. Damit hat sie versucht, in die große Fußstapfen von Agatha Christie, John Dickson Carr und Edgar Alla Poe zu treten - doch das ging gehörig daneben: Die Handlung ist ebenso simpel wie der Schreibstil und die Spannung kaum wahrzunehmen. Hoffentlich muss der Leser diese Konstellation nicht auch beim nächsten Werk der Autorin ertragen, wenn vielleicht das Snowboard gegen ein Surfbrett ausgetauscht wird.

Frostgrab

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Letzte Kommentare:
15.01.2021 21:00:39
gerlisch

Tödliche Freundschaft

Nach 10 Jahren trifft sich Milla mit ihrer Snowboard-Clique von früher in einer einsamen Lodge in den französischen Alpen. Niemand sonst scheint anwesend zu sein, doch schon bald beginnt ein übles Psychospiel.

Die Charaktere sind vielschichtig und interessant dargestellt. Jeder hat sein Geheimnis und trägt Schuldgefühle mit sich herum. Die Handlung wird aus der Sicht von Milla als Ich-Erzählerin dargestellt. So versucht sie teilweise im Alleingang zu ergründen warum sie alle ohne Handys und funktionierendem Skilift in der Lodge festsitzen. Was ist damals vor 10 Jahren passiert, wer will sich rächen? So sucht sie bei jedem nach Antworten und verdächtigt jeden auf die ein oder andere Weise. Doch ist sie ganz unschuldig? Hier gelingt es der Autorin sehr schön bei jeder Person gewisse Zweifel zu säen.

Die Story wechselt aus der Gegenwart immer mal wieder in den Winter vor 10 Jahren zurück und nach und nach fügt sich ein Puzzleteil nach dem anderen zusammen. Das hin- und herswitchen ist so geschickt gewählt, dass sich hier die Spannung gut aufbauen kann und man unbedingt weiterlesen möchte.

Die vielen Snowboarding-Fachbegriffe sind etwas gewöhnungsbedürftig, beeinträchtigen das Lesevergnügen aber nicht.

Was den Täter angeht, fand ich die Auflösung etwas vorhersehbar, die Hintergründe waren aber durchaus schockierend.

Hier ist der Autorin ein gutes Thriller-Debüt gelungen, gerne mehr.

05.01.2021 22:30:38
Petra Sch.

Eiskaltes tödliches Spiel auf dem Gletscher

Kurz zum Inhalt:
Milla, Curtis, Brent, Dale und Heather werden auf den Französischen Gletscher eingeladen, wo sich die ehem. Freunde aus der Snowboard-Clique vor 10 Jahren zum ersten Mal wieder treffen. Seitdem hatten die 5 Briten keinen Kontakt mehr, denn eine Tragödie- das spurlose Verschwinden von Saskia, Curtis Schwester- hat sie damals auseinandergebracht und einige Karrieren beendet.
Doch das Treffen entwickelt sich zu einem tödlichen Psycho-Spiel: die Handys verschwinden, die Seilbahn steht still, der Strom fällt zeitweise aus. Bis plötzlich einer von ihnen tot ist.
Wenn sie nicht ihre Geheimnisse von damals offenbaren, werden sie alle sterben...

Meine Meinung:
Das Debüt von Allie Reynolds hat mich fesseln können, auch wenn es mich nicht in allen Belangen überzeugen konnte.
Das Setting auf dem Gletscher ist sehr schön gewählt und auch die Beschreibungen innerhalb als auch außerhalb des Panoramagebäudes waren detailreich, so dass ich mir alles vor meinem inneren Auge vorstellen und den Sturm spüren konnte.

