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Sabine Bongenberg
Das komische Gefühl, dass etwas nicht stimmt

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Apr 2020

Viele von uns haben das schon einmal erlebt: Einmal hat man sich kurz etwas alleine angesehen, sich einmal kurz ein paar Meter vom Partner weg bewegt  Schon ist er im Getümmel verschwunden. Grundsätzlich ist das kein Grund zur Panik – meistens findet er sich bald wieder.

Manchmal aber auch nicht. Vor der flächendeckenden Einführung  des Handys sorgte dieses Szenario oft und gerne  für erhöhten Puls verbunden mit hektischem Suchen. Dennoch kann auch das Handy nicht verhindern, dass ein Partner „abhanden kommt“ und nicht so einfach wieder auftaucht, und in diese Ausgangssituation führt die Autorin Judith Merchant ihre Heldin Nile, die von ihren Nöten aus der Ich-Position erzählt.

Gerade als sie ihr Traum-Brautkleid gefunden hat, ist Niles Partner Ben plötzlich weg, ist sogar telefonisch nicht zu erreichen und so entspinnt sich eine fieberhafte Suche, denn eine große Liebe kann und darf doch nicht so einfach verloren gehen.

Stürmische Liebesgeschichte aus der Retrospektive erzählt

In rasantem Tempo begleitet der Leser die Protagonistin bei  ihrer Suche, und erfährt dabei aus der Retrospektive die stürmische Liebesgeschichte, die Nile und Ben zusammenführte. Dennoch beschleicht den Leser ein zunehmend eigenartiges Gefühl: Wie kann es sein, das ein erwachsener Mann spurlos verschwindet? War die Beziehung der beiden tatsächlich so harmonisch, glücklich oder fast schon symbiotisch, wie die Ich-Erzählerin es einen gerne glauben lassen möchte – oder gab es dann doch ein paar Schatten?

Judith Merchant gelingt ein subtiles Spiel, bei dem sich die ursprüngliche Irritation des Lesers über Niles abschnittsweise irrationale Reaktionen zu Mitleid und zuletzt zu dem eigenartigen Gefühl „dass hier irgendetwas nicht stimmt“ wandelt. Diese Entwicklung ist auch gut so, denn sonst würde die panische und schnell zu Verdachtsmomenten springende Art der Heldin zu sehr nerven.

Hier kann auch ein kleiner Schwachpunkt des Buches ausgemacht werden: Einiges wirkt zu hektisch und zu unausgegoren, um noch nachvollziehbar zu sein.  Dennoch entwickelt sich mit den zunehmenden Fragen, welche Passagen der Realität oder einer stressbedingten eingeschränkten Wahrnehmungsweise entspringen, ein spannender Thriller, der ein zunehmendes Gefühl einer Bedrohung erzielt. Einige Konstruktionen wirken dabei schon an den Haaren herbeigezogen, doch lässt sich auch dieser Umstand mit der letztendlichen Aufklärung rechtfertigen.

Fazit:

Judith Merchant ist ein spannender ungewöhnlicher Krimi gelungen, der sich in seiner Erzählweise nicht nur vom klassischen Who-dunnit, sondern auch vom typischen Thriller unterscheidet. Sicher – an dieser Konstruktion mögen sich einige Geister scheiden. Wer aber Spaß an psychologischen Winkel- und Schachzügen hat, der wird von diesem Buch gefesselt sein.

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