Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod

Erschienen: Dezember 2019

Bibliographische Angaben

Susanne Goga-Klinkenberg (Übersetzung)

Couch-Wertung:

64°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

2 x 91°-100°
2 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
1 x 21°-30°
1 x 11°-20°
1 x 1°-10°
B:62
V:8
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":1,"10":0,"11":0,"12":1,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":1,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":1,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":1,"86":0,"87":0,"88":0,"89":1,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":1,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Almut Oetjen
Mutter-Tochter-Gespann in Verschwörungsgeschichte

Buch-Rezension von Almut Oetjen Jan 2020

Maggie Carpenter aus Owl Creek in Maine erfährt, dass ihre 31-jährige Tochter Allison beim Absturz eines viersitzigen Flugzeugs in den Rocky Mountains von Colorado wahrscheinlich ums Leben gekommen ist. Der Tod von Allys 34-jährigem Verlobten Ben Gardner, CEO des Pharmaunternehmens Prexilane Industries, wird hingegen bestätigt. Da von Ally jede Spur fehlt, hofft Maggie, ihre Tochter sei noch am Leben.

Ally hat den Absturz tatsächlich überlebt. Sie hat mehrere Verletzungen, darunter eine entzündungsfähige am Bein, die sie versorgt. Sie deckt sich mit ein paar Lebensmitteln aus dem Flugzeugwrack ein und macht sich auf den Weg durch die Wildnis, um in bewohntes Gebiet zu gelangen. Ein Mann verbrennt das Wrack und verfolgt Ally.

Seit dem Tod ihres Ehemanns Charlie vor zwei Jahren hat Maggie mit ihrer Tochter nichts mehr zu tun, woran sie sich die Schuld gibt. Nun bemüht sie sich herauszufinden, was zur Entfremdung zwischen Mutter und Tochter geführt haben könnte. Bei ihren Recherchen stößt sie auf Informationen über Ben Gardner und Prexilane Industries. Das Unternehmen vertreibt ein Antidepressivum für junge Mütter mit postpartaler Depression, dessen Nebenwirkungen erheblich sind – bis hin zum Tod.

„Die Frauen von Owl Creek glaubten an die heilende Kraft der Aufläufe.“

Der Plot von „Freefall“ verbindet drei Themen miteinander: die Survival Tour der Überlebenskünstlerin Ally durch die Wildnis, die entfremdete Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Ally und Maggie, Korruption und Vertuschung bei einem Pharmaunternehmen und einem FDA-Mitarbeiter. 

Kapitelweise wechselnd entfaltet Barry die Geschichten von Allison (Flucht und Reflexion) und Maggie (Trauer, Recherche und Reflexion). Allisons Fluchtbewegung treibt die Erzählung an. Der Wechsel in der Gleichzeitigkeit der Handlungen bedeutet immer auch eine Verringerung der Ereignisgeschwindigkeit.

Die Autorin zieht die Spannungskurve geschickt nach oben

Zugleich wachsen mit Allys Annäherung ans Ziel die Herausforderungen. Beginnend mit den beiden Initialzündungen, dem Flugzeugabsturz (Ally) und der Absturznachricht (Maggie), zieht Barry die Spannungskurve geschickt nach oben und erlaubt sich dabei keinen Durchhänger. Die Autorin steigert die Spannung in ihrem Thriller vor allem durch die Verbindung beider Perspektiven und das schrittweise Offenlegen der Hintergründe.

Ally erzählt ihre Fluchtgeschichte in der Gegenwartsform und durchsetzt sie mit Episoden aus ihrer Vergangenheit, die ihr helfen sollen, ihre aktuelle Situation besser zu verstehen.

Ihre Mutter hingegen erzählt die zeitgleich stattfindenden, sie betreffenden Ereignisse, jedoch in der Vergangenheitsform. Am Ende laufen beide Erzählungen in der Gegenwartsform zusammen.

Die Annäherung wird dramaturgisch unterstrichen durch zwischenmontierte Seiten, auf denen bis zur Ziellinie jeweils nur eine Zeile steht: die noch zurückzulegenden Kilometer.

