Couch-Wertung:

68°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
3 x 51°-60°
0 x 41°-50°
1 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:51.5
V:4
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":1,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":1,"53":0,"54":1,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":1,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Brigitte Grahl
Welche Werte sind uns wichtig?

Buch-Rezension von Brigitte Grahl Aug 2020

Zoe Beck hat mit „Paradise City“ unbeabsichtigt das Buch zur Corona-Krise geschrieben. Es ist noch vor dem Ausbruch der Pandemie entstanden und wurde von der Realität eingeholt. Die Autorin schreibt von einem Deutschland, das sich durch Umweltkatastrophen und Pandemien zu einer Gesundheitsdiktatur entwickelt hat. Die Bevölkerung ist stark geschrumpft, die Menschen leben in wenigen Megastädten, wo Wohlstand, Sicherheit und Komfort herrschen.

Erkauft wird das mit umfassender staatlicher Datenkontrolle. Überall gibt es Überwachungskameras mit Gesichtserkennung. Ein „Smartcase“ organisiert das gesamte Leben, es ist Personalausweis und Zahlungsmittel, dient als Zugangscode und speichert alle individuellen Daten. Die Gesundheits-App „KOS“ ist gar unter die Haut implantiert und schlägt automatisch Alarm, wenn die Daten nicht stimmen. Wer gesund lebt, wird mit einem Punktesystem belohnt, bekommt z. B. eine bessere Wohnung.

Die allumfassende Überwachung ermöglicht ein risikoloses und sicheres Leben: chronische Krankheiten und Verbrechen werden ausgemerzt, die Menschen haben Vollbeschäftigung bei nur 20 Stunden Arbeit in der Woche und viel Freizeit - paradiesische Zustände. Wer sich all dem allerdings zu entziehen versucht, macht sich verdächtig. Die Systemverweigerer werden „Parallele“ genannt, sie siedeln in Randgebieten, sind mit Armut und Krankheit gestraft.

Liina, die Heldin in „Paradise City“ steht zwischen beiden Welten. Sie lebt nach außen als brave „Normalbürgerin“. Insgeheim arbeitet sie als Investigativ-Journalistin. Als chronisch Kranke mit einem implantierten Herzen ist sie unter all den Gesunden eine seltene Erscheinung.  Während Liina in der Provinz über einen scheinbar langweiligen Fall recherchiert, wird ihr Chef und Liebhaber Yassin vor einen Zug gestoßen.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen versucht sie herauszufinden, wer der Täter ist und warum Yassin ermordet werden sollte. Dabei kommt sie - nicht zum ersten Mal - mit der Welt der Parallelen in Berührung. Sie stellt fest, dass ihre aktuelle Recherche, der Mordanschlag und ihre Vergangenheit miteinander verknüpft sind.

Aktuelle Entwicklungen zugespitzt: Freiheit gegen Gesundheit

„Es fehlt ihnen an nichts, weil sie daran glauben, dass es ihnen an nichts fehlt, und Freiheit ist ein viel zu abstraktes Konzept, außerdem kann sich frei bewegen, wer nichts zu verbergen hat…“

Zoe Beck ist gesellschaftspolitisches Engagement nicht nur privat wichtig. In ihren Büchern greift sie brisante Themen und Entwicklungen der Gegenwart auf und spitzt sie in einer Zukunftsvision zu. Dadurch wirken ihre Bücher wie „Die Lieferantin“, „Schwarzblende“ und jetzt „Paradise City“ sehr realistisch.

Es gelingt ihr, auf wenig Seiten eine große Zahl von Themen wie Demokratieverlust, Normen, Datenschutz, Selbstoptimierung, Freiheit, Sicherheit etc. anzureißen und wichtige Fragen zu stellen. Dazu finden sich in „Paradise City“ immer wieder hellsichtige und intelligente Sätze, die den gegenwärtigen Zustand unserer Gesellschaft charakterisieren.

