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Carola Krauße-Reim
Der Kriminalfall versinkt im Klamauk

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Aug 2020

Sunset Hall ist Wohnsitz der Senioren-WG von Agnes, Winston, Charlie, dem Marshall, Lillith, Bernadette und Edwina. Jetzt wird Lillith mit einem Kopfschuss tot aufgefunden, gleichzeitig wird Nachbarin Mildred ermordet. Das ruft Agnes und ihre Mitbewohner auf den Plan – sie wollen herausfinden, was im beschaulichen Duck End los ist. Als dann ein weiterer Mord geschieht, ahnt Agnes, dass die Vergangenheit eine große Rolle spielt und bringt sich auf der Suche nach Beweisen in große Gefahr.

Ein eher gewöhnungsbedürftiger Schreibstil

Leonie Swann wurde durch ihre Schaf-Krimis, wie Glennkill, zur gefeierten Bestseller-Autorin. Das hat mich neugierig gemacht. Zwar sind hier keine Schafe, sondern Senioren die Hauptakteure, doch auch das ist ja nicht allzu häufig der Fall in der Kriminalliteratur. Leider wurde ich schnell desillusioniert was Raffinesse und Ungewöhnlichkeit betrifft. Die Autorin versucht permanent witzig zu sein, was sich in einer verkrampften Situationskomik und ständigem platten und überzogenen Humor äußert.

Es gibt kaum einen Satz, der nicht im Klamauk versumpft, in dem sie nicht auf den körperlichen oder geistigen Defiziten der Senioren herumreitet und dabei stets überbemüht lustig sein will. Das ist einfach zu viel des Guten und nach ein paar Seiten nur noch entsetzlich nervtötend. Der eigentlich gute Plot versinkt abgrundtief in diesem krampfhaften Humor und kommt nur an ganz wenigen Stellen einmal kurz an die Oberfläche. Sehr schade – er hätte eine durchaus spannende Geschichte abgegeben können.

Die Senioren-WG in Sunset Hall ist speziell

Swann gibt jedem Mitbewohner von Sunset Hall ein anderes Merkmal mit. Agnes kämpft mit ihrer Hüfte; Edwina ist Yoga-begeistert, aber ein bisschen gaga; Bernadette sieht nichts mehr und scheint auch nachts ihre Sonnenbrille zu tragen… Das charakterisiert sie zwar vortrefflich, doch schießt die Autorin auch hier über das Ziel hinaus, wenn sie ständig und immer darauf eingeht. Selbst Hund Brexit und Schildkröte Hetti bleiben davon nicht verschont.

Im Fall von Hetti muss der Leser dazu auch noch einige Passagen aus Sicht dieser verfressenen Schildkröte ertragen. Weniger überzogene Darstellungen und weniger ausgeprägte Dachschäden bei Tier und Mensch hätten dem Erzählten mehr genutzt als geschadet. Dass im Nachtrag zum Buch die Autorin auch noch betonen muss, dass man Schildkröten besser nicht im Gemüsefach des Kühlschrankes überwintern sollte, sagt doch eigentlich alles.

Spannung blitzt nur sehr selten auf

Das unter diesen Umstände nur sehr wenig Spannung aufkommen kann, versteht sich von selbst. Dazu kommt, dass man sich ständig fragt, warum sich keiner über den Kopfschuss von Lillith aufregt, die Polizei nur sehr oberflächlich am Tod von Mildred interessiert ist und der folgende Mord eigentlich nur von Agnes wahrgenommen wird. Erst als diese sich auf die Suche nach dem Mörder begibt und dabei sich selbst in Gefahr bringt, blitzt ein wenig Spannung auf.

Doch auch die wird gleich wieder unter einer dicken Schicht aufgesetztem Dauerhumor begraben. Der Schluss ist dann so konstruiert, dass er zum Rest der Geschichte passt und diese auf wenig logische Art abschließt. Nur die scheinbare Gleichgültigkeit Lilliths Tod gegenüber wird hinreichend, wenn auch nicht unbedingt realistisch erklärt.

Fazit:

Wer keinen großen Wert auf eine logische und gut erzählte Kriminalgeschichte legt, dafür aber gerne und andauernd humoristisch unterhalten werden will, ist mit „Mord in Sunset Hall“ gut bedient. Wenn man aber einen spannenden Cosy-Krimi sucht, bei dem man teetrinkend auch noch seine kleinen grauen Zellen aktivieren kann, ist hier falsch und sollte die Finger von diesem Buch lassen.

Mord in Sunset Hall

Mord in Sunset Hall

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