Fräulein Gold: Schatten und Licht

Erschienen: Juni 2020

Bibliographische Angaben

- Broschur, 400 Seiten

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Sandra Dickhaus
Eigenständig, eigenwillig und selbstbewusst – Auftakt einer dreibändigen Reihe

Buch-Rezension von Sandra Dickhaus Sep 2020

Eine eigenständige und eigenwillige junge Frau schlägt sich im Berlin der 20er durch. Ihr Beruf und auch ihre Leidenschaft ist es, Kinder auf die Welt zu bringen und den Müttern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Hulda Gold ist gewitzt, unerschrocken und beliebt. Die äußeren Umstände, in denen das junge Deutschland steckt, treffen auch sie: Hunger, Armut, Sorgen. Hulda gibt aber nicht auf; sie ist engagiert und weiß immer eine Lösung. Auch gegen aufdringliche Männer weiß sie sich zur Wehr zu setzen. Als sie bei einer ihrer Patientinnen ist, erzählt ihr diese, dass ihre Nachbarin, die ihr sehr am Herzen liegt, verschwunden sei. Hulda wird neugierig und beginnt zu recherchieren. Erschüttert erfährt sie, dass die Nachbarin tot im Kanal aufgefunden wurde. An die Theorie eines Selbstmordes will sie nicht glauben, auch wenn die Dame im berüchtigten Bülowbogen lebte und es wahrlich nicht einfach hatte. Die Hebamme macht Bekanntschaft mit Kriminalkommissar Karl North und gerät so manches Mal mit ihm aneinander, wenn sie wieder Nachforschungen anstellt. Der Fall ist nämlich doch brisanter als zunächst gedacht…

Kein Krimi – eher ein Gesellschaftsroman

Es ist schwierig, die Handlung in eine bestimmte Schublade zu stecken…

Für einen richtigen Krimi ist das Geschehen nicht genug auf den Fall ausgerichtet, es geschieht so viel darum herum. Der Fall plätschert dahin und wird durch andere Geschehnisse - sei es im privaten als auch im beruflichen Leben der Hebamme - überlagert. Dabei scheint der Tod der Nachbarin – trotz seiner Brisanz – eher wie eine Nebenhandlung. Schwierig zu verstehen ist auch, wieso sich Hulda so sehr in den Fall kniet und sofort neugierig ist, diesen zu lösen. Weder kennt sie die Frau, noch wird sie explizit darum gebeten (oder steht überhaupt im Raum, dass es wirklich Mord sein könnte). Nur ihre Patientin ist erschüttert und kann sich einen Selbstmord nicht vorstellen. Dabei hat die Hebamme eigentlich auch so schon mehr als genug zu tun.

Natürlich darf die obligatorische Liebesgeschichte nicht fehlen, denn die beiden Hauptprotagonisten nähern sich natürlich an. Das scheint nicht verwunderlich, denn irgendwie erwartet man das aufgrund der Handlung, wobei es sich aber auch nicht um einen typischen Liebesroman handelt.

Die Schilderungen rund um die junge Republik muten doch eher historisch an. Hartgesottene Krimifans werden enttäuscht sein. Wenig überraschend, aber stereotypisch, ist die Charakterisierung Huldas: Sie ist selbstbewusst, lässt sich von Männern nichts sagen, wirkt burschikos und eckt damit an einigen Stellen an.

Fazit

Wer ein Gemisch aus historischen Schilderungen rund um das Leben in Berlin in den Goldenen Zwanzigern, einer sich anbahnenden Liebesgeschichte und einem kriminalistischen Mordfall mag, der ist hier richtig. Flüssig und einfach geschrieben, lässt sich der Roman zügig lesen. Aber eine wirklich packende Story sieht leider anders aus; die Idee und die Umsetzung sind nicht wirklich neu – teils zu viele Zufälle und schon recht vorhersehbar. Schade eigentlich!

Fräulein Gold: Schatten und Licht

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Letzte Kommentare:
13.09.2020 12:51:11
nati

Die Hebamme von Berlin
In ihrem neuen Roman entführt Anne Stern die Leserschaft in die Goldenen Zwanziger Jahre nach Berlin und zeigt, dass es auch viel Armut gibt. Hulda Gold, die fliegende Hebamme, ist allseits im Viertel beliebt. Sie kümmert sich rührend um die werdenden Mütter und ihre Kinder, denn die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Hulda betreut nicht nur die Wohlhabenden, sondern sie versucht alles, um auch den Familien des armen Stadtteils rund um den Bülowbogen beizustehen. Bei den Besuchen einer Schwangeren erfährt Hulda von der Nachbarin Rita Schönbrunn, die tot aus dem Landwehrkanal gezogen wurde. Ein tragischer Unfall wird angenommen. Etwas an Ritas Lebensgeschichte hat Hulda gepackt und lässt sie nicht mehr los. Hulda stellt Nachforschungen an und trifft auf den undurchsichtigen Kriminalkommissar Karl North. Doch was versteckt sich hinter dem widersprüchlichen Verhalten des Kommissars?

Anne Stern hat ein packendes Buch geschrieben. Es handelt sich um einen perfekten Mix aus einem historischen Roman, einem Kriminalroman, einer Geschichte um das Leben einer Hebamme und alles verbunden mit ein wenig Liebe. Die Autorin hat es mir leicht gemacht in die Welt von damals einzutauchen und vergangene Zeiten aufleben zu lassen, so dass ich mich als stille Beobachterin von Hulda fühlte, die mit Hingabe ihren Beruf ausübte und gleichzeitig ihren schwierigen Alltag bewältigte. Von den „Goldenen Zwanziger Jahren“ ist wenig zu spüren. Man merkt, dass der Große Krieg tiefe Wunden hinterlassen hat. Eine gewisse Aufbruchstimmung ist vorhanden, aber die Zeit ist durch bittere Armut sowie steigende Preise geprägt. Die Grundstimmung ist eher bedrückend. Es gefiel mir aber, dass die Vergangenheit nicht verklärt wurde.

Am Ende wurde der Kriminalfall schlüssig aufgeklärt: Nun warte ich voller Vorfreude auf die Fortsetzung, um zu erfahren wie das Leben von Hulda Gold weitergeht.

BEHIND THE DOOR
Der Raum. Die Tat. Das Rätsel.

Lese die Geschichte, erkunde den Tatort und bringe Licht in das Dunkel um einen mysteriösen Kriminalfall. Welche Auffälligkeiten bringen die Ermittlungen voran? Welches Indiz überführt den Täter? BEHIND THE DOOR ist der unterhaltsame und kurzweilige Rätselspaß auf Krimi-Couch.de.

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