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Thomas Gisbertz
Ein Fall für Zwei

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Jun 2020

Als ein Junge in einen zugefrorenen Teich einbricht, entdecken die Rettungskräfte unter der Eisschicht einen Kindersarg. Allerdings befindet sich darin keine Leiche, sondern eine Chiffre und ein vergilbtes Zeitungsfoto, auf dem Kriminalhauptkommissarin Klara Frost mit ihrem ehemaligen Studienkollegen Erik Donner zu sehen ist. Während die Kripo über den Sarginhalt rätselt, taucht im Internet ein schreckliches Video auf, das ein altes Verbrechen zeigt.

Mysteriöses Video

Der Täter veröffentlicht nach und nach Teile des sogenannten „Luzifer-Videos“, über dessen Existenz seit Jahrzehnten spekuliert wird. Es soll eine Veranstaltung der teuflischen Sekte „Bund des L“ und deren Anführer Johannes Merten, der eine zwielichtige Rolle als Informant der ehemaligen DDR gespielt haben soll, zeigen. Die sozialistische Regierung deckte im Gegenzug wohl Mertens unheimliches Treiben. Die Veröffentlichung der Aufnahmen markiert den Anfang einer beispiellosen Mordserie, bei der der Täter seinen Opfern zum Schluss ein „L“ in die Stirn ritzt. Um den Killer aufzuhalten, benötigt Frost dringend die Unterstützung von Kriminalhauptkommissar Donner. Dieser ist jedoch wie vom Erdboden verschwunden. Ist er ebenfalls Opfer des Luzifer-Killers geworden?

Zusammenschluss zweier Serien

Polizist und Bestsellerautor in einer Person: Unter dem Pseudonym Elias Haller veröffentlicht ein Hauptkommissar aus Chemnitz seit Jahren erfolgreich Romane. 2015 veröffentlichte er seinen ersten Thriller der Erik-Donner-Reihe „Tod und tiefer Fall“. Es folgten bisher sechs weitere Fälle um den eigenwilligen Kommissar im Amazon Verlag „Edition M“.

Mit Hauptkommissarin Klara Frost erschuf der Autor 2017 eine neue Ermittlerin aus Leipzig. Hiervon sind bislang drei Bände erschienen. Auf Bitten zahlreicher Leser - so Haller im Nachwort - habe er nun seine beiden Lieblingscharaktere in einem Kriminalfall vereint und gleichzeitig einen tieferen Einblick in Frosts Vergangenheit gegeben. Dennoch sollen aber weiterhin beiden eigenständigen Reihen fortgesetzt werden.

„Neues“ Ermittlerduo

Grundsätzlich ist es eine spannende Idee, Hallers Protagonisten in einem gemeinsamen Fall zusammen zu bringen. Frost und Donner ähneln sich in ihrem Verhalten sehr, treten sehr dominant und ichbezogen auf, auch wenn sie aufgrund ihrer Vita grundverschieden sind. Klara Frost, Kriminalhauptkommissarin aus Leipzig, ist durch das Erbe ihrer Adoptiveltern zur zigfachen Millionärin geworden. Auch ihr äußeres Erscheinungsbild mag so gar nicht zu einer Ermittlerin passen: wasserstoffblonde Haare, ihr Körper ist fast vollständig mit Tattoos bedeckt. Innerhalb der Polizeidirektion wird sie deswegen nur die „Exorzistin“ genannt. Ihr Vater, der im Fall des Luzifer-Killers keine unwichtige Rolle spielt, sitzt wegen Dreifachmordes, unter anderem an seiner Frau und Klaras Mutter, im Gefängnis. Frost hat jeglichen Kontakt zu ihm abgebrochen.

Schicksalsschläge musste auch Erik Donner, Hauptkommissar aus Chemnitz, zahlreich einstecken. So sind unter anderem zwei Frauen, mit denen er eine Beziehung hatte, sowie sein Kind jeweils Serienmördern zum Opfer gefallen. Neben den seelischen Narben, die dazu beitragen, dass er sich so unnahbar und rabiat gibt, ist er seit einem Dachsturz auch körperlich entstellt, weswegen er von vielen nur „Kommissar Monster“ genannt wird.