Zwei intelligente Frauen, seit zwei Jahren einander entfremdet, beide auf der Suche, Maggie nach ihrer Tochter, Ally nach einem Ausweg. Getrennt sind sie durch die räumliche Distanz, verbunden sind sie durch ein emotionales Band, dass trotz der Entfremdung nicht zerrissen ist.

Die beiden Konflikte Allys und Maggies sind bestimmt durch eine Emotionalität, die uns tief in die Charaktere führt. Beide Frauen erleiden unverdientes Unglück, mit dem sie an verschiedenen Orten auf ihre Weise umgehen. Maggie reagiert teils ungehalten auf ihr Umfeld, was zugleich verletzend wie verständlich ist. Sie macht aber Punkte bei Nachbarn und Lesern, weil sie trotz ihrer enormen psychischen Belastung im nächsten Moment Anteilnahme zeigt. Ally bekommt mit ihrer schlimmen Verletzung ein körperliches Handicap für die Flucht zugewiesen. Allison und Maggie werden als Charaktere stückweise entwickelt durch ihr Verhalten in Extremsituationen, durch die Entscheidungen, die sie treffen. Barry führt Verschiebungen in der Wahrnehmung von Mutter und Tochter herbei, indem sie deren in den Ereignissen verborgenes Selbst freilegt.

Ally weiß, dass ihre Mutter der einzige Mensch ist, dem sie vertrauen kann. Während Maggie bei ihren Recherchen herausfindet, dass Ally in ein Netz aus Korruption, Betrug und Täuschungen verstrickt zu sein scheint. Als Action-Thriller funktioniert der Roman, auch wenn vieles bekannt und bis in manche Wendung hinein vorhersehbar ist. Hilfreich bei der Erzeugung von Spannung ist die schrittweise Versorgung der Leser mit Informationen und das gute Timing der Actionszenen. Allys Verfolger hat bis kurz vor Schluss einen geringeren Anteil an der Geschichte, vier kursive Einschübe, in der dritten Person Singular vermittelt.

Fazit:

Jessica Barry erzählt in ihrem Thriller „Freefall“ die Geschichte von Allison Carpenter, der Überlebenden eines Flugzeugabsturzes, ihrem Kampf, gegen alle Widrigkeiten nach Hause zu kommen, während sie von einem Auftragskiller verfolgt wird und ihre Mutter Maggie zu ergründen versucht, wie ihre Tochter sich in den vergangenen zwei Jahren entwickelt hat. „Freefall“ liest sich wie die Novelization eines Actionfilms. Sprachlich einfach gehalten, bei Ally überwiegend das schnelle, die Umweltbedingungen ihres Handelns beobachtende und zielorientierte Handeln spiegelnd, oft genug in Teilsätzen, die in Momenten der Selbstfokussierung mindestens einmal wiederholt werden.

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod

Deine Meinung zu »Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
22.02.2020 16:07:07
gerlisch

Inhalt:
Ein kleines Privatflugzeug stürzt in den Rocky Montains ab. Der Pilot kommt ums Leben, aber der einzige Passagier, Allison Carpenter überlebt. Die befindet sich auf der Flucht und kämpft in der Wildnis ums Überleben.
Als ihre Mutter Maggie von dem Absturz erfährt, will sich nicht glauben, dass ihre Tochter umgekommen ist. Sie versucht auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen und gerät dadurch selbst in Gefahr.

Meinung:
Die Story beginnt recht spannend mit dem Flugzeugabsturz und wechselt anschließend immer zwischen zwei Handlungssträngen hin und her.
Der Leser erfährt Stückchen für Stückchen um was es in diesem Thriller geht, allerdings bleibt dadurch die Spannung ein bisschen auf der Strecke. Gut fand ich durch die intensive Erzählung, dass ich dadurch die Protagonisten gut kennenlernen konnte. Dafür würde ich das Buch aber nicht unbedingt als Thriller bezeichenen.
Den Grundgedanken der Geschichte fand ich nicht schlecht und auch die Umsetzung ist durch den flüssigen und angenehmen Schreibstil ganz gut gelungen. Trotzdem bin ich mit den Charakteren nicht richtig warm geworden, irgendetwas hat mir gefehlt ohne dass ich es genau benennen könnte.

