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Jörg Kijanski
Die Anfänge des Kommissars De Luca

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mai 2020

Bologna. 1943. Zweite Jahreshälfte. Der Krieg ist in vollem Gange, Luftangriffe gehören vermehrt zum Alltag. Kommissar De Luca und seine Leute versuchen dennoch, ihren Job zu machen und werden auf den bekannten Schwarzhändler Egisto Saccani, genannt Borsaro, aufmerksam. Bei der Razzia kommt es jedoch zu einem verhängnisvollen Zwischenfall, denn ausgerechnet De Luca stürmt versehentlich in das Nachbarhaus, wo er über eine kopflose Leiche stolpert.

Borsaro wird festgenommen, in seiner Begleitung befindet sich der erst vierzehnjährige Gianfranco Negrini, der zu einer Aussage bereit ist. Er habe den Hundechristus gesehen. Kurz darauf erscheint Amedeo Martina, Konsul der Miliz, und nimmt die beiden Verhafteten unter seine Fittiche. Nicht nur in Hinblick auf die Vorräte des Schwarzhändlers.

De Luca findet heraus, dass es sich bei dem Hundechristus um ein Fresko handelt, welches auf dem Monumentalfriedhof der Stadt zu finden ist. Dessen Betrachtung gibt De Luca einen Hinweis, wo der Kopf der Leiche zu finden sein könnte. Und tatsächlich, in einer Kanalschleuse findet De Luca einen Kopf, doch Gerichtsmediziner Tirabassi hat schlechte Nachrichten: Kopf und Leichnam passen nicht zusammen.

„Allerdings war er ins Institut für Gerichtsmedizin gegangen, um eine Antwort zu erhalten, und jetzt hatte er eine Leiche ohne Kopf und einen Kopf ohne Leiche.“

Carlo Lucarelli schickt seinen Protagonisten in seinen bereits fünften Fall, der zeitlich jedoch vor den anderen Romanen spielt. Lucarelli will aufzeigen, wie aus De Luca wurde, was aus ihm geworden ist. De Luca ist ein Polizist durch und durch, sehr zum Verdruss seiner Freundin Lorenza, die ihn gerne ganz für sich in Anspruch nehmen würde. Zudem ist er ein Ermittler mit großem Spürsinn, aber einem ebensolchen Dickschädel, der ihn mehrfach in höchste Gefahr bringt. Denn neben der Krimihandlung beleuchtet Lucarelli auch die politische Lage Bolognas.

Faschisten, Kommunisten, Schwarzhändler, Juden und der große Krieg

Die Geschichte beginnt im Juni und endet im Dezember 1943. Mussolini und seine Faschistische Partei sind zunächst an der Macht, dann wird der Duce am 25. Juli gestürzt. Das vermeintliche „Ende des Krieges“ gilt jedoch nicht lange, denn die deutsche Wehrmacht befreit Mussolini und besetzt (unter anderem) Bologna. Derweil mehren sich die Fliegerangriffe auf die Stadt, die Situation für die noch vorhandenen Juden wird immer unerträglicher. Ebenso die spärliche Lebensmittelrationierung für die Bevölkerung. Die Fettration im August: 2 Deziliter Öl, 150 Gramm Butter und 50 Gramm Fett. 100 Gramm Rindfleisch inklusive 25 Prozent Knochen.

„Kennen Sie den Kanun, das Gewohnheitsrecht der Albaner, Kommissar?“
„Nein, ich kenne es nicht.“

„Er ist mit dem Codice Barbaricino vergleichbar. De Luca, waren Sie jemals in der Barbagia in Sardinien?“
„Nein, aber ich kenne ihn.“
„Nun, auch der Kanun ist ein uraltes und mündlich überliefertes Gewohnheitsrecht, er regelt die Beziehungen zwischen den Einzelnen und der Gemeinschaft, vor allem die Blutrache.“

Zu Beginn jedes Kapitels gibt es eine kurze Zusammenfassung der allgemeinen Lage anhand der wichtigsten Meldungen der Zeitung „Il Resto del Carlino“, die – neben dem Romangeschehen – die damalige Lage gut beschreibt. Erst spät erkennt in dem ganzen Durcheinander De Luca, dass auch sein Leben bedroht ist. Zunächst von Kommunisten, die ihn für einen Anhänger der Faschisten halten. Dass er lebend (noch dazu widerwillig als „Schwarzhemd“) aus der Geschichte rauskommt ist nicht ausgemacht; allein der Umstand, dass seine bereits vorliegenden Fälle später spielen, nimmt diesbezüglich die Spannung.

Fazit:

Für Fans von Kommissar De Luca heißt es unbedingt zugreifen, da man durch diesen Roman die bekannte Figur besser zu verstehen lernt. Aber auch sonst ist das Gemenge von Krimi und Zeitgeschichte packend. Seinen Schreibstil beschreibt Lucarelli selbst wie folgt: „Ich habe mich am hardboiled detective à la „Der große Schlaf“ von Raymond Chandler orientiert (ohne mich mit ihm zu vergleichen, Gott bewahre!), ich habe auch einige Szenen daraus zitiert, und was den Stil anbelangt, habe ich versucht, mich meinem Vorbild Giorgio Scerbanenco anzunähern.“ 

Hundechristus

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