Etwas zu viel des Guten

Hinzu kommt als weiterer Ermittler Sokrates Vogel. Zusammen mit dem unter Mutismus leidenden Albrecht Semmler leitet er das Kommissariat 77 (das es eigentlich gar nicht gibt), welches sich den Cold Cases annimmt. Bereits seit vielen Jahren arbeitet der starrsinnige und selbstgefällige Ermittler, der gesundheitlich stark angeschlagen ist und täglich mit zahlreichen Einschränkungen und Beschwerden zu kämpfen hat, am Fall „Luzifer-Video“.

Auffallend ist, dass kein Ermittler ohne gesundheitliche und/oder psychische Einschränkungen ist und man ihnen eigentlich aus ärztlicher oder psychologischer Sicht dringend die Dienstfähigkeit absprechen müsste. Insgesamt würde man sich gerne - wenn auch nur als Kontrastfigur oder ruhigen Pol der Handlung - einen ganz „normalen“ Ermittler wünschen. Aber natürlich unterhält dieses Sammelsurium an skurrilen Figuren auch, denn langweilig wird es in den Romanen Hallers nie.

Schwacher Beginn, starkes Ende

Die Handlung aber weist besonders zu Beginn deutlichere Schwächen auf, da sie nicht immer logisch durchdacht ist. So ist es zum Beispiel einem sehr großen Zufall zu verdanken, dass Frost und Donner überhaupt einen Hinweis auf den Luzifer-Killer finden. Warum dieser nämlich zu Beginn der Erzählung den Sarg mit dem gemeinsamen Foto der Ermittler am Grunde eines Sees versteckt, der dazu noch zugefroren ist und nur gefunden wird, weil er Junge zufällig im Eis einbricht, ist nicht zu verstehen - oder mir fehlt einfach die Schlauheit eines Verbrechers. Dass ein Zeitungsartikel mit einem Foto von Frost/Donner beiliegt, ist dem Umstand geschuldet, irgendwie die notwendige Verbindung zwischen den beiden herzustellen, damit sie gemeinsam ermitteln können.

Dafür nimmt die Handlung anschließend an Fahrt auf und ist durchweg spannend erzählt, auch wenn die „Unbesiegbarkeit“ besonders von Erik Donner zu dick aufgetragen ist. Das Tempo, welches Haller anschlägt, ist aber sehr hoch. Am Ende wartet auf den Leser dazu noch eine große Überraschung. Ein Clou, der dem Autor wirklich gelungen ist.

Fazit: 

Elias Haller hat sich als Krimi-Autor mittlerweile etabliert. Vielleicht sind seine Romane nicht die allerhöchste Kunst der Thriller-Literatur und haben ihre inhaltlichen Schwächen, aber zumindest „Der Luzifer-Killer“ unterhält bestens. Prima Popcorn-Kino im Leseformat. Man darf den Inhalt und die Figurendarstellung nicht immer ernst nehmen, dafür liefert Haller Action und Spannung mit einem insgesamt gelungenen Plot.

Der Luzifer-Killer

Der Luzifer-Killer

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Letzte Kommentare:
20.03.2020 19:12:10
Annabell95

Neuer spannender Fall - 5 von 5 Sterne

Bei diesem Buch ist es erstmals ein Fall für Erik Donner und Klara Frost gemeinsam.
In einem zugefrorenen See wird ein Kindersarg entdeckt. Außer Kratzspuren und einem uralten Foto aus Donners und Frosts Studienzeiten ist in diesem Sarg nichts. Donner scheint verschwunden zu sein, denn Frost kann ihn nicht erreichen. Fast zeitgleich tauchen im Netz Videoteile des sogenannten Luzifer-Videos auf. Immer wenn ein Teil aufgetaucht ist, gibt es eine Leiche. Wer steckt dahinter?

Der Schreibstil ist mal wieder klasse. Es lässt sich flüssig und leicht weglesen. Dem Leser werden immer wieder Puzzleteile hingworfen zum Miträtseln. Dadurch wird die Spannung immer wieder aufgebaut. So wird der Leser auch Stück für Stück zur Auflösung geführt und am Ende gibt es dann eine überraschende Auflösung.