Fazit:
Durch das ansprechende Cover erwartet der Leser definitiv mehr Spannung, in diesem Roman fehlte aber das Nervenkitzeln. Ich habe mich aber trotzdem gut unterhalten gefühlt.

19.02.2020 19:32:28
Petra Sch.

etwas zu wenig Thriller, eher mehr Familiendrama

3,5 Sterne

Kurz zum Inhalt:
Die 30-jährige Allison überlebt als einzige einen Flugzeugabsturz in den Rocky Mountains. Ihr Begleiter ist tot. Und Ally weiß: sie muss fort, so schnell wie möglich, denn sie wird gejagt. Kann sie aus der Wildnis vor ihrem Verfolger fliehen?
Als Allisons Mutter Maggie von dem Flugzeugabsturz hört, will sie nicht an den Tod ihrer Tochter glauben. Obwohl sie seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr hatte, beginnt sie zu recherchieren: wer war diese Frau, zu der Allison in den letzten Jahren geworden ist? Was sie dabei herausfindet, hätte sie sich niemals träumen lassen...

Meine Meinung:
"Freefall" ist als Thriller deklariert, jedoch fehlt dem Ganzen ein wenig der Thrill. Es ist eine pausable Geschichte über einen Mutter-Tochter-Konflikt und über den Egoismus der Reichen, die glauben, mit allem durchzukommen und sich mit Geld alle Freiheiten erkaufen zu können; der Thrill kommt eher nur nebenher.
Außerdem gibt es einige Logikfehler: einerseits wird Ally seit dem Flugzeugabsturz vom "bösen Mann" verfolgt, wobei ich mich noch die ganze Zeit wunderte, wie derjenige schneller die Absturzstelle finden konnte als die Rettungskräfte. Weiters taucht derjenige öfter in Allys Nähe auf, greift sie aber nicht an. Daher ging ich davon aus, dass sie nicht getötet werden soll. Doch gegen Ende plötzlich will der Mann sie auf einmal umbringen? Warum hat er die vielen Möglichkeiten davor nicht genutzt? Unlogisch.
Ebenso die Auflösung des Täters. Laut Allys Gedanken zu Beginn war ich mir absolut sicher dass es derjenige gar nicht gewesen sein könnte, aber nach nochmaligem nachlesen habe ich gemerkt, wie geschickt die Autorin den Leser hier in die Irre führt.
Allerdings hat mir die Geschichte hinter dem Mutter-Tochter-Konflikt gut gefallen. Es ist authentisch und aus dem Leben gegriffen, und ich kann hier gut nachvollziehen, warum sich Ally von ihrer Mutter distanziert hat. Ich kann aber auch Maggies Tat nachvollziehen.
Und auch Maggies Recherchen über Allys Leben in den letzten Jahren und über ihren Verlobten Ben und dessen Pharmakonzern waren spannend zu verfolgen, teilweise aber etwas langatmig. Auch fand ich Maggie als Person im Gegensatz zu Allison viel besser ausgearbeitet, mit viel mehr Gefühlen und Tiefen.
Allys Flucht durch die Wildnis hätte detaillierter dargestellt werden können, und oft wusste ich bei ihren Gedanken nicht, wann es um Vergangenes und wann um aktuelle Geschehnisse ging.
Die Auflösung des Täters hat mich zuerst überrascht, da ich dachte, das kann gar nicht sein. Doch nach der Irreführung der Autorin zu Beginn des Buches, war es dann doch logisch und schlüssig.

Von den Sprecherinnen war ich nur zur Hälfte begeistert - Gabriele Blum, die Maggie spricht, hat eine ruhige, klare Stimme, die sich gut artikuliert. Yara Blümel hingegen, die Allison spricht, hat eine für mich nervige hohe Pieps-Stimme; weiters hat sie einen 'SCH'-Aussprachefehler, weshalb es für mich leider nicht sehr angenehm war, den Parts der Allison zuzuhören.

Fazit:
Gute Idee des Plots; nur die Umsetzung hätte besser sein können. Ich vergebe 3,5 Sterne.

