Die Gefangenen

Erschienen: März 2020

Bibliographische Angaben

Ulrike Wasel und Klaus Timmermann (Übersetzung)

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Sabine Bongenberg
Das Ende ist richtig gut - leider nur das Ende

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Jun 2020

Jeder von uns hat eine Jugendliebe. Einige wenige haben sie geheiratet, die meisten aber haben sie aus den Augen verloren, und ab und zu, wenn man an früher denkt, dann schiebt sich wieder ein Gesicht nach vorne. Oft verbunden mit Gedanken wie „Wäre ich doch…“, „Hätte ich doch…“ oder „Ich Idiot…“. Frank Lundquist, frisch geschieden, beruflich abgestiegen, beschäftigt als Gefängnis-Psychologe, steht ihr plötzlich gegenüber: Seiner Jugendliebe Miranda.

Unglücklicherweise steht er ihr an seinem Arbeitsplatz gegenüber, denn Miranda war an einem Raubüberfall beteiligt und wurde zu einer hohen Haftstrafe verurteilt. Würde Frank sich jetzt auf ein normales Arzt-Patientin-Verhältnis zurückziehen, dann würde möglicherweise alles noch einmal gerade gut gehen. Aber gerade das fällt ihm in Hinblick auf Miranda zunehmend schwer.

Die Jugendliebe ist wieder aufgetaucht

Der Pinsel der Erinnerung malt immer golden.
Debra Jo Immergut schildert in ihrem Roman „Die Gefangenen“ ein Problem, das oft und gerne in diversen Frauenforen diskutiert wird: Die Jugendliebe ist wieder aufgetaucht. Damals brannte das Feuer lichterloh, das war die unsterbliche Liebe und dennoch ging sie sang und klanglos unter. Jetzt steht sie plötzlich vor einem und kann man diese Zeiten zurückholen. Gibt es eine zweite Chance, war es damals doch der richtige?

Die Realisten unter uns sagen „Nein“ und verweisen auf den Pinsel der Erinnerung, der immer golden malt und diesen Ratschlag möchte man hier oft und gerne auch dem Protagonisten Frank mit auf den Weg geben. Als gestandener Psychologe, der in der Lage sein muss, einen rechtsgültigen Vertrag abzuschließen und seine Rechnungen zu bezahlen, verrennt er sich in seinen Erinnerungen zu der damaligen Mitschülerin Miranda, die er aus lauter Schüchternheit auch niemals ansprach, und meint nun, ohne diese Frau, von der er außer ihrem Strafmaß und ihrem ansprechenden Äußeren nichts weiß, nicht mehr leben zu können. Eine Konstruktion, die man schon in einem Jugendroman belächeln würde, die aber in einem Roman für Erwachsene noch mehr erstaunen muss.

Miranda selbst ist im Knastalltag gefangen und wird auch dieser anfangs noch halbwegs interessant geschildert, verliert sich auch hier alsbald die Geschichte zwischen gebackenen Überraschungen für die liebsten Mitgefangenen und Konflikten zwischen den bösen Drogendealerinnen und dem täglichen Hickhack. Neben diesen frustrierenden Szenen steuert die Autorin dann noch diverse frustrierende Szenen bei, die der Autor mit seinem schwerst drogenabhängigen Bruder erlebt, und auch das ist weder geeignet die Stimmung zu heben, noch die Spannung anzukurbeln.

Zunehmend befremdlich erscheint auch seine geplante „Rettung“ der Jugendliebe, verbunden mit vermehrten Zärtlichkeiten, bei deen der Leser aber zu dem Eindruck kommen muss, dass diese in erster Linie einseitig und übergriffig sind.  Es bleibt eine graue, tranige, trübe Suppe, durch die der Leser hindurchgejagt wird.

Ganz zum Schluss – ein Aufbäumen

Erst in den letzten Kapiteln – als schon alle Hoffnung auf ein wenig Spannung verloren ist – da kommt tatsächlich noch einmal Fahrt auf, und der Leser mag es kaum glauben. Allerdings kommt diese Fahrt viel zu spät um diese langweilige Geschichte noch zu retten und ein versöhnliches Ende herbeizuführen.

Fazit:

Bei dieser ganzen Langweilerei fragte ich mich, ob die Autorin eine gute Idee hatte, die sie einfach nur schlecht verkaufen konnte oder mittendrin feststellte, dass die gute Idee nicht für ein ganzes Buch ausreichte. So oder so – wer unter Einschlafstörungen leidet, dem seien „Die Gefangenen“ ans Herz gelegt, wer allerdings auf der Suche nach spannender Unterhaltung ist, der ist hier eindeutig nicht richtig.

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