In dem Buch wird das Thema "Vergewaltigung an Kindern" aufgegriffen und meiner Meinung nach auch sehr gut umgesetzt.

Die humorvollen Sprüche von den Charakteren haben mir auch wieder sehr gut gefallen.

Die beiden Ermittler Frost und Donner in einem Fall fand ich richtig klasse und würde gerne mehr von beiden zusammen lesen.

17.03.2020 19:20:20
SaintGermain

Ein Kindersarg wird entdeckt. Außer seltsamen Inschriften befindet sich darin nur ein Foto, das Frost und Donner in ihrer gemeinsamen Studienzeit zeigt. Doch Donner will keinen Kontakt mit Frost. Als dann ein altes Video und eine erste Leiche auftaucht, ist auch Donner verschwunden.

Das Cover des Buches ist nicht nur exzellent gelungen, sondern passt auch hervorragend zum Buch.

Und dass die beiden Kultkommissare des Autors erstmals zusammen ermitteln ist einfach sensationell, denn beide sind doch sehr unterschiedlich und doch auf seine eigene Wiese eigenwillig.

Vom Autor habe ich schon viel (Gutes) gehört und trotzdem ist es erst mein 2. Buch von Elias Haller. Definitiv wird es aber auch nicht mein letztes sein.

Der Schreibstil ist ausgezeichnet; Charaktere und Orte werden brillant dargestellt, auch wenn man die bisherige Reihe der Kommissare (noch) nicht kennt. Dazu erfährt man einiges über die Vergangenheit von Klara Frost.

Obwohl die Geschichte selbst einiges an Düsternis zu bieten hat, wirkt der Thriller locker und nie so düster wie Thriller aus Skandinavien.

Der Plot ist hervorragend durchdacht und inszeniert; die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite auf höchstem Niveau.

Das Ende des Buches lässt vermuten, dass es nicht der letzte gemeinsame Fall der beiden war, was ich nur befürworten kann.

Fazit: Ein Thriller, der mit globalen Thriller-Stars absolut mithalten kann. 5 von 5 Sternen

27.02.2020 12:15:44
leseratte1310

Der Zufall bringt einen Kindersarg im Eis hervor. Dieser Sarg ist leer bis auf eine Chiffre und ein vergilbtes Zeitungsfoto, auf dem Kriminalhauptkommissarin Klara Frost und ihr ehemaliger Studienkollege Erik Donner zu sehen sind. Die Polizei rätselt noch herum, als ein Video mit einem Verbrechen auftaucht und eine Mordserie einläutet. Klara Frost braucht die Hilfe von Erik Donner, doch den hat man in die Psychiatrie gesteckt. Aber Klara stellt fest, dass dies nicht von offizieller Seite geschehen ist. Was steckt dahinter?
Ich mag die Thriller von Elias Haller und war auch dieses Mal von Anfang an gefesselt. Kurze Kapitel sowie die Perspektiv- und Zeitwechsel sorgen für Spannung und Tempo. Dabei geht es recht heftig zu, es ist kein Thriller für Leser mit schwachen Nerven. Es ist ein interessanter Schachzug, die Kommissare Erik Donner und Klara Frost, die sonst getrennt in unterschiedlichen Reihen Verbrechen aufklären, nun gemeinsam ermitteln zu lassen.
Die Charaktere sind alle gut und vielschichtig ausgearbeitet. Die Kommissare sind beide Personen, die ihre Ecken und Kanten haben, so ist es interessant zu erleben, wie sie miteinander ermitteln. Die Rückblenden bringt uns Klara ein Stück weit näher, aber die Vergangenheit hat auch mit dem Fall zu tun.
Es gibt immer wieder Wendungen, die die Spannung hochhalten. Erst zum Ende wird klar, wer der Täter ist und welche Motivation ihn bei seinen schrecklichen Taten antreibt.
Ein sehr spannender, aber auch grausamer Thriller, der mich bestens unterhalten hat.

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