Scheintod

Erschienen: Januar 2020

Bibliographische Angaben

Ulrike Brauns (Übersetzung)

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Almut Oetjen
Alles fußt auf Lügen

Buch-Rezension von Almut Oetjen Apr 2020

Nach den Ereignissen aus „Blutblume“, die mit dem Tod von drei Personen aus Saras persönlichem Umfeld endeten, ist fast ein Monat vergangen. Sara hat Alpträume, erholt sich aber langsam. Sie ist innerhalb Stockholms umgezogen. Auch in ihrer neuen Wohnung hört sie Stimmen. Mit fluoreszierender Farbe wird einmal eine Nachricht für sie an eine Zimmerwand geschrieben. Aus ihrem Elternhaus werden Unterlagen ihres Vaters gestohlen.

Sara beginnt in der Unternehmensberatung McKinsey ein viermonatiges Praktikum. Den Kollegen begegnet sie mit Misstrauen, sie hört Satzfetzen eines konspirativ wirkenden Gesprächs mit und findet einen Dokumentenauszug, der darauf schließen lässt, dass McKinsey einen Klienten erpresst.

Saras Mutter spricht mit ihr über die Recherchen ihres Vaters, über die „schwedische Scheiße“, die unter den Teppich gekehrt wurde, die Journalistin Cats Falck, eine Freundin des Vaters, und deren Ermordung, über Morde an und angebliche Suizide von Politikern, über schmutzige Geschäfte der schwedischen Regierung, wie Waffenverkäufe in Kriegsgebiete. 

Es gibt mehr vom Gleichen, aber Sara lernt dazu

Saras Privatleben ist auch in „Scheintod“ bestimmt durch psychologischen Terror, durch die weiterhin bestehende physische Bedrohungslage und die Erinnerungen an ihren (fragwürdigen) Geliebten, der einfach so verschwunden ist. Den ersehnten Platz im Leben hat sie noch immer nicht gefunden, allenfalls Bausteine für ein Provisorium gefertigt.

Aufgrund ihrer jüngeren Erfahrungen lässt sie sich nicht mehr so stark verunsichern. Sie ist nach wie vor überzeugt, dass irgendetwas faul ist. Sie fühlt sich beobachtet und beim Joggen verfolgt. In ihrem neuen Job lernt sie Anastasia kennen, die sehr bestimmt und bestimmend ist, ferner Johan, der mit ihr Essen geht, sie ausfragt und sie mit ins Fitnessstudio nimmt, woraus sich mehr entwickelt. Sara begegnet alten Unbekannten aus dubiosen Kontexten ihrer Zeit mit Bella bei Perfect Match wieder.

Saras neuer Lover Johan ist klug, nett, lustig, sieht gut aus und ist fantastisch im Bett, also ein beinahe gleichwertiger Ersatz für den Vorgänger. Ein Mann aus „Blutblume“ hat einen Gastauftritt, unter seinem alten Namen, aber in neuer und wichtigerer Funktion. Saras Schwester Lina macht eine positive Entwicklung durch, ihre Mutter bewegt sich auf der Stelle.

Es entsteht der Eindruck, dass das erzählerische Gerüst aus „Blutblume“ mit einigen Ähnlichkeiten und manchen Übereinstimmungen auf „Scheintod“ übertragen wird. Nach ungefähr einem Drittel des Romans beginnt endlich auch die Vertiefungsphase. Sara steht kurz vor der Festanstellung bei McKinsey, als eine geheime Regierungsstelle ihr ein Jobangebot unterbreitet. Kann sie sich vorstellen, vielleicht beim Militärnachrichtendienst zu arbeiten?

Folge den Geldströmen

Auch „Scheintod“ enthält einige Auszüge aus schwedischen Zeitungsartikeln, die sich in Heftern aus dem Nachlass von Saras Vater befinden. Die Skandalserie geht in den 2010er Jahren weiter. Sie erreicht hier das Jahr 2017, den Skandal um das Neue Karolinska Krankenhaus und extreme Rechnungen durch die Boston Consulting Group. Überprüft man das in schwedischen Zeitungsberichten, zeigt sich, dass dieser Skandal größere Ausmaße aufweist, als „Scheintod“ vermuten lässt. So ist aus dem Svenska Dagbladet vom 17.09.2017 ersichtlich, dass für das Nya Karolinska die Swedish Hospital Partners (SHP) mit der Holding Coor Service Management einen Wartungsvertrag über 22 Jahre abgeschlossen hat, der beispielsweise für den Ersatz einer Tür Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Schwedische Kronen vorsieht.

Beim Lesen ist man geneigt, manche Ausführungen anzuzweifeln, kann aber dank Internet einen zuverlässigen Faktencheck durchführen. Am Rande geht es in „Scheintod“ auch darum, ob Schweden so wenig korrupt ist, wie der eine oder andere internationale Korruptionsindex es spiegelt, oder ob das Land so korrupt ist, wie die Mehrheit der Schweden Umfragen zur Folge glaubt.

Einer der interessanteren Hefter aus dem Nachlass des Vaters trägt den Titel „Wohnungsaffäre“. Es geht um den Zusammenhang von Politik und Investmentgesellschaften und Gewerkschaften, Korruption, Bestechung, Interessenkonflikte am Wohnungsmarkt, den Verkauf gemeinnütziger Wohnungen unter nicht gemeinnützigen Bedingungen, um die Nutznießer und die Nachteile für Steuerzahler und Mieter. Es geht um sozialdemokratische Politik und Gewerkschaften.

Fazit:

Louise Boije af Gennäs lässt in “Scheintod”, dem zweiten Band der “Widerstandstrilogie”, das auf Sara wirkende Netzwerk langsam aus dem Hintergrund treten. Wer “Blutblume” mag, dem gefällt auch “Scheintod”, weil “Blutblume” auffällig durchscheint. Am Ende gibt es wieder drei Tote im engeren Umfeld Saras. Manche Personen sind nicht, was sie zu sein scheinen. Sara weiß einiges mehr als zu Beginn der Trilogie. Allerdings sollte man sich nicht daran stören, dass es so viel Redundanz innerhalb des Buchs und mit Blick auf den Vorgängerband gibt.

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