In schwarzen Spiegeln

Erschienen: Oktober 2019

Bibliographische Angaben

Karl-Ludwig Wetzig (Übersetzung)

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Andreas Kurth
Anarchisten, Polizisten und eine patente Friseurin

Buch-Rezension von Andreas Kurth Feb 2020

Den ersten Thriller von Stefán Máni habe ich als isländischen Noir-Roman bezeichnet. Das trifft auf “In schwarzen Spiegeln” nicht so ganz zu, obwohl der Autor auch hier einige entsprechende Elemente verwendet hat. An manchen Stellen wird wieder “der Farbschleier von der Wirklichkeit gezogen”, allerdings nicht so gründlich und tiefgehend wie beim Vorgänger-Buch. Dennoch zeigt der Autor auch in seinem neuen Roman, dass er ein guter Erzähler ist, der die Leser mit seiner Geschichte fesseln und nachhaltig unterhalten kann.

Aber bei der Geschichte um den skrupellosen Anarchisten Aron Beck und den idealistischen Polizisten Hördur Grimsson nimmt der Autor - vom Prolog abgesehen - einen recht langen Anlauf, bevor es richtig spannend wird. Das bedeutet nicht, dass die Handlung zunächst langweilig ist. Vielmehr werden Grimsson, sein Kollege Vigfus, und einige beteiligte Kleinkriminelle ausführlich vorgestellt. Ausgangspunkt ist der Fund eines menschlichen Schädels in einem Lagerhaus, der später noch eine zentrale Bedeutung für den Plot bekommen wird. Aber zunächst wissen die beiden Polizisten Hördur und Vigfus mit dem Schädel, einigen Büchern und mehreren Voodoo-Puppen so gar nichts anzufangen.

Morde ohne ein direkt sichtbares Motiv der Täter

Doch dann wird der Abgeordnete Porolfur Hannesson direkt vor dem Parlamentsgebäude erstochen, von einem jungen Mann, der so gar kein sinnvolles Motiv zu haben scheint. Mit diesem Mord haben die beiden Streifenpolizisten eigentlich nichts zu tun, denn das ist die Angelegenheit  der Profis von der Mordkommission. Aber Hördur Grimsson mischt sich in die Ermittlungen ein, denn er sieht Zusammenhänge, die seinen ziemlich arroganten Kollegen zunächst entgehen.

Hördur hat nämlich eine Spur entdeckt, die zum Anarchisten Aron Beck führt - aber der sitzt im Gefängnis. Hördur wird mit seinen Erkenntnissen allerdings überhaupt nicht ernst genommen.

Als er eine Attacke auf Politik, Justiz und Polizei vorhersagt, glauben ihm die Mitglieder der Mordkommission nicht. Doch dann wird trotz Bewachung durch die Polizei ein Richter in seinem eigenen Haus getötet - wieder von einer Person ohne erkennbares Motiv.

Plötzlich wird Hördur ernst genommen und ist mitten drin in den Ermittlungen der Profis. Doch es bleibt ein Auf und Ab für den jungen Polizisten - auch im privaten Bereich, wo er gerade eine junge Frau kennengelernt hat.

Hördur will unbedingt bei den “großen Jungs” mitmachen

Die vermeintlichen Täter sind dem Leser recht frühzeitig bekannt. Die Spannung wird in dem Thriller dadurch erzeugt, dass es fraglich ist, wann die Erkenntnisse von Hördur Grimsson endlich zu Konsequenzen führen. Und der Spannungsbogen steigt dramatisch an, als Hördurs junge Freundin - eine lebensbejahende und pfiffige Friseurin - in die Gewalt der Killer gerät.  Hier dreht der Autor im dynamischen Finale so richtig auf, das letzte Drittel ist rasant und auch überaus fesselnd.

Hördur Grimsson ist ein sympathischer Held, mit dem man als Leser gerne mitfiebert. Er will unbedingt bei den “großen Jungs” mitmachen, schwankt aber immer wieder zwischen innerer Überzeugung und gehörigen Selbstzweifeln. Man wünscht sich irgendwann, dass er mit seinen Erkenntnissen und Theorien durchdringt, und leidet mit, wenn er doch wieder zurückgewiesen wird.

Die Anarchisten mit Aron Beck an der Spitze sind ziemlich spezielle Bösewichte. Aber da die Rollen hier so klar verteilt sind, gibt es auch bei der Verteilung der Sympathien des Lesers keinerlei Zweifeln.

Fazit:

Stefán Máni erzählt in seinem neuen Buch eine ziemlich esoterische und mystische Geschichte. Man muss fantastische Anklänge schon mögen, sonst kann man mit der - in meinen Augen recht gelungenen - Auflösung der Mordfälle nichts anfangen. In vielerlei Hinsicht ist “In schwarzen Spiegeln” völlig anders als “Der Stier und das Mädchen”, aber mindestens genauso fesselnd und unterhaltend. Richtig klasse ist das dynamische und überaus dramatische Finale - Kopfkino der besseren Art zum Mitfiebern und Atem anhalten.

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