27.01.2020 12:26:03
Readaholic

Erstaunliche Wandlung
Ein Kleinflugzeug stürzt in den Rocky Mountains ab, an Bord waren der Besitzer der Maschine und dessen Verlobte Allyson. Während alle davon ausgehen, dass beide Insassen tot sind (wobei nur der Pilot tot aufgefunden wird), schlägt sich Ally verletzt durch die Wildnis, um eventuellen Verfolgern zu entkommen. Es ist von Anfang an klar, dass sie in Gefahr ist, weshalb, wird erst im Laufe der Geschichte klar. Völlig unlogisch ist allerdings, dass die Polizei von Allys Tod ausgeht, denn ihre Leiche bleibt unauffindbar.
Allys Mutter Maggie, die seit zwei Jahren keinen Kontakt zu ihrer Tochter mehr hatte, glaubt nicht daran, dass ihre Tochter tot ist und versucht, mehr über das Leben herauszufinden, das Ally in letzter Zeit gelebt hat. Offensichtlich war sie mit dem reichen Geschäftsmann und CEO eines Pharmaunternehmens Ben Gardner verlobt. Auf den Bildern, die sie im Internet findet, ist ihre Tochter kaum wiederzuerkennen.
Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln abwechselnd aus Allys und Maggies Perspektive erzählt, was die Geschichte abwechslungsreich macht. In Rückblicken erfährt der Leser Allys Geschichte, unter anderem, wie sich Ally und Ben kennengelernt haben. Dieser Teil erinnert sehr an die Hollywood Schmonzette Pretty Woman und ist für meine Begriffe nicht sehr glaubhaft. Weshalb sollte sich der gutaussehende reiche Ben ausgerechnet für die in einer Bar arbeitende Ally interessieren, die sich vor seinen Augen von schmierigen Typen begrapschen lässt? Nicht ganz klar war mir auch Allys Wandlung von der selbstbewussten und –bestimmten jungen Frau zu einem Modepüppchen, dessen einziges Ziel im Leben es ist, ihrem Verlobten zu gefallen.
Auf ihrer Flucht entwickelt Ally dann allerdings ungeahnte Kräfte. Selbst einen Killer, der auf sie angesetzt war, schaltet sie aus, im übrigen ohne jegliche Konsequenzen, denn sie fährt seelenruhig weiter quer durch die Vereinigten Staaten ohne dass sie von der Polizei verfolgt würde.
Freefall ist ein durchaus kurzweiliger, wenn auch ziemlich vorhersehbarer Roman. Nur kurz vor Schluss hat es die Autorin geschafft, mich zu überraschen.

27.01.2020 01:15:42
malin19

Von Beginn an sehr spannend
Ally überlebt einen Flugzeugabsturz und versucht sich durch die Wildniss zu kämpfen und auf jeden Fall zu überleben. Nur kurz danach bekommt ihr Mutter Maggie die Nachtricht , das alles auf den Tod ihrer Tochter hinweist. Aber solange die Leiche nicht gefunden wird, schöpft ihre Mutter Hoffnung und da sie zwei Jahre keinen Kontakt mehr zu Ally hatte, beginnt sie Nachforschungen an zu stellen und erfährt bald Erstaunliches über Ally. Selber nur aus einem zwar sehr liebevollen , aber doch einfachen Elternhaus stammend, stand sie kurz vor der Hochzeit mit einem sehr vermögenden Mann. 
Schon das erste Kapitel konnte mich fesseln, der Flugzeugabsturz und Allys Panik und Flucht werden so realistisch geschildert, das man glaubt dabei zu sein.Ihre Mutter Maggie war mir von Anfang an sehr sympathisch und ihr Handeln nach vollziehbar. Abwechselnd erfährt der Leser wie es zu einem Bruch der Beiden und zu der Ausgangssituation kommen konnte.Der Mittelteil lässt ein wenig Ruhe in die Geschichte aufkommen , um dann immer spannender zu werden. Es gibt einige Wendungen und Überraschungen , auf die ich zwar selber , aber nur wenige Seiten vor der Enttarnung gestossen bin.Durch die wechselnde Sicht aus Ally und Maggies Leben , und die kurzen Kapitel lässt sich Freefall rasend schnell lesen, auch der flüssige Schreibstil macht dies möglich. Freefall ist nicht nur ein rasanter Thriller, mir hat auch die Beschreibung der Beziehung zwischen Ally und ihren Eltern sehr gefallen, sie ist voller Herzenswärme geschildert. 

