Angst sollst du haben

Erschienen: März 2021

Bibliographische Angaben

Fred Kinzel (Übersetzung)

Couch-Wertung:

50°
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Carola Krauße-Reim
Enttäuschend

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Apr 2021

Peter Swanson legt mit Angst sollst du haben seinen fünften Thriller vor: Die Künstlerin Hen zieht mit ihrem Mann Lloyd nach West Dartford. Während eines Dinners bei ihren neuen Nachbarn entdeckt sie die verschwundene Trophäe eines Mordopfers - für sie ein eindeutiger Beweis, dass ihr Gastgeber Matthew ein Mörder ist. Sie beginnt, ihn zu beschatten, und ist Zeugin eines weiteren Mordes – aber keiner glaubt ihr ...

Es geht bergab

Während die ersten vier Bücher des Autors wirklich die Bezeichnung „Thriller“ verdient hatten, krankt dieses fünfte so sehr an fehlender Spannung, dass es wahrlich keiner ist. Gleich zu Beginn legt Swanson alles auf den Tisch; der Leser ist voll im Bilde, was die Spannung auf Null sinken lässt. Was dann kommt ist eine Handlung, die vor sich hin dümpelt, kaum vorangetrieben wird und sich in Belanglosigkeiten ergeht. Einzig zum Schluss gönnt uns der Autor eine Wendung, die allerdings dem aufmerksamen Leser auch nichts Neues verrät. Dazu kommt der gewöhnungsbedürftige Schreibstil: Kurze, stakkatohafte Sätze wechseln sich mit unendlich verschachtelten ab; ein Lesefluss stellt sich da kaum ein. Die teilweise sehr trivialen Dialoge in enervierend langatmigen Passagen blähen den Roman noch zusätzlich auf. Hätte der Autor sich auf das Wesentliche konzentriert, die Handlung gerafft, wäre das Buch vielleicht nur halb so umfangreich, aber dafür etwas plausibler und weniger monoton.

Bipolarität bestimmt das Geschehen

Hen hat schon einiges hinter sich: Als Studentin zeigte sich ihre Bipolarität mit einer ausgeprägten manischen Phase. Es folgte ein Klinikaufenthalt mit Elektroschock-Therapie und ausgefeilter Medikation. Heute ist sie stabil, aber ihre Umwelt denkt natürlich sofort an einen nächsten Schub, wenn Hen behauptet, einen Mord gesehen zu haben und keiner Beweise für ihre Anschuldigungen gegen Matthew findet. Swanson hat diesen Charakter glaubwürdig und sehr eindrücklich geschildert - was Hen aber dennoch nicht zu einer Sympathieträgerin macht, die den Leser an die Geschichte bindet. Auch Antagonist Metthew ist eine eher antipathische Erscheinung, wie auch Lloyd, den außer Baseball und Bier nicht viel zu interessieren scheint. Bei so vielen Unsympathen fällt es dem Leser schwer, mitzuleiden, wenn so nach und nach die Defizite in den Beziehungen aufgedeckt werden. Wenn dann auch noch Hen und Matthew ziemlich realitätsfern agieren, ist die Luft raus aus dem angeblichen Thriller.

Fazit

Das war enttäuschend! Anders als gewohnt liefert Peter Swanson hier einen wenig spannenden und zudem in gewöhnungsbedürftigem Stil verfassten Roman ab, der die Bezeichnung „Thriller“ nicht verdient – hier hat niemand Angst.

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