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Thomas Gisbertz
Die Schatten der Vergangenheit

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Jul 2020

Sommer 2003: Gleich an ihrem ersten Tag beim LKA Düsseldorf wird die junge forensische Psychologin Lupe Svensson mit einem besonderen Fall konfrontiert: Als Praktikantin untersucht sie an der Seite des erfahrenen Ermittlers Otto Hagedorn den Fund eines fast 30 Jahre alten Skeletts, dem ein Fuß fehlt. Hagedorn hatte bereits 1975 in drei Mordfällen ermittelt, bei denen den Opfern jeweils ein Fuß abgetrennt worden war. Zu einer Verhaftung war es damals aber nicht gekommen. Kann der Cold Case nun doch noch gelöst werden? Die Ermittlungen führen Lupe und Otto zurück in eine faszinierende Ära der jüngeren deutschen Vergangenheit und zu einer ungewöhnlichen Mordserie.

Neue Abteilung beim LKA

Die Abteilung der Operativen Fallanalyse (OFA) ist gerade einmal elf Monate alt, als sie es mit einem bizarren Mordfall zu tun bekommt. Bei Abrissarbeiten einer alten Tankstelle finden die Arbeiter im leeren Treibstofftank eine einbetonierte Wachsleiche. Die verkrampfte Körperhaltung offenbart, wie sehr das Opfer gelitten hat. Schnell fällt aber eine Besonderheit auf: Der Leiche wurde ein Fuß abgehackt. Das weckt in Hagedorn Erinnerungen an eine Mordserie in den 70er-Jahren, die nie aufgeklärt wurde. Gibt es tatsächlich eine Verbindung? Im Rahmen ihrer Ermittlungsarbeit rollen Hagedorn und Svensson die alte Mordserie neu auf - und diese führt sie zu einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte: den Machenschaften der RAF.

Startschuss zu einer neuen Serie

„Der Preis der Rache“ ist der erste Teil der neuen Krimi-Reihe von Mathias Berg: Gemeinsam mit ihrem Partner Otto Hagedorn löst die junge forensische Psychologin Lupe Svensson Cold Cases in NRW. Dabei setzen die beiden sowohl auf Ottos Erfahrung und Lupes Spürsinn, als auch auf moderne Kriminaltechnik.

Autor Mathias Berg studierte nach dem Abitur Soziologie in Bamberg und London, jobbte als Radiomoderator und arbeitete als Werbetexter und Marketing-Redakteur. Seine Mutter weckten in ihm schon früh die Freude an der Literatur: „Lesen war schon immer meine große Leidenschaft und ich habe als Kind stapelweise Bücher aus der heimischen Bücherei nach Hause geschleppt und verschlungen. Die Nase in Bücher zu stecken ist immer noch pures Glück, echter Trost, maximale Freude, tiefe Entspannung und funkelnde Inspiration.“

Konträres Ermittlerduo

Berg  hat sich für zwei grundverschiedene Hauptfiguren entschieden. Lupe Svensson, die mit Vornamen eigentlich Guadalupe heißt, ist die Adoptivtochter des bekannten Kinderpsychiaters Christer Svensson, der bereits häufiger für die Polizei als Gutachter tätig war. Lupe ist ein „Wolfskind“. Sie wurde als etwa Zweijährige verwahrlost und eingesperrt aufgefunden. Das schlimmste aber war die Tatsache, dass sich das unterernährte Kind verhielt wie der Hund, den man bei ihr fand: Sie verständigte sich mittels Hundelauten, die Gebärden waren die eines Hundes, aufrechtes Gehen war unmöglich, Badewasser war ihr unheimlich. Nach einer Ausbildung als forensische Psychologin steht sie nun mit Ende 20 vor einem sechsmonatigen Praktikum beim LKA in Düsseldorf. Lupe ist offen, direkt, selbstbewusst, aber in gewisser Weise auch unnahbar.

Otto Hagedorn, 60 Jahre alt, schwerhörig, aber ansonsten noch durchaus fit, ist ein Ermittler alter Schule, auch wenn er zufällig zur Polizei gekommen ist. Der Kontakt des allein lebenden Ermittlers zu seiner Tochter ist längst abgebrochen. Hagedorn ist ein Mensch mit Ecken und Kanten, der über jede Menge Erfahrung verfügt, der sich über die Jahre aber ein dickes Fell zugelegt hat.

Diese Mischung aus Jung und Alt ist vielversprechend umgesetzt. Lupe, die die Motivation der Täter verstehen will und erkennen möchte, was einen Menschen zum Mörder macht, trifft auf Otto, der längst nicht mehr so unbedarft wie seine Kollegin an die Fälle geht. Die unterschiedlichen Sicht und Herangehensweisen machen das Ermittlerteam so interessant.

RAF-Terror

Der historische Bezugspunkt und Aufhänger des Romans ist die Geiselnahme durch die RAF in der deutschen Botschaft in Stockholm am 24. April 1975. Das sogenannte „Kommando Holger Meins“ forderte die Freilassung von 26 inhaftierten RAF-Angehörigen. Zwei Geiseln wurden getötet, die anderen konnte nach einer vermutlich versehentlich ausgelösten Sprengstoffexplosion fliehen, die überlebenden Täter wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. „Der Preis der Rache“ ist aber -anders als Horst Eckerts aktueller RAF-Thriller „Im Namen der Lüge“ - kein politischer Roman. Ähnlich wie der Hauptfigur Lupe Svensson geht es Autor Mathias Berg darum zu klären, wie und warum jemand zum Täter wird. Diese persönliche Ebene verlässt der Roman dann auch nie.

Suche nach dem Motiv

Dass eine Praktikantin Teile der Ermittlungen - und das auch bereits nach wenigen Tagen - eigenständig übernimmt, ist sicherlich der Absicht des Autors geschuldet, die unterschiedlichen Ermittlungsarten der Protagonisten zu unterstreichen. Man muss sogar sagen, dass Lupes unbekümmerte Art dem Roman sehr gut tut. Leider kann Mathias Berg aber die Spannung nicht immer halten. Das mag daran liegen, dass es sich um „Altfälle“ handelt, da selbst der Mord an der entdeckten Leiche bereits fast 30 Jahre her ist. Aber auch der Täter ist diesmal kein diabolischer Killer, dem man hinterher jagt und der droht, weitere Morde zu begehen. Berg geht zum Glück viel subtiler vor und präsentiert am Ende einen Täter, der aus ganz banalen Gründen zum Mörder wird.

Fazit: 

Mathias Berg gelingt ein vielschichtiger Kriminalroman, der besonders von der guten Darstellung des ungleichen Ermittlerteams lebt. Auch wenn der Autor den Spannungsbogen nicht immer halten kann, hat die Mördersuche im sommerlich heißen Düsseldorf ihren ganz eigenen Reiz, weil Berg immer die Frage nach der Motivation des Täters in den Vordergrund stellt. Man darf bereits jetzt auf die nächsten Fälle von Hagedorn/Svensson gespannt sein.

Der Preis der Rache

Der Preis der Rache

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