25.01.2020 16:45:11
PMelittaM

Allison Carpenter stürzt mit einer Privatmaschine über den Rocky Mountains ab und wird bald für tot erklärt. Nur ihre Mutter Maggie glaubt nicht an ihren Tod. Zwei Jahre hatte sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter, jetzt versucht sie alles über deren Leben in dieser Zeit zu erfahren.

Allison hat tatsächlich überlebt und befindet sich auf der Flucht – warum, erfährt der Leser zunächst nicht. In ihren Erinnerungen spulen sich die Ereignisse ab, die letztlich zum Absturz des Flugzeugs führten.

Die Autorin erzählt, in kurzen Kapiteln, abwechselnd aus Allisons und Maggies Perspektive, jeweils in Ich-Form. Gut gefällt mir dabei, dass die Erzählungen oft ineinander greifen. Beiden Frauen könnte man relativ nahe kommen, das funktioniert allerdings nur bei Maggie wirklich gut. Allisons Charakter dagegen ist schwer zu greifen, ihre Entwicklungen, sowohl während der zwei Jahre Funkstille zwischen ihr und ihrer Mutter, als auch nach dem Absturz, sind nicht immer nachvollziehbar, für mich passt ihr Charakter im Ganzen nicht.

Die beiden Frauen stehen klar im Mittelpunkt, weitere Charaktere sind mehr oder weniger Nebenerscheinungen, die zwar durchaus nicht unwichtig sind, die aber dennoch vollkommen hinter Allison und Maggie zurücktreten. Zum Teil dienen sie als Verdächtige, zum Teil unterstützen sie, wären aber im wesentlichen austauschbar. Das sind sie wohl auch für die Autorin gewesen, denn von manchen hört man nichts mehr, obwohl man als Leser gerne ihr weiteres Schicksal erfahren hätte. Nur wenige treten näher an den Fokus, z. B. Ben Gardner, Allisons Verlobter, oder Tony, der Maggie offenbar schöne Augen macht.

Durch die kurzen Kapitel lässt sich der Roman flott lesen, seine Spannung ist nicht nervenzerfetzend, sondern eher subtil, für mich ist der Spannungslevel okay. Gegen Ende allerdings wird es mir etwas zu dramatisch, vor allem, weil manches aufgesetzt wirkt. Auch die Logik bleibt teilweise auf der Strecke, wenn man z. B. bedenkt, dass Ally eine große Wunde hat, sich eine ganze Zeit lang durch die Wildnis kämpfen muss, dann aber doch zu Dingen fähig sein soll, die wenig glaubhaft sind. Das ist schade und macht den Roman nicht spannender.

Neben den unlogischen und unrealistischen Stellen gibt es außerdem, zumindest für versierte Krimi-/Thrillerleser, wenige Überraschungen, manches ahnt man relativ schnell, für mich ergibt sich daraus zwar eine gewisse Spannung,ob ich recht habe, letztlich ist es aber dann eben doch vorhersehbar. Sicher hat sich die Autorin einige Gedanken gemacht, wie sie den Leser auf die eine oder andere falsche Spur lenken könnte, funktioniert hat das bei mir aber wenig.

Tja, jetzt habe ich ganz schön viel kritisiert, aber dennoch: Der Roman hat mich recht gut unterhalten. Ich konnte mich, als Mutter erwachsener Kinder, gut in Maggie hineinversetzen, und war ihr dadurch emotional nahe. Und, wie bereits erwähnt, mir hat die Erzählstruktur gefallen, vor allem das Ineinandergreifen der beiden Perspektiven.

Der Roman hat seine Schwächen, vor allem ist nicht alles nachzuvollziehen, manches unlogisch oder unrealistisch, und doch fühlte ich mich recht gut unterhalten. 68°