Es wird abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit vor 10 Jahren jeweils in ich-Form aus Sicht von Milla erzählt, sodass sich das ganze Bild erst nach und nach zusammensetzt. So lernt man auch alle handelnden Personen erst peu à peu sowie die Gruppendynamik und die Zusammenhänge zwischen den Personen genauer kennen.
Als Jugendliche waren mir fast alle nicht sehr sympathisch, vor allem Milla ging mir mit ihrem Verhalten, das ich oft nicht nachvollziehen konnte, sehr auf die Nerven. Saskia sowieso - kein Wunder, dass alle verdächtig sind.
Da alle bis auf Heather Snowboard Profis waren, kamen natürlich viele Ausdrücke aus der Branche vor, ohne jedoch genauer beschrieben zu werden. Was ich gut fand, denn sonst hätte es die Geschichte zäh gemacht - wer Genaueres über die Snowboard Tricks wissen will, kann ja nachschlagen.
In der Gegenwart spürt man die Bedrückung und die Angst der Personen. Anfangs hat man noch keine Ahnung, warum die Fünf dort oben festgehalten werden. Doch nach und nach erkennt man, dass es mit dem Drama von vor 10 Jahren zusammenhängt. Wer wohl an Saskias Verschwinden und/oder Tod Schuld ist? Das will der Täter wohl herausfinden, und auch als Leser rätselt man mit und hat immer wieder jemand anderen vor Augen.
Auch wer derjenige ist, der die Fünf festhält, ist lange Zeit unklar, auch wenn ich es mir ab ca. der Hälfte des Buches denken konnte. Trotzdem hab ich gebannt an der spannenden Geschichte gehangen und war gefesselt bis zu letzten Seite.
Die Aufklärung über Saskias Verschwinden fand ich überraschend, faszinierend, traurig und nachvollziehbar. Damit hat die Autorin bei mir gepunktet.

Fazit:
Spannendes Debüt in klirrender Kälte mit rasantem Showdown und kleinen Schwächen.

03.01.2021 10:21:30
buecherwurm1310

Vor zehn Jahren ist etwas geschehen, dass eine Gruppe Snowboarder auseinandergebracht hat. Milla, eine von ihnen, wollte eigentlich nie mehr auf den Gletscher in den französischen Alpen, wo die Tragödie geschah, doch nun trifft sie ihre alten Freunde wieder. Doch schnell entwickelt sich das Treffen zu einem erbarmungslosen Psychospiel. Die Handys verschwinden und sie sind von der Außenwelt abgeschnitten. Es kommt zu Misstrauen und Verdächtigungen und dann ist einer von ihnen tot.
Es braucht eine Weile bis diese Geschichte, die auf zwei zeitebenen erzählt wird, Fahrt aufnimmt. Sie ist flüssig zu lesen und die Gegend ist sehr schön beschrieben. Ich habe dabei viel übers Snowboarden erfahren, was mich aber nicht ganz so interessiert hat.
Die Charaktere sind ganz gut beschrieben, hätten aber durchaus ein wenig mehr Tiefe vertragen können. Eigentlich war mir niemand von den Freunden sympathisch, auch Milla nicht. Ihr Ehrgeiz und egoistisches Verhalten brachten manches Mal andere in Gefahr. Sportler, die es zu etwas bringen wollen, sind von ihren Sponsoren abhängig, daher wird im Wettkampf mit harten Bandagen gekämpft. So konnte es zu dem Vorfall vor zehn Jahren kommen, aber nun soll die Wahrheit darüber ausgesprochen werden. Man spürt das Misstrauen untereinander, denn jeder hat wohl etwas zu verbergen.
Das Setting, dass eine Gruppe von der Außenwelt abtgeschnitten ist und ein Mörder unterwegs ist, hat es schon oft gegeben. Es ist sehr schnell klar, dass sich alles um Saskia dreht. Wer wird dieses Psychospiel überleben und was ist seinerzeit wirklich geschehen? Was sich hier am Ende offenbart, ist sehr tragisch.
Ein interessanter Thriller, der aber wenig Überraschung bot.

