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Thomas Gisbertz
Zu viel Gewalt, zu wenig Inhalt

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Jul 2020

Die Blutspritzer verraten es: Der Mörder hat mit der sterbenden jungen Frau getanzt. Anschließend hat er die Leiche drapiert und eine tote Ratte unter sie gelegt. Ella Greenwood und Leonhard Stegmayer von der Berliner Mordkommission stehen vor einem ebenso grausamen wie bizarren Fall. Kurz darauf geschehen weitere Morde. Die scharfsinnige Kommissarin, die immer noch mit einem Kindheitstrauma zu kämpfen hat, und der egozentrische Oberkommissar jagen einen Psychopathen. Dies kann aber nur Erfolg haben, wenn sie ihre Querelen untereinander endlich überwinden. Doch längst hat der Killer da schon sein nächstes Opfer im Blick.

Bestialischer Psychopath

Als die alleinstehende Josephine Bruckner sich zuhause mit ihrem Date trifft, ist sie hin- und hergerissen. Auf der einen Seite sehnt sie sich nach einem Partner, auf der anderen Seite löst die neue Bekanntschaft bei ihr nur Angst aus. Wie richtig sie mit ihrer Einschätzung liegt, muss sie kurz darauf schmerzvoll erfahren: Mehrfach sticht der Mann mit einem Korkenzieher in ihren Hals. Das ist aber erst der Anfang des Martyriums.

Auf bestialische Weise tötet der Täter die junge Frau, um anschließend mit ihr zu tanzen, sie danach zu waschen und einzucremen. Zum Abschluss arrangiert er die Leiche regelrecht auf dem Bett. Alles scheint nach einem Ritualmord auszusehen. Die Ermittler Stegmayer und Greenwood kommen in ihren Ermittlungen nur langsam voran. Als ein weiterer Toter auftaucht, wird der Fall immer mysteriöser.

Amazon-Bestsellerautor

Über den Autor ist wenig bekannt. Noah Fitz, Jahrgang 1978, habe schon immer den Wunsch gehabt, Bücher zu schreiben und ein bekannter Autor zu werden, heißt es bei Amazon. Mit dem Selfpublishing beim Online-Versandhändler öffnete sich für ihn eine Tür, um seinem Ziel näher zu kommen. Mittlerweile sind zahlreiche Titel bei Edition M von ihm erschienen. 2014 veröffentlichte er seinen Debütroman „Atme, wenn Du kannst“. Mit der Johannes-Hornoff-Reihe ist Fitz seit Jahren bei Amazon erfolgreich. „Der Totentänzer“ ist nach „Sei.Endlich.Still.“ (ebenfalls 2020 erschienen) der zweite Band um das Ermittlerduo Leonhard Stegmayer und Ella Greenwood.

Inhaltlich zu wenig

Man kann Autor Noah Fitz handwerklich wenig vorwerfen. Der Fall um den geheimnisvollen „Totentänzer“ ist durchaus spannend und das Ermittlerduo besitzt seinen ganz eigenen Charme. Dennoch sticht der aktuelle Band des Autors nicht aus der breiten Masse an Thrillern heraus und wirkt stattdessen inhaltlich wenig durchdacht, teilweise auch langatmig. Man gewinnt durch das Tempo, in dem der Autor bei Edition M seine Romane herausbringt, den Eindruck, dass er sich leider etwas zu wenig Zeit für die Plots seiner Thriller lässt. Warum zahlreiche Leser derart vom Autor begeistert sind, erschließt sich nicht. Reicht Durchschnitt aus, weil wir anspruchsloser geworden sind?

Am Auffälligsten ist, dass zahlreiche Autoren - und dazu gehört in diesem Fall auch Noah Fitz - einfach keine Geschichte mehr zu erzählen haben. Dabei besteht ein guter Thriller aus mehr als nur die Darstellung von Gewalttaten. Der „Totentänzer“ hangelt sich von einer Perversität zur nächsten. Auch wenn Fitz dies immer wieder durch die ambivalente und mitunter kurzweiligen Darstellung der beiden Hauptfiguren und ihre gegenseitigen Sticheleien aufbricht, so ist dies einfach zu wenig. Es reicht aus meiner Sicht nicht, die Handlung am widerwärtigen Vorgehen des Täters festzumachen und sein Verhalten mit Ereignissen aus seiner Kindheit zu erklären.

Der Autor wirkt hier leider wie ein Hobbypsychologe, der sein Wissen aus der Lektüre anderer Krimi- und Thrillerautoren speist. Dass dann plötzlich auch noch ein zweiter Psychopath auftaucht, der ebenfalls aus laienhaft zusammengestückelten Gründen vor vielen Jahren eine schwangere Frau brutal ermordet hat, verstärkt diesen Eindruck noch. Wer auf der Suche nach einer interessanten Studie eines krankhaften Mörders ist - wie dies aktuell Anna Terboven mit „Zartweißer Tod“ fabelhaft gelingt -, wird hier enttäuscht. Nicht die Motive der Täter stehen im Vordergrund sondern deren Taten. Hinzu kommt, dass der Roman inhaltlich vollkommen überfrachtet ist.

Schwache Figurendarstellung

Die Figuren sind, wie geschrieben, interessant - aber in ihrer Darstellung nicht neu. Solche Ermittlerpaare kennt man zur Genüge. Grundsätzlich ist dies auch gar nicht zu bemängeln, wenn Stegmayer und Greenwood ihre ganz eigenen Besonderheiten aufweisen würden. Das ist aber leider nicht der Fall. Die 29-jährige Ermittlerin Ella Greenwood, die erst seit Kurzem Kommissarin ist, leidet unter einem Kindheitstrauma, welches für diesen Fall eine wichtige Rolle spielt, aber auch genau hierfür erdacht zu sein scheint.

Der 45-jährige Kriminaloberkommissar Leonhard Stegmayer, der viel Wert auf sein Äußeres legt, tritt sehr dominant und selbstverliebt auf, weiß aber das selbstbewusste Auftreten seiner Kollegin durchaus zu schätzen. Die einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass beide sehr wohlhabend sind. Eine genauere, detailreichere Charakterisierung der Figuren fehlt aber leider. Dass das brutale Vorgehen der Psychopathen sie in irgendeiner Form belasten könnte, wird hier überhaupt nicht deutlich.

Fazit: 

„Der Totentänzer“ ist ein durchschnittlicher Thriller, der seinen Schwerpunkt auf die Darstellung der brutalen und perversen Gewaltexzesse legt. Die Darstellung sämtlicher Figuren ist oberflächlich, und bezogen auf die Motive der Psychopathen naiv und einfältig. Der aktuelle Roman von Noah Fitz ist aber durchaus spannend, wenn auch teilweise etwas langatmig geschrieben. Er hebt sich aber überhaupt nicht von der breiten Masse an Thrillern ab.

Der Totentänzer

Der Totentänzer

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