Schweige still

Erschienen: Dezember 2019

Bibliographische Angaben

Kristian Lutze (Übersetzung)

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Sabine Bongenberg
Nicht alle neuen Besen kehren richtig gut

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Mär 2020

Cyrus Haven, Psychologe, wird an den Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens gerufen. Jodie Sheehan, 16 Jahre alt, talentierte Eiskunstläuferin und am Anfang ihrer Laufbahn stehend, wird ermordet aufgefunden. Alle Anzeichen weisen auf einen Sexualmord hin. Das Mädchen erschien vordergründig wie ein kleiner, unschuldiger Engel – umso bestürzender sind die Wahrheiten, die sich nach ihrem Tod ergeben: Jodie Sheehan war sexuell aktiv, schien kein Problem damit zu haben, mehrere Bekanntschaften gleichzeitig zu pflegen und verfügte über eine hohe Summe Bargeld, deren Herkunft vollkommen unklar ist. Cyrus Haven wird in die Ermittlungen dieses Mordfalls involviert und hat dabei noch eigene Probleme zu lösen.

Die Ermittler eint ein bizarres und tragisches Schicksal

In seinem neuen Roman schickt Michael Robotham nicht seinen altbekannten psychologischen Helden Joe O’Loughlin an die Front, sondern bedient sich eines neuen Gesichts. Cyrus Haven, Psychologe und Kollege von O’Loughlin, tritt abwechselnd mit der weiteren Erzählstimme Evie Cormac auf. Beide eint dabei ein bizarres und tragisches Schicksal: Cyrus überlebte als Einziger ein Massaker, das sein Bruder an der Familie verübte.

Evie wurde entführt, jahrelang gefangen gehalten und erst durch weitere tragische Umstände befreit. Der Leser trifft damit in Robothams Buch auf insgesamt drei Erzählstränge. Grundsätzlich und für sich alleine gesehen ist jeder spannend und interessant zu lesen. Hier aber sind sie auf so haarsträubende Art und Weise miteinander verknüpft, dass Robotham, der sonst hoch in meiner Gradgunst steht, ein paar deutliche Einbußen in Kauf nehmen musste.

Zum einen ist da die ungewöhnliche Geschichte, die die beiden Protagonisten tatsächlich zusammenführt. War Evie eingangs nur ein Untersuchungsobjekt des Psychiaters, wird sie in einem weiteren Schritt zu seinem Mündel und Hausgenossen. Hier treten bereits erste Fragezeichen auf, wäre doch eine derartige Beziehung zwischen einem Psychiater und einem Patienten schon mehr als ungewöhnlich – freundlich formuliert – oder unprofessionell – sollte man nicht so freundlich sein. Obwohl mit sensiblen Informationen ausgestattet, legt Haven noch weitere Zeugnisse seiner Unfähigkeit auf den Tisch, sieht er doch offensichtlich keine Notwendigkeit, diese vor den neugierigen Augen seiner neuen Mitbewohnerin zu verschließen und geht – als das Kind dann tatsächlich in den Brunnen gefallen ist – so weit, Evie mit in die Ermittlungen einzubinden. Wenn auch zugegebenermaßen nur unter Widerstand.

Sicherlich mag jeder Psychiater seine eigenen Vorgehensweisen haben, aber professionelles Verhalten stelle ich mir bei einer Untersuchung eines Kapitalverbrechens doch anders vor. Kritisch hinterfragen möchte ich auch die Wahl des deutschen Titels, die sich mir nicht wirklich erschließt. Hier fand ich den englischen Titel „Good girl, bad girl“ wesentlich schlüssiger, weist er doch schon subtil und interessant auf die späteren Untersuchungen hin.

Ein durchaus spannender Krimi mit berührenden Momenten

Abgesehen von diesen haarsträubenden Geschichten, ist Robotham dennoch ein durchaus spannender Krimi mit berührenden Momenten gelungen. Schöne und lesenswerte Momente schafft er insbesondere in der Retrospektive auf die beiden Familien, die mit ihrer Freude, Leichtigkeit und ihren leuchtenden Farben dennoch dem Untergang geweiht waren. Hier zieht eine Melancholie durch das Buch, die es vom bloßen Krimi abhebt.

Fazit:

Robotham geht offensichtlich so langsam daran, seinen „alten“ Helden Joe O’Loughlin in Rente zu schicken, und nach dem meiner Meinung nach eher faden Verwirrspiel um „Die andere Frau“ tut er nicht schlecht daran. Dennoch muss sich der Leser erst an ein neues Gesicht gewöhnen – oder möglicherweise an mehrere neue Gesichter – und diese Einführung mag vielleicht selbst für einen Autor vom Format Robothams nicht ganz einfach sein. Dennoch ist bei Cyrus Haven noch Luft nach oben, aber andererseits auch noch viel Potential, so dass es sicherlich lohnt noch auf neue Bände mit diesem neuen Gesicht zu warten – und dann wieder 90° zu vergeben.

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