Unschuldsengel

Erschienen: Oktober 2019

Bibliographische Angaben

Charlotte Lungstrass-Kapfer (Übersetzung)

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Carola Krauße-Reim
Familiendrama in Endlosschleife

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jan 2020

Hanna ist sieben Jahre und hat bis jetzt noch kein Wort gesprochen. Für Vater Alex ist sie ein kleiner Engel, der nichts falsch machen kann. Für Mutter Suzette ist sie ein bedrohlicher Albtraum, den sie nicht versteht und, der ihr Angst macht. Das wird auch nicht besser, als Hanna vor ihr steht und mit verdrehten Augen ihre ersten Worte spricht - „Ich bin nicht Hanna“.

Die Umschlaggestaltung verspricht einen Thriller mit Gruselfaktor

Der Covertext gepaart mit dem Coverbild verspricht eine gehörige Portion Gänsehaut. Obwohl ich zu denen gehöre, die einen Gruselfilm nur mit einem Kissen bewaffnet überleben, lese ich gerne einmal eine Geschichte, die mit unheimlichen Elementen spielt. Also war ich sehr gespannt, was es mit Hanna auf sich hat.

Doch, ich würde herb enttäuscht. Schon auf den ersten Seiten ist klar, dass hier so gar nichts Mystisches am Werk ist, sondern ein Kind, das, aus welchen Gründen auch immer, seine Mutter hasst und dabei sogar so weit geht, sie aus dem Weg räumen zu wollen.

Suzette, Alex und Hanna haben Probleme

Eigentlich könntendie Jensens eine ganz normale Familie sein, auch, wenn Hanna nicht spricht. Doch hier ist eigentlich nichts normal. Hanna fokusiert ihre Liebe ganz auf ihren Vater und legt dabei extrem krankhafte Züge an den Tag, die sich nicht nur in der Ablehnung von Suzette äußern. Sie will ihre Mutter um jeden Preis los werden und schreckt dafür auch vor brutalstem Vorgehen nicht zurück. Dabei handelt sie so strategisch und manipulativ, wie ich es mir bei einer 7-jährigen einfach nicht vorstellen kann.

Die Leidtragende ist Suzette. Nach einer eigenen schwierigen Kindheit, will sie unbedingt eine gute Mutter sein, doch gegen Hanna kommt sie nicht an. Ihr bleibt nur der Rückzug in ihren Putzfimmel, um sich und ihre Umgebung rein zu waschen von allen Problemen. Denn, auch Alex steht ihr nicht bei. Er glaubt einfach nicht, dass Hanna Probleme macht, ist sie doch für ihn ein kleiner süßer Unschuldsengel.

Erst als die Lage eskaliert, sieht auch er ein, dass gehandelt werden muss. Sehr wahrscheinlich ist das nicht. Hanna hat schon einige Schulen besucht, die sie immer wieder los werden wollten, seine Frau ist ganz offensichtlich mit Hanna überfordert – und er sieht nichts? Die Handlung in diesem Thriller krankt an Logik und damit an Glaubwürdigkeit, was wiederum das Lesevergnügen drastisch einschränkt.

Die Spannung wird im Keim erstickt

Die kurzen Kapitel werden aus der Sicht von Hanna, bzw. Suzette geschrieben. So wird sehr schnell offensichtlich, dass man wohl auf wohligen Grusel verzichten muss. Schon auf Seite 21 zeigt Hanna ihr wahres Gesicht. Ab da stellt sich nur noch die Frage, was sich sie noch alles einfallen lässt, wann es zur Katastrophe kommt und, wie lange Alex braucht um endlich zu sehen, dass Hanna nicht die „lilla grumma“ ist. Überhaupt gebraucht der schwedisch-stämmige Alex entnervend oft diesen und „Älskling“ als Kosenamen. Irgendwann kann man es einfach nicht mehr lesen.

Genauso, wie seine penetrante Ignoranz. Von einer Entwicklung des Geschehens ist keine Rede und von Spannung ist so nur auf dem Covertext etwas zu spüren. Die über 400 Seiten muss der Leser sich mit den Schilderungen über die Ausmaße von Hannas sehr wohl durchdachter Strategie ihre Mutter los zu werden begnügen. Auch der Schluss stellt keinen Höhepunkt mehr dar. Er ist eigentlich nur die Essenz der bis dahin zähen Geschichte.

Fazit:

„Vielleicht sollten Sie sich die Augen zuhalten“ schreibt Entertainment Weekly auf dem Umschlag des Buches. Wäre besser, denn dann würde man es nicht lesen können oder müssen - diesen Thriller, der keiner ist, sondern nur eine, im schlichten Stil erzählte, Endlosschleife einer Familie, in der eine Siebenjährige so abgebrüht handelt, dass es einfach nur krankhaft und sehr unwahrscheinlich zu nennen ist. Dieses Buch ist enervierend langweilig und hat mit Spannung und Grusel so wenig zu tun, wie ein Telefonbuch.

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