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Thomas Gisbertz
Solider, aber kein herausragender Thriller

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Feb 2020

Kommissar Olav Thorn ahnt nichts Gutes, als er kurz vor Weihnachten zu einem bizarren Fund an den Bremer Busbahnhof gerufen wird. Im Gepäckraum eines Reisebusses aus Dortmund ist ein Koffer zurückgeblieben - mit grauenvollem Inhalt, sowie einem Zettel mit der Botschaft: „Ich packe meinen Koffer, und auf die Reise geht ...?“

Noch bevor die Ermittlungen in Bremen richtig in Gang kommen, erreicht den Kommissar eine Nachricht aus Berlin: Auch am dortigen Busbahnhof ist ein Koffer mit Leichenteilen aufgetaucht. Wieder ist dieselbe Botschaft beigelegt. Thorn und seine Berliner Kollegin Leonie Grün tragen fieberhaft Puzzlestück für Puzzlestück zusammen, doch der Killer ist ihnen immer einen Schritt voraus. Und er ist noch lange nicht am Ende seiner Reise angelangt.

Bestialischer Täter

Das Fernbus-Unternehmen Youbus, ein Start-up, hat Flixbus den Kampf angesagt. Im gnadenlosen Wettstreit um Kosten-Minimierung und Gewinn-Optimierung kommt es daher mehr als ungelegen, dass sich ein brutaler Psychopath ausgerechnet Youbus ausgesucht hat, um seinen Opfern aufzulauern. Bei der Vielzahl der Reiserouten fällt es den Ermittlern dennoch nicht leicht, auf die Spur des Killers zu kommen.

Die Zeit drängt, denn immer mehr Reisende fallen dem unheimlichen Täter zum Opfer. Dabei geht dieser äußerst brutal vor: Mit einer Drahtsäge amputiert er die Hände oder Füße seiner Geiseln, und wäscht die abgetrennten Gliedmaßen, bevor er sie in Gefrierbeutel verpackt und auf Reisen schickt. Doch dann begeht der ordnungsliebende und pedantische Killer einen fatalen Fehler.

Bekannter Bestseller-Autor

Frank Kodiak ist das Pseudonym für Andreas Winkelmann, geboren 1968, der bei Rowohlt schon etliche Thriller veröffentlicht hat. Mit „Das Haus der Mädchen“ stand er 2018 monatelang unter den Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste, „Die Lieferung“ erreichte 2019 sogar Platz 1. Bevor er sein erstes Buch veröffentlichte, arbeitete Winkelmann unter anderem als Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer. „Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus“, kennzeichnet er seine Faszination für das Thriller-Genre. Mittlerweile zählt Winkelmann zu den bekanntesten Thriller-Autoren Deutschlands.

Kurzweilige Tätersuche

Der Autor verzichtet in seinem aktuellen Thriller weitgehend auf überflüssige Nebenhandlungen. Dadurch gewinnt die Handlung sicherlich an Dynamik und Tempo – aber dies zu Ungunsten einer tiefer gehenden Figurendarstellung. Versucht Winkelmann dann plötzlich seine Figuren auch von ihrer menschlichen Seite zu zeigen, so wirkt das zum einen unfreiwillig komisch, zum anderen geschieht dies dennoch zu oberflächlich.

Die Figurendarstellung gehört – zumindest in diesem Thriller – sicherlich nicht zu den Stärken des Autors. Gleiches gilt für seinen Sprachstil, der eher nüchtern und sachlich ist, statt durch eine unter die Haut gehende und wirkungsvolle Ausdrucksweise zu überzeugen.

Dafür bietet Winkelmann aber einen rasanten Thriller um einen Psychopathen, den die Ermittler von Dortmund über Bremen, Berlin, Dresden und wieder nach Dortmund durch halb Deutschland verfolgen. Spannung ist von der ersten Seite an garantiert, auch wenn diese eher durch eine teilweise doch sehr drastische und brutale Darstellungsweise der Taten erzeugt wird. Man muss diese Art des Schreibens nicht mögen, aber Nervenkitzel erzeugt sie auf jeden Fall.

Enttäuschende Auflösung

Der Ansatz Winkelmanns, seiner Geschichte um Kommissar Thorn und seiner Berliner Kollegin Leonie Grün eine Parallel-Erzählung entgegen zu stellen, die sich dem Täter aus einer ganz anderen Perspektive nähert, ist gut durchdacht, hat aber in der Umsetzung auch seine Längen. Hier sucht der Privatdetektiv Jan Kantzius im Namen eines Familien-Clans nach einer Angehörigen, die seit einiger Zeit verschwunden ist, wobei seine Ermittlungsmethoden eher zweifelhaft erscheinen.

Leider fällt das Ende des Thrillers doch deutlich ab, gleichwohl die Auflösung überraschend kommt. Insgesamt wirkt der Schluss aber zu konstruiert und endet zu  abrupt. Auch die Herleitung des Motivs will nicht so richtig überzeugen. Auch wenn dies sicherlich in der dargestellten Weise möglich sein kann, wirkt es doch eher albern.

Fazit:

Andreas Winkelmann gelingt ein handwerklich solider, aber sicherlich kein überdurchschnittlicher Thriller. Er wirkt eher wie eine Auftragsarbeit ohne besondere Highlights. Man ist vom Autor deutlich mehr gewohnt. Die parallel beim Rowohlt Verlag erscheinende Reihe um Kommissar Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca Oswald, deren vierter Teil „Der Fahrer“ im Juni 2020 veröffentlicht wird, scheint Winkelmann jedenfalls deutlich mehr am Herzen zu liegen, und sei deswegen für Fans des Autors eher empfohlen.

Das Fundstück

Das Fundstück

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