Neuschnee

Erschienen: Dezember 2019

Bibliographische Angaben

Ivana Marinovic (Übersetzung)

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Thomas Gisbertz
Spannender Highland-Thriller

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Feb 2020

Winter in den schottischen Highlands: Neun Freunde verbringen den Jahreswechsel in einer abgelegenen Berglodge. Sie feiern ausgelassen, erkunden die eindrucksvolle Landschaft und gehen auf die Jagd – doch was als ein unbeschwerter Ausflug beginnt, wird bitterer Ernst, als heftiger Schneefall das Anwesen von der Außenwelt abschneidet.

Nicht nur das Gerücht von einem umherstreifenden Serienmörder lässt die Stimmung immer beklemmender werden, auch innerhalb der Gruppe suchen sich lang begrabene Geheimnisse ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird einer der Freunde tot draußen im Schnee gefunden und die Situation in der Lodge eskaliert.

Tat des Highland-Rippers?

Zum ersten Mal seit langem treffen sich die Pärchen Mark und Emma, Miranda und Julien, Nick und Bo, Samira und Giles sowie die alleinstehende Katie wieder, um gemeinsam Silvester zu feiern. Vier Tage verbringen sie auf dem exklusiven Landgut Loch Corrin in der winterlichen Wildnis der schottischen Highlands. Außer den Freunden sind nur noch ein Paar aus Island sowie der Wildhüter Doug und Gästebetreuerin Heather auf dem Anwesen. In der Abgeschiedenheit geht die Harmonie in der Gruppe schnell verloren. Persönliche Eitelkeiten, Beziehungsprobleme und Neid sorgen immer stärker für Spannungen.

Plötzlich findet Doug eine der anwesenden Personen ermordet auf. Hat der Highland-Ripper wieder zugeschlagen, dem bereits sechs junge Frauen zum Opfer gefallen sind? Während Heather umgehend die Polizei informiert, setzt starker Schneefall ein, so dass die Lodge nicht mehr zu erreichen ist. Als die junge Gästebetreuerin die Information erhält, dass der mutmaßliche Highland-Ripper bereits vor Tagen in Glasgow festgenommen wurde, steht fest: Der Täter befindet sich noch unter den anwesenden Personen auf dem Landgut.

Thriller-Debütantin

Lucy Foley, 1986 in Sussex, England geboren, hat Englische Literatur studiert und ihren Masterabschluss in Moderner Literatur an der Universität London gemacht. Sie arbeitete einige Jahre in der Verlagsbranche, unter anderem als Lektorin, und schrieb währenddessen ihren ersten Roman „Die Stunde der Liebenden“, dem weitere folgen sollten.

„Neuschnee“, der im Original den treffenderen Titel „The hunting party“ trägt, ist der erste Thriller der Engländerin. Die Idee hierfür entstand, nachdem sie mit ihrem Mann einen romantischen, aber abgelegenen Ort in den schottischen Highlands besucht hatte, der sie einfach nicht mehr losließ: „Als wir ankamen, warnte man uns, dass wir bei starkem Schneefall nicht mehr würden abreisen können. Da habe ich richtig Gänsehaut bekommen. Und ich wusste sofort, dass diese Umgebung perfekt ist für die Art von Buch, die ich schreiben wollte: einen modernen Thriller, in dem alle Verdächtigen – und natürlich der Mörder – an einem bestimmten Ort gemeinsam gefangen sind.“ Foley spürte, dass die Einsamkeit und die Wildheit der Landschaft „etwas Unterdrücktes, etwas Dunkles im Menschen“ ans Licht bringen könnte. Genau darum geht es in ihrem Debüt-Thriller, der wochenlang in den UK-Top-Ten vertreten war.

Klassisches Handlungsmotiv

In der Tat bietet „Neuschnee“ zunächst einen bekannten und bewährten Plot, der aber auch eine Besonderheit aufweist: Zwar geht es in klassischer Whodunit-Manier  um die Frage, wer der Täter ist, gleichzeitig lässt Foley den Leser lange Zeit auch über das Opfer im Dunkeln. Zwar weiß man bereits auf der zweiten Seite des Thrillers, dass es eine Leiche gibt, alles andere ergibt sich aber erst im Laufe der Handlung. Das lässt auf gleich zweifache Weise Spannung entstehen, da man unweigerlich auch der Frage nachgeht, wer als Opfer in Frage kommen könnte.

Die Gruppe, die überwiegend aus einer ehemaligen Oxforder Studentenclique besteht, setzt sich aus unterschiedlichen Charakteren und Typen zusammen, die zum Teil grundverschieden auftreten. Das birgt genügend Potential für Konflikte unterschiedlicher Art. Lang gehütete Geheimnisse werden offen gelegt, Missgunst und versteckter Hass treten zunehmend zu Tage.

Große Zahl an Verdächtigen

Alle anwesenden Personen werden im Detail skizziert und erscheinen verdächtig oder kommen als potentielles Opfer in Frage. Sei es der aus einem Afghanistan-Einsatz traumatisierte Wildhüter Doug, die depressive Gästebetreuerin Heather, die sich nach dem Tod ihres Freundes bewusst für die Einsamkeit der Highlands entschieden hat, der selbstverliebte Julien, der illegale Absprachen bei seiner Arbeit für einen Hedgefonds getroffen hat, oder Partygirl Miranda, die wegen ihres Aussehens beneidet wird, aber beruflich im Gegensatz zu Samira, Katie und Emma nie Fuß fassen konnte. Die Gruppe-Mitglieder begegnen sich größtenteils mit festgefahrenen Rollenerwartungen, die die einzelnen Charaktere glaubten, längst hinter sich gelassen zu haben.

Der Thriller kommt dabei gänzlich ohne einen Ermittler aus. Foley schafft es auch so sehr geschickt, die wahren Menschen hinter ihren Masken zu offenbaren. Dabei sorgt sie wiederholt für überraschende Wendungen, die der Handlung nicht nur eine neue Richtung sondern auch Tempo verleihen.

Fazit:

Der Plot ist sicherlich nicht neu, aber Foley gelingt tatsächlich ein moderner Roman nach klassischer Agatha-Christie-Manier. „Neuschnee“ hat alles, was einen guten Thriller ausmacht: Spannung, ein einzigartiges Setting, eine düstere Atmosphäre und beste Unterhaltung bis zum Schluss – und das ohne drastische Gewaltdarstellung. Im Mittelpunkt stehen stattdessen die Figuren und die immerwährende Frage, wie gut man eigentlich seine Freunde kennt.

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