14.12.2020 11:44:12
Miss Marple

Von der Vergangenheit eingeholt

Nach zehn Jahren trifft Milla ihre ehemalige Clique wieder. Jedoch entwickelt sich das Wiedersehen für alle nicht wie erwartet. Milla und ihre Snowboard-Freunde werden von ihrer Vergangenheit eingeholt, denn schnell stellt sich die Frage, ob Saskias damaliger tragischer Tod wirklich ein Unfall war. Geheime Botschaften, verschwundene Handys, nicht funktionierende Seilbahnen und der erste Tote. Von der Umwelt abgeschnitten, wird die einsame Lodge schnell zur Mausefalle.
Schon nach wenigen Seiten merkt der Krimi-Fan beim Aufbau der ganzen Szenerie natürlich Ähnlichkeiten zu bekannten Klassikern. Trotzdem bietet das Debüt der Autorin spannende Unterhaltung. Bei der Schilderung der technischen Details des Snowboard-Fahrens wäre weniger mehr gewesen. Das ist vielleicht nicht für jeden Leser so interessant. Die Geschichte an sich entwickelt sich langsam und nimmt gegen Ende richtig Fahrt auf. Sie ist nicht schlecht, erinnert jedoch sehr an Bekanntes.

12.12.2020 18:20:26
Annabell95

Vor 10 Jahren ist die Snowboarderin Saskia verschwunden. Heute treffen sich Milla und ihre damalige Clique auf der einsamen Lodge in den französischen Alpen wieder, wo sie damals schon trainiert haben. Sie alle haben eine Einladung dort hinbekommen. Doch was als harmloses Wiedersehen aussehen sollte, entpuppt sich auf einmal zu einem Psychospiel. Die Handys verschwinden und die Seilbahn steht auf einmal still. Jeder hat etwas zu verbergen...

Ich konnte mit diesem Buch absolut nicht warm werden. Der Schreibstil war zwar angenehm zu lesen, aber bei mir konnte sich einfach keine Spannung aufbauen. Vermutlich lag es an den ausschweifenden Beschreibungen bezüglich dem Snowboardsport. Manche Fachbegriffe waren für mich als Laien nicht so wirklich verständlich. Es war zwar ganz interessant über die Härte dieses Sports zu erfahren, den Konkurrenzkampf und den Kampf um die Sponsoren, doch nach einer gewissen Zeit wurde es mir zu viel. Dadurch wurden viele Passagen für mich sehr langatmig und ich musste mit dem Lesen kämpfen.

Die Handlung bestand aus zwei Erzählsträngen, die Gegenwart und die Vergangenheit, was mir ganz gut gefallen hat, denn das hat ein wenig Abwechslung gebracht. Allerdings konnte ich mich mit der ICH-Erzählperspektive nicht anfreunden.

Die Charaktere waren mir zu flach. Ich konnte keine Verbindung zu ihnen aufbauen. Außerdem war ihr Verhalten recht kindisch, grade im Vergangenheitsstrang zwischen Milla und Saskia, die sich Streiche spielten wie Kinder. Die Stimmung zwischen den Protagonisten war sehr negativ und angespannt.

Schön fand ich auf jeden Fall das Ambiente, die winterliche Landschaft.

Mein Fazit:
"Frostgrab" konnte mich absolut nicht begeistern.

21.11.2020 13:11:47
Kerstin

Frostgrab ein Snowboard-Thriller.
Die Autorin hat es geschafft mit ihrem ersten Buch die Spannung über die ganzen 400 Seiten aufrecht zu erhalten. In kurzen Kapitel wechselt immer wieder die Perspektive zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit und alles dreht sich nur um eins was ist damals vor 10 Jahren bei dem Brit-Open passiert.

Das Buch hat mich absolut gefesselt, jedoch kann man sich wirklich mit kaum einem der Personen anfreunden, weil irgendwie sind alle gemein oder wenn man es so will ehrgeizige Sportler. Auch das Thema Snowboard war mir zu viel. Die ganzen Fachbegriff und Sprünge gehören zwar irgendwie zur Geschichte dazu, aber wenn man selbst mit dem Sport nichts zu tun hat, kann es einem nicht so begeistern und lässt das Buch irgendwie Speziell werden. Trotz das die Idee mit den Freunden die nach Jahren zusammentreffen und den Psychopsielen gut umgesetzt ist.
Der Lösung näher kommt man nur weil man die Vergangenheit mit erzählt bekommt und das Buch dann doch mit einem sehr überraschenden Ende auf einem wartet.
Sollte die Autorin bei ihrem nächsten Buch nicht wieder das Thema Snowboarden oder ähnliches als Plot verwenden, würde ich wieder zu einem Thriller von ihr greifen.

