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Sabine Bongenberg
Ein solider, spannender und abschnittsweise witziger Krimi

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Apr 2020

Es war sicher nicht mehr das engste Verhältnis, das die beiden Brüder Michael und Georg verband. Man hatte sich halt auseinander gelebt. Jetzt aber wurde Michael ermordet, und das heißt nicht, dass Georg diese Nachricht schulterzuckend aufnimmt. Er beginnt das Leben seiner Bruders zu untersuchen und stellt dabei fest, dass ihm zwar einiges bekannt, aber genauso vieles vollkommen schleierhaft war. Eines ist aber klar: Michaels Mörder ist immer noch unerkannt unterwegs, und wenn er den einen Bruder ins Jenseits beförderte, hat er möglicherweise kein Problem damit, auch den zweiten auf diese Reise zu schicken.

Zehn Jahre nach seinem letzten Roman verfasste Frank Göhre einen Krimi, in dem verschiedene Verbrechen aufeinander stoßen. Da geht es um Mord, Diebstahl, Zwangsprostitution, Körperverletzung und sexuellen Missbrauch von Kindern. Das alles im Großen und Ganzen erzählt vor der Kulisse von Köln und dessen Umland, Amsterdam und ein wenig Hamburg. Göhre verfolgt auf 170 Seiten also ein strammes Pensum - und möglicherweise ist das das hauptsächliches Problem seines Buches: Es ist ein bisschen arg viel.

Personen geben sich die Klinke in die Hand

So lernt der Leser eine Menge an Personen kennen, die sich die Klinke in die Hand geben, und als ob das nicht genug wäre, springt die Handlung auch noch zwischen unterschiedlichen Zeitzonen hin und her. In die Zeit, als die beiden Hauptakteure Kinder waren, als die Nebenfiguren Opfer von Verbrechen wurden oder als Liebesgeschichten entstanden. Häufig lässt sich dabei auch nicht direkt auf den ersten Blick erkennen, wer gerade was erlebt und gerade am Zuge ist.

Ich fühlte mich damit als Leserin oft überfordert. Die ständige Frage, wer ist das jetzt schon wieder und warum wird jetzt gerade das geschildert, führte dazu, dass ich oft zurückblättern musste, und mich generell mit dem Verständnis schwer tat. Dabei ist das bedauerlich, den Frank Göhre erzählt gut und spannend und vermag durchaus zu fesseln, ist seine Geschichte endlich mal richtig im Schwung.

Beim zweiten Lesen entfaltet sich der Reiz der Geschichte

Nach der letzten Seite  - und einem irgendwie unbefriedigenden Gefühl - las ich den ganzen Krimi noch einmal und jetzt zündete die ganze Geschichte, denn nun waren die Personen, die sonst neu und abrupt eingeführt wurden, keine Unbekannten mehr, und so konnte sich der ganze Reiz dieses Krimis entfalten. Sieht man von den ganzen Verwirr-Spielereien um die diversen Personen ab, wird nämlich ein solider, spannend und abschnittsweise witziger Krimi erzählt, der zu einer logischen Aufklärung führt und den Leser letztendlich sogar noch hoffen lässt, dass die eine Person, die die ganze Zeit für nichts als Ärger suchte, noch einen auf den Deckel bekommt.

Unklar bleibt, ob tatsächlich alle juristischen Feinheiten bedacht wurden und ob Verjährungs- und Altersfragen hier nicht eine unwesentliche Rolle spielen sollten. In einem schlussendlich fiktiven Roman muss aber auch möglicherweise nicht jede dieser Fragen fachgerecht geklärt werden.

Fazit:

Zusammengefasst hat Göhre einen gut erzählten Krimi vorgelegt, der auch so im richtigen Leben spielen könnte. Wie es dort auch ist, wirkt einiges verwirrend und erschließt sich nicht sofort, vielleicht erwartet der Autor hier ein wenig zu viel von seinen Lesern. Hier wäre es möglicherweise hilfreich gewesen, wenn sich der Autor ein wenig mehr Zeit bei der Einführung seiner Personen gelassen oder die einzelnen Handlungsstränge den jeweiligen Akteuren ein wenig deutlicher zugeordnet hätte. Wer sich aber an diesen schnellen und manchmal abrupten Takt gewöhnt hat, dem gefällt es.
 

Verdammte Liebe Amsterdam

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