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Michael Seitz
Ein Fuchs im Hühnerstall

Buch-Rezension von Michael Seitz Nov 2019

Der Zentralcomputer der NSA wird gehackt. Jemand schaut sich virtuell um, stiehlt und zerstört aber nichts. Ein paar Monate danach stürmt eine amerikanisch-britische Spezialeinheit ein Einfamilienhaus nahe London und finden dort nicht etwa eine Terrorzelle, sondern eine Mittelklassefamilie und deren autistischen Sohn, der dieses Kunststück, das alle Experten bis dato für unmöglich hielten, mit seinem Laptop fertiggebracht hat. Nicht auszudenken, was dieser pubertierende Junge mit dem richtigen Equipment anrichten könnte.

Die Amerikaner würden den Eindringling deshalb ganz gerne final aus dem Verkehr ziehen. In dieser Situation schaltet die britische Premierministerin ihren Sicherheitsberater Sir Adrian Weston ein, ehemaliger Vizechef des MI 6 und eigentlich längst Pensionär. Er soll mit dem Amis verhandeln und die Möglichkeiten eruieren, wie die genialen digitalen Fähigkeiten des gerade 18 Jahre alten Luke Jennings am besten zum britischen Nutzen eingesetzt werden können.

Nachdem Luke und seine Eltern ohne große Gegenwehr überzeugt werden, dass Luke zukünftig für den britischen Geheimdienst arbeiten soll, fliegt Weston nach Washington, um Donald Trump - der im Buch nie namentlich genannt wird, aber anhand seiner Haartracht und anderer Eigenschaften ohne weiteres erkennbar ist - von seinem Plan zu überzeugen. Der macht mit, und kurze Zeit später läuft ein hochmodernes russisches Kriegsschiff vor der englischen Küste auf Grund, und auch Nordkoreaner und Iraner reiben sich alsbald staunend die Augen. Das ruft den Kreml-Boss auf den Plan - auch der wird nie ausdrücklich genannt, ist aber ebenso gut erkennbar - der den „Fuchs“, wie der Superhacker vom MI 6 getauft wurde, um jeden Preis ausschalten will. Aber nicht nur Putin trachtet Luke nach dem Leben, und so beginnt eine weltweite Schlacht um einen 18-jährigen Asperger-Patienten mit höchst außergewöhnlichen Fähigkeiten.

Das ganze ist mehr ...

Frederick Forsyth ist ein Urgestein des Spionage-Genres, bekannt für seine extrem detailgenauen Schilderungen politischer, insbesondere aber militärischer Zusammenhänge. Wer also genau wissen will, wo der Special Air Service (SAS) seinen Sitz hat und wodurch er sich vom Reconnaissance-Regiment unterscheidet, welche Waffen dessen Angehörige in welchen Situationen bevorzugen und wie die ebenso lautlose wie unsichtbare Erstürmung eines Hauses funktioniert, der ist hier genau richtig. Zwar hat der Autor dieser Zeilen keine Möglichkeit, die im Überfluss vorhandenen Details zu überprüfen, aber er zweifelt keine Sekunde daran, dass all diese Angaben bis aufs i-Tüpfelchen korrekt sind.

... als die Summe seiner Einzelteile

Jenseits dessen ist dieser Roman allerdings eine Enttäuschung. Zu schlicht, zu „Old School“ sind die Charaktere und ihr Agieren in einer modernen Welt der Spionage, die Forsyth im Übrigen mit ebensolcher Detailtreue durchaus realistisch darstellt. Aber: Donald Trump genehmigt eine Geheimoperation zum Schