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Andreas Kurth
Ehemaliger Zielfahnder zeigt gute Nase für “cold cases”

Buch-Rezension von Andreas Kurth Apr 2020

Kriminal-Hauptkommissar Thomas Mohr ist gerade ziemlich krachend auf dem beruflichen Abstellgleis gelandet. Als langjähriger Leiter der Zielfahndung im Landeskriminalamt Düsseldorf hatte er traumhafte Erfolgsquoten vorzuweisen, aber ein gefährlicher Alleingang hat ihn den Job gekostet. Nach einer längeren Suspendierung ist er jetzt Leiter - und einziger Mitarbeiter - einer neuen Dienststelle für alte Fälle, sogenannte “Cold Cases”. Das passt Mohr natürlich überhaupt nicht.

Sein Gespräch mit dem Direktor des LKA verläuft jedenfalls nicht gerade freundschaftlich. Mohr macht deutlich, dass er nichts von der neuen Aufgabe hält. Schon gar nicht, wenn er dort Einzelkämpfer bleiben soll. Aber das ändert nichts, seine Vorgesetzten lassen nicht mit sich reden. Mohr muss sich jetzt mit rund 900 ungeklärten Mordfällen - von den 70er Jahren bis heute - herumschlagen.

“Herr Mohr, das ist doch nur die Testphase. Wir wollen erstmal sehen, ob Sie in der Lage sind, einen Mehrwert zu generieren. Bevor wir das Geld der Steuerzahler zum Fenster rauswerfen. Da müssen Sie auch den Minister verstehen. Im Übrigen: Auch die Operative Fallanalyse hat mal klein angefangen.”

Unter den ersten Akten, die sich Mohr anschaut, ist die zum Fall des 19-jährigen Schülers Jonas Barthold. Vor fünf Jahren war der Student in der Discothek “Rheingold” in Bad Hombach. Unter scheinbar ungeklärten Umständen kam er zu Tode und wurde erst Wochen später Rheinabwärts im Fluss gefunden. Dem erfahrenen Ermittler Mohr kommen einige Dinge in der Akte merkwürdig vor, er erstellt ein genaues Zeitprotokoll - und geht davon aus, dass seine Kollegen damals nicht sorgfältig genug ermittelt haben.

Thomas Mohr rührt so richtig im alten Sumpf herum

Der Hauptkommissar spricht mit den Eltern des toten Studenten, rührt so richtig tief im kriminellen Sumpf um die damalige Discothek herum, die mittlerweile geschlossen wurde. Und findet heraus, dass beim Todesfall Jonas Barthold so einiges ganz und gar nicht stimmt.

Es geht um korrupte Bullen, Rockergangs, organisierte Kriminalität, Drogenhandel und vieles mehr. Mohr nutzt seine Kontakte zu guten Kollegen, findet schließlich die Jugendlichen, die damals einiges mitbekommen haben, aber nie eingehend befragt wurden. Vor allem eine labile junge Frau wird von ihm förmlich ausgequetscht, und bringt ihn dann auf die richtige Spur.

“Ich werde beweisen, das Du gelogen hast, um die beiden Typen zu schützen, die Jonas umgebracht haben. Und wenn ich das beweisen kann, bevor Du freiwillig ausgesagt hast, dann gehst Du in den Knast. Für lange Zeit.”

Der Roman spielt auf verschiedenen Zeitebenen. Da ist der Abend des 9. November 2013, als Jonas Barthold sein Leben verlor, und die Wochen danach. Und da ist die Gegenwart, also der Herbst 2018, als Thomas Mohr mit seinen Ermittlungen beginnt. Der Kommissar hat ziemlich feine Antennen für fehlende oder ungenaue Details in den Ermittlungsakten. Er ist ein guter Polizist, das zeigt Kaes in seiner Geschichte immer wieder. Die ist fesselnd erzählt, zuweilen aber auch verwirrend, nicht zuletzt durch die ständigen Zeitsprünge. Am Ende werden immerhin so gut wie alle losen Fäden verknüpft, die meisten Rätsel aufgelöst. Allerdings bietet das Finale auch noch eine richtig heftige Überraschung - und der entscheidende Punkt bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.

Fazit:

Wolfgang Kaes war lange Jahre Polizeireporter, er weiß also ziemlich genau, wie Ermittlungsarbeit abläuft, wo Schwachstellen sind, und wo ein erfahrener Ermittler auf Granit beißt, wenn er einen ungeklärten Fall neu aufrollen will. In diesem Krimi der leisen Töne zeigt der Kollege Kaes einmal mehr, dass er eine solche Geschichte ziemlich gut und eindringlich erzählen kann. Action und atemlose Spannung sucht der Leser hier vergebens.

Aber Kaes gelingt es von Anfang an, das Interesse des Lesers zu wecken. Die akribische und hartnäckige Polizeiarbeit von Thomas Mohr wird realistisch und authentisch geschildert - dadurch entwickelt das Buch einen großen Sog. Was an Spannung fehlt, wird durch einen hohen Unterhaltungsfaktor ausgeglichen.

Endstation

Endstation

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Letzte Kommentare:
21.09.2020 13:08:43
jebola

Moin
Das Buch war für mich durgehend spannend und schlüssig. Gute Unterhaltung ohne überflüssige Action oder Krawall.
Am Ende dachte ich allerdings, da fehlen doch noch ca. 100 Seiten ???
Fand den Schuss einfach blöd. Hatte Herr Kaes keine Lust mehr?
Schade!

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