Killer Rock

Erschienen: Februar 2020

Bibliographische Angaben

Susanna Mende (Übersetzung)

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Sabine Bongenberg
Charmant erzählte Geschichte aus der Rockszene der Sixties

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Mai 2020

Der Vinyl-Detektiv bekommt einen neuen Auftrag: Nachdem seine Freundin Nevada dem guten alten Kumpel Tinkler eine Platten-Rarität der Band „Valerian“ überreichte und er darüber in seinem Blog berichtete,  taucht plötzlich der Bruder der gleichnamigen Leadsängerin auf. Valerie – alias Valerian – verstarb unter mysteriösen Umständen auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihr Kind ist seit ihrem Tod verschwunden.

Jetzt soll der Detective in dieser Angelegenheit ermitteln und es hilft ihm auch nicht viel, darauf hinzuweisen, dass sich sein Aufgabenfeld normalerweise auf Schallplatten bezieht. Gemeinsam mit seiner alten Crew – noch verstärkt durch de Taxifahrerin Clean-Head, taucht der Vinyl-Detective in die Geschichte der Rockmusik der 60er Jahre ein, trifft sich mit alten Größen der Branche, konsumiert alte Drogen aus dieser Ära und stellt fest, dass die damaligen Helden nicht alle so friedlich waren, wie man heutzutage glaubt, denn einige trachten ihm und seinen Begleitern alsbald energisch nach dem Leben.

Leser wird vom Charme und Witz gefasselt

Andrew Cartmel lässt seinen Vinyl-Detective auch in diesem Roman namenlos bleiben und in der Ich-Form von seinem neuen Abenteuer berichten. Bereits zu Anfang ist auch der Leser, der den Ich-Erzähler und seinen eigenwilligen Freundeskreis bisher nicht aus dem Vorgänger-Buch „Murder-Swing“ kannte, alsbald von deren Charme und Witz gefesselt.

Es ist aber auch ein sympathischer Kreis, der hier ermittelt: Die charmante Nevada, die allenfalls humorlos reagiert, wenn sich eine andere Frau zu sehr für ihren Freund interessiert, der genussorientierte Tinkler, der sich immun gegen bewusstseinserweiternde Drogen zeigt und die charismatische Clear-Head, die wiederum offensichtlich in Tinklers Head verschiedene Kapriolen schlägt.

Verstärkt wird dieses Quartet durch tierische Helden, wie die Katzengang, die ursprünglich zum Detective gehörte, aber offensichtlich mit fliegenden Fahnen in das „Lager Nevada“ wechselte und eine besondere Heldin, die hier aber – um so viel vorwegzunehmen – ein bewegendes wenn aber im Endeffekt doch nicht ganz sinnfreies Schicksal ereilt.

Angenehme Unterhaltung – aber kein Thriller

Mit diesen Protagonisten, die mit Rhythmus und viel Charme in die Geschichte eintauchen, erfährt der Leser eine angenehme Unterhaltung, die wie eine sanfte Flussfahrt auf einem englischen Flüsschen vor sich herschaukelt. Zugegebenerweise ohne besondere Stromschnellen, aber das dürfte auch nicht die Intention des Autos sein. Hier muss der Verlag sich aber dann auch die Frage gefallen lassen, was ihn denn dazu bewogen hat, diese Geschichte als „Thriller“ zu bewerben. Der Leser wird angenehm unterhalten, aber von einem gruseligen „Thrill“ ist diese doch genauso weit entfernt wie das mondäne London vom heimeligen Köln – und das schon, wenn man nur von der Anzahl der Kilometer ausgeht.

Dennoch wird der Thrill grundsätzlich gar nicht vermisst: Der Vinyl-Detective muss nicht durch Ströme von Blut waten, um Spannung zu erzeugen. Das gelingt allein schon durch die Entwicklung der Handlung, die immer mehr Puzzlestücke zum Leben Valerians und deren Band und Familie zusammenfügt und dies so überzeugend erzählt, dass der Leser meint, diese fiktive Band tatsächlich zu kennen.

Die einzige Schwäche stellt das Ende des Buches dar, bei dem der Leser fast zu dem Eindruck kommen kann, dass der Autor seiner Plauderei selbst einen Punkt setzte und sich sagte „jetzt muss es aber mal genug sein“. Die offenen Fragen der Geschichte werden zwar beantwortet und tatsächlich ein Täter präsentiert, aber es wirkt mal wieder ein wenig so, wie weiland von Reinhard Mey besungen und das Hinzuziehen der Berufsgruppe der Gärtner – wenn auch im übertragenen Sinne – ist niemals 100-prozentig befriedigend.

Fazit:

Wer ein Faible für charmant erzählte Geschichten hat, wer sich gerne ein wenig an den Stil Agatha Christies erinnern möchte und wer – nicht zuletzt – ein kleines Faible für Vinyl-Tonträger hat, der wird seine Freude an „Killer-Rock“ haben. Wer dagegen tatsächlich einen Thriller mit Gänsehaut und atemloser Spannung erwartet, der hat an diesem Buch so viel Freude, wie an einer Schallplatte mit einem tiefen Kratzer. Ach ja, und wer nicht weiß, wie sich das anhört, der kann das natürlich googeln.

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