27.10.2020 17:42:21
miss.mesmerized

Zehn Jahre ist es her, dass Milla den Winter in den französischen Alpen verbracht hat, um sich auf einen wichtigen Snowboard Wettkampf vorzubereiten. Jetzt erhält sie eine Einladung zum Wiedersehen mit der alten Clique. Sie ist sich nicht sicher, ob sie das wirklich möchte, das Ende ihrer Zeit dort war alles andere als erfreulich. Die Neugier ist jedoch stärker, weshalb sie sich mit Curtis, Heather, Brent und Dale auf eine einsame Hütte begibt, denn die Saison hat noch nicht begonnen. Doch bald schon geschehen seltsame Dinge, die sich die fünf nicht erklären können. Doch nicht nur das ungute Gefühl, dass sie nicht alleine sind, drückt auf die Stimmung, sondern auch die Frage, was damals mit Saskia, Curtis‘ Schwester, geschah, die seither spurlos verschwunden ist.

Allie Reynolds Thriller erzählt parallel die Ereignisse der Gegenwart und Millas Erinnerungen an den Winter ein Jahrzehnt zuvor. Vieles, was die Figuren zunächst von sich geben, bleibt vorerst kryptisch und unverständlich, erst als sich mehr und mehr Puzzlesteinchen in das Bild einfügen, ergibt ihr Verhalten einen Sinn. Doch dies beantwortet noch nicht die Frage, wer hinter der ganzen Aktion steckt und ihnen offenbar Böses will. Der Autorin gelingt es so, die Spannung bis zuletzt hoch zu halten und dann eine saubere und glaubwürdige Lösung zu präsentieren.

Es ist nicht ganz einfach, Sympathien für die Figuren zu entwickeln. Die junge Milla ist zerfressen vom Ehrgeiz und steht ihrer Konkurrentin Saskia damit in nichts nach. Gegenseitig bekämpfen sie sich mit allerlei fieser Tricks, nur um als Siegerin auf dem Podest zu stehen. Auch auf Gefühle jenseits der Ski-Bretter nehmen sie dabei keinerlei Rücksicht. Die bunt gemischte Gemeinschaft lebt das sorglose Dasein der Jugend mit viel Alkohol, Party und wechselnden Bettpartnern. Die Tage werden auf der Piste verbracht und so richtige Sorgen scheinen sie alle nicht zu haben, deshalb machen sie sich selbst welche.

Auch zehn Jahre später werden sie nicht wirklich sympathischer, alle haben offenbar Geheimnisse im Gepäck und sind unfähig einander offen und freundschaftlich zu begegnen. All dies tut der Spannung und Unterhaltung jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil, fast ein wenig schadenfroh sieht man mit an, wie einem nach dem anderen böse mitgespielt wird. Die verzögerte Erzählweise durch die Rückblicke nehmen immer wieder Tempo raus, liefern dafür aber immer weitere Deutungspunkte über den augenscheinlich vorhandenen geheimen Gegenspieler.

Es wird sehr viel über Snowboarden und irgendwelche Sprünge gesprochen, die mir leider gar nichts sagten und deren Schwierigkeit und Raffinesse ich auch nicht im Geringsten einschätzen könnte. Über diese Passagen lässt sich jedoch locker hinweglesen. Insgesamt eine fesselnde Angelegenheit, die wunderbar zum feucht-kalten Herbst oder Winter passt und bestens unterhält.

BEHIND THE DOOR
Der Raum. Die Tat. Das Rätsel.

Lies die Geschichte, erkunde den Tatort und bringe Licht in das Dunkel um einen mysteriösen Kriminalfall. Welche Auffälligkeiten bringen die Ermittlungen voran? Welches Indiz überführt den Täter? BEHIND THE DOOR ist der unterhaltsame und interaktive Rätselspaß auf Krimi-Couch.de.

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