„So entstehen Verschwörungstheorien und Fake News“, sagte Özlem. „Weil man ein Gefühl hat. Weil man möchte, dass Dinge zusammenpassen …“
„Die meisten Leute scheint es nicht zu interessieren, ob wirklich stimmt, was berichtet wird. Es lügen doch sowieso alle. … Der Mensch glaubt sowieso nur, was er glauben will.“

Fazit:

Als Transportmittel benutzt Beck für ihre Gesellschaftskritik das Genre des Krimis. Allerdings gerät die Spannung eher lauwarm. „Paradise City“ ist als Reflexion überzeugender denn als Krimi. Auch die Personen rufen, zumindest bei mir, wenig Emotionen beim Lesen hervor. Sie scheinen mehr als Funktionsträger für die moralischen und ethischen Fragen entworfen zu sein, ihnen fehlt das „Fleisch“. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern hätte ich mir von Zoe Beck für „Paradise City“ mehr Seiten mit tiefergehender Behandlung der spannenden Themen gewünscht.

Paradise City

Paradise City

Deine Meinung zu »Paradise City«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
13.09.2020 20:10:36
gerlisch

Die Autorin hat hier mit diesem interssanten Thema ein Szenario geschaffen wie es bei uns in naher Zukunft aussehen könnte.
Deutschland in der Zukunft: Kleine ruhige Ortschaften gibt es nicht mehr, das Ruhrgebiet ist zu einer riesigen Stadt zusammengewachsen. Es herrscht die totale Überwachung durch digitale Medien und in Folge dessen Machtmissbrauch durch den Staat.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, sodass ich beim Lesen zügig vorankam, allerdings waren in der Story einige Stellen, die mir unrealistisch vorkamen und ich dadurch aus der Konzentration herausgerissen wurde.
Auch hätte ich mir mehr Details zum Deutschland im 22. Jahrhundert gewünscht.

Die Protagonisten fand ich sehr gut beschrieben, durch die Rückblenden in die Vergangenheit kommte man sich Liina`s Leben ganz gut vorstellen. Mir haben die Parallelen, eine Gruppe "aussortierter" Menschen mit Martha an der Spitze gefallen.

Schade fand ich, dass die Story mit ihren 280 Seiten etwas zu kurz geraten ist, da hätte ich mir etwas mehr Inhalt und dadurch mehr Tiefe gewünscht.

Dies ist mein erster dystopischer Roman den ich gelesen habe und ich muss leider sagen, dass dies nicht mein Fall ist.

08.09.2020 14:24:45
Darts

Ich hatte schon Bücher von Zoe Beck gelesen, welche mir gut gefallen hatten. Deshalb habe ich bei Paradise City - Thriller einfach zugegriffen. Ohne den Klappentext zu lesen. Ein Fehler. Denn Zukunftsthriller, Dystopien liegen mir gar nicht.
Es spielt wahrscheinlich im 22.Jahrhundert und Liina ist Rechercheurin bei der Wahrheitspresse. Sie soll in der Uckermark einem Todesfall nachspüren. Angeblich wurde dort eine Frau von einem Schakal gebissen und verstarb daran. Sie findet die Aufgabe nicht sehr interessant und ist sauer auf ihren Chef Yassin. Als dieser allerdings zwischenzeitlich einen Unfall hat und im Koma liegt und kurze Zeit später eine andere Kollegin getötet wird, vermutet sie mehr hinter der Sache.
Die Welt hat sich geändert. Durch einige Pandemien ist die Weltbevölkerung stark dezimiert und man achtet darauf, dass sie nicht wieder zu stark ansteigt. Das Klima hat sich gewandelt, es herrschen dauerhaft Temperaturen über 30 Grad Celsius, Teile des Landes sind bereits unter Wasser. Frankfurt ist die Hauptstadt. Eine Megacity. Die Menschen tragen einen Chip und sind beim Gesundheitssystem unter Kontrolle. Ihre Medikamente und deren Einnahme werden kontrolliert, außerdem trägt man ein Smartcase und somit wird jeder Schritt überwacht. Aber es gibt auch eine Parallelwelt.......
Der Schreibstil war gewohnt flüssig und das Buch gut zu lesen. Aber es war für mich total langweilig. Die Protagonistin unsympathisch, egoistisch und ohne Empathien. Unabhängig davon, dass es mein Fehlgriff war, kann ich trotzdem nur 3* für die Handlung vergeben.

Echte Täter,
wahre Ereignisse

Wir berichten über spannende Kriminalfälle und spektakuläre Verbrechen, skrupellose Täter und faszinierende Ermittlungsmethoden – historisch, zeitgeschichtlich, informativ. Aktueller Beitrag: Der große Wall-Street-Anschlag von 1920, ein Krimi-Couch Spezial von Dr. Michael Drewniok. Titel-Motiv: © istock.com/EXTREME-PHOTOGRAPHER

mehr erfahren