Little Lies

Erschienen: Januar 2020

Bibliographische Angaben

Aus dem Amerikanischen von Cathrin Claußen
Originaltitel: „The perfect Stranger“

Couch-Wertung:

65°

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Sabine Bongenberg
Sehr, sehr behäbige Geschichte

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Mär 2020

Zuerst war es Leah noch nicht einmal aufgefallen, dass ihre Freundin Emmy ein paar Tage nicht nach Hause gekommen war. Schließlich wohnen beide nur in einer WG, und nicht in einer Partnerschaft zusammen. Erst als sich wegen eines Verbrechens in der Nachbarschaft einige Fragen ergeben, beginnt sie nach ihrer Freundin zu suchen, und dabei stellt sie fest, dass sie offensichtlich nur das von ihr wusste, was sie wissen sollte und vieles im Dunklen – oder möglicherweise sogar im Argen – lag.

Protagonistin ist leider nicht gerade gesprächig

Megan Miranda lässt ihre Heldin Leah aus der Ich-Perspektive erzählen, aber unglücklicherweise ist Leah nicht eine, die ihr Herz auf der Zunge trägt. Eher würde hier der Ausdruck passen, dass ihr alles aus der Nase gezogen werden muss, und so ist es für den Leser ein mühsames Unterfangen, näheres über Leah zu erfahren. Dabei war ihr Leben bisher nicht uninteressant, als Journalistin sorgte sie für einen ordentlichen Skandal und entschied sich, alle Brücken hinter sich zu verbrennen und mit der besten Freundin in einen neuen Bundesstaat zu ziehen, um dort ein neues Leben anzufangen.

Leider vermag Miranda es nicht, ihrer Heldin interessante oder möglicherweise liebenswerte Züge einzuhauchen. Leah ist so interessant wie Spülwasser - und scheinbar auch genauso temperamentvoll. Sie ist ein loses Blatt, das zunächst von ihrer dominanten Mutter, von eigenartigen und befremdlichen Männerbekanntschaften, und von ihren seltsamen Schülern regelrecht durch ihr Leben geweht wird, ohne eigene Charakterzüge zu zeigen.

Leah weiß im Greunde nichts über ihre beste Freundin

Die einzige halbwegs stabile Komponente stellt ihre Freundin Emmy dar, und so muss es den Leser noch einmal mehr verwundern, dass Leah über diese Freundin – so wie es die Autorin will – im Prinzip nichts weiß. Und spätestens hier ist die Geschichte mehr als eigenartig: Von einer besten Freundin kenne ich den Geburtstag, den Nachnamen, den Arbeitsplatz, und ich kenne zumindest auch ein paar Freunde, weil ansonsten ist diese Frau nicht meine beste Freundin, sondern irgendeine Bekannte.

Unglücklicherweise hangelt sich die Geschichte in erster Linie am Fehlen dieser Informationen entlang, und erst wenn der Leser tatsächlich kapitulieren will, bekommt er wieder ein paar Häppchen zugeworfen, die sein mittlerweile fast erloschenes Interesse immerhin wieder ein wenig zum Glühen bringen. Grundsätzlich mag das eine Taktik sein, um auf einer gewissen Seitenzahl eine kurze Geschichte lang zu erzählen, es dient aber nicht dazu, einen Spannungsbogen hoch zu halten. Das verstärkt sich insbesondere noch durch die blasse Heldin, deren Schicksal zumindest mir alsbald relativ egal war.

Fazit:

Megan Miranda greift bei diesem Buch ein Thema auf, das grundsätzlich eine spannende Lektüre versprechen könnte und sich mit dem „Identitätsklau“ auch einem aktuellen Thema widmet. Dennoch dürfte es dem Leser schwer fallen, sich für ein solches Verbrechen zu interessieren, wenn die uninteressante Person A durch die blasse Person B ersetzt wird, und jede Information auch noch über mehrere Kapitel, Seiten oder finstere Andeutungen mühsam erlesen werden muss. Wer es durchhält, der erfährt immerhin, wie die Geschichte ausgeht, stellt aber auch fest, dass diese Infos nur noch am Rande interessieren. Es ist so, wie es immer ist: Eine halbwegs gute Idee trägt keinen ganzen Roman.

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