Heimgesucht

Erschienen: März 2020

Bibliographische Angaben

Astrid Becker (Übersetzung)

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Carola Krauße-Reim
Spannender Grusel-Mystery-Mix

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jun 2020

Lucas braucht eine neue Umgebung um sein Buch schreiben zu können. Das Schriftsteller-Refugium in Wales scheint ihm dafür der richtige Ort zu sein. Doch schnell ist er mehr an Gastgeberin Julia und ihrem Schicksal interessiert als an seinem neuen Horrorroman.

Vor zwei Jahren ertrank Julias Mann bei dem Versuch Tochter Lily zu retten. Damit nicht genug – Lily ist seit diesem Tag verschwunden. Lucas will herausfinden, was wirklich geschehen ist und bringt damit sich und Julia in Gefahr. Die Dorfbewohner sind misstrauisch, abergläubisch und tief mit ihren Mythen und Sagen verbunden und schon bald gibt es merkwürdige Todesfälle.

Schon der Prolog zieht den Leser in die Geschichte

Gleich zu Beginn erlebt der Leser den Moment am Fluss, der das Leben von Julia so radikal verändert. Man erfährt, dass Lily nicht ertrunken ist, aber nicht, was wirklich mit ihr geschah - und schon ist der Leser dem Bann der Geschichte erlegen. Der flüssige und unkomplizierte Schreibstil trägt dazu bei, dass man das Buch nicht mehr aus er Hand legen kann.

Die aktuelle Handlung lässt Edwards seinen Protagonisten Lucas aus der Ich-Perspektive erzählen, was einen tiefen Einblick in das Seelenleben des Mannes erlaubt, denn auch er hat einen Verlust zu verkraften. Eingestreut in diese Haupthandlung sind Rückblicke eines auktorialen Erzählers. Hier begleitet der Leser Lily. Er lernt mit ihr ihre neue Freundin Megan und deren Familie kennen, erfährt von den Problemen ihrer Eltern und erlebt ihre Angst, wenn die Sage der Roten Witwe erzählt wird.

Durch die Verflechtung von Kriminalfall und Mystery-Story ist dem Autor ein stets spannender Psychothriller gelungen, der zwar ziemlich geradlinig erzählt wird, aber immer die Frage nach Lilys Verbleib aufrecht erhält und durch einige ungeklärte Todesfälle nie an Fahrt verliert.

Abergläubische Menschen und ein Schluss, der wirklich gruselig ist

Edwards hat es geschafft durchgängig glaubwürdige Charaktere zu schaffen. Durch die gewählte Ich-Perspektive kommt der Leser Lucas natürlich besonders nah. Der Schriftsteller hat mit persönlichen Problemen zu kämpfen, die ihn sehr belasten und am Schreiben hindern. Seine Ängste und Schuldgefühle sind greifbar, genauso, wie sein Wunsch Julia zu helfen.

Julia selbst ist in ihrer Zerrissenheit und Angst eine Empathiträgerin, deren Zustand und Handeln durchweg logisch ist. Dagegen sind die Bewohner der walisischen Kleinstadt Beddmawr geprägt von ihren Mythen, die immer noch eine große Bedeutung für sie haben und, die schlussendlich damit die Katastrophe heraufbeschwören. Wer schon einmal in Wales war, weiß, dass seine Einwohner tatsächlich noch sehr keltisch angehaucht sind und alte Riten und Sagen immer noch eine große  Rolle im Alltag spielen.

Die anderen Gäste des Schriftsteller-Hauses sind glaubhafte Individualisten und so in die Geschichte eingebunden, dass sie zwar nur am Rand agieren, aber dennoch wichtige Impulse geben. Die gelungenen Charaktere tragen zum Gelingen der Geschichte bei, die zwar nicht durchweg logisch, aber packend ist. Der eigentliche Schluss verbindet dann sowohl den Mythos der Roten Witwe, als auch die Auswirkungen von zu viel Aberglauben und schockt den Leser noch einmal gehörig.

Fazit:

Man kann „Heimgesucht“ durchaus als Mainstream-Roman bezeichnen, aber das ist in diesem Fall keineswegs negativ zu sehen. Mark Edwards ist ein durchgängig gut erzählter und flüssig zu lesender Psychothriller gelungen, der den Leser gut unterhält, ein bisschen gruselt und angenehm schockt. Wer gerne einmal einen Mix aus Thriller und Mystery liest, ist hier genau richtig. Wenn man allerdings nicht gewillt ist, der Roten Witwe eine Chance zu geben, wird man wahrscheinlich enttäuscht werden.

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