Der Sommer mit Ellen

Erschienen: April 2020

Bibliographische Angaben

Thorsten Alms (Übersetzer)

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Stephanie Manig
Zu viel gewollt, zu wenig Spannung

Buch-Rezension von Stephanie Manig Aug 2020

Jakob ist ein Mann in den mittleren Jahren, der als Protagonist mit schon fast anrührender Einsamkeit durch den Roman „Der Sommer mit Ellen“ stakst - getrennt von seiner Ehefrau, nicht mehr beachtet von seiner Geliebten, allein Wein trinkend in seiner Wohnung.

Ein Anruf seines greisen Onkels Anton reißt ihn aus seiner Lethargie. Anton bewirtschaftet mit seinem geistig zurückgebliebenen Bruder Anders einen Hof in Ostjütland. Im Sommer 1978 hatte Jakob dort als Halbwüchsiger geholfen, das Heu einzufahren und die Tiere zu versorgen – und er lernte Ellen kennen, eine mysteriöse Frau, die er bis heute nicht vergessen kann.

Doch etwas anderes hat sich ebenfalls für immer in sein Gedächtnis eingebrannt: Das Verschwinden von Tudse, der Schwester seines besten Freundes Sten, die man nach tagelanger Suche tot in der Scheune fand. Jakobs Rückkehr nach Ostjütland wühlt alles wieder auf.

Weder Krimi noch Thriller

„Der Sommer mit Ellen“ ist kein Krimi und schon gar kein Thriller, aber ein Roman, dem es an Drama und Spannung nicht mangelt. Allerdings muss man bereit sein, ein paar Längen in Kauf zu nehmen. Die dänische Autorin Agnete Friis, Jahrgang 1974, bauscht Banalitäten mitunter zu sehr auf, sodass die Kerngeschehnisse in den Hintergrund treten. Ihr Schreibstil ist rau, manchmal sogar ordinär. Die Beschreibungen von Jakobs sexuellem Erwachen oder seinen Begegnungen mit Ellen hätten durchaus ein wenig gestraffter ausfallen dürfen.

Mit dem Verschwinden von Tudse, ihrem Tod und der Involvierung von Jakobs Onkel Anders kommt der Roman leider erst spät in Fahrt. Und dann, wenn es spannend wird, neigt sich das Buch auch schon dem Ende entgegen. Da es aber auch ein wenig dauert, bis man mit dem Roman überhaupt warm wird, beschränkt sich das Lesevergnügen leider auf ein überschaubares Zeitfenster.

Schemenhafte, gesichtslose Figuren

Die Figuren bleiben schemenhaft, gesichtslos und keine von ihnen vermag es, Sympathie beim Leser zu erzeugen – einmal abgesehen von Hofhündin Soffi.

Lobenswert zu erwähnen ist allerdings die Düsternis, in die Agnete Friis ihre Geschichte hüllt. Die Stimmung hängt so bedrohlich wie bleischwere Gewitterwolken über der spätsommerlichen Szenerie, die abwechselnd aus heutiger Sicht und der Perspektive des Jahres 1978 erzählt wird. Die Landschaft wirkt im Gegensatz zu den handelnden Personen erfreulich dreidimensional.

Fazit:

Auch die kernigen und authentisch anmutenden Dialoge können letztlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Agnete Friis mit diesem Buch ein bisschen zu viel gewollt (Coming of Age, Familiendrama, Kriminalstory, Liebesgeschichte) und sich dabei etwas verzettelt hat. Die Kritiker schienen sich daran allerdings nicht gestört zu haben, immerhin stand „Der Sommer mit Ellen“ als bester dänischer Roman auf der Shortlist des DR Romanpreises. Doch ich persönlich bin immer ein wenig vorsichtig mit von der Kritik euphorisch gepriesenen Werken – und „Der Sommer mit Ellen“ hat das einmal mehr bestätigt.

Der Sommer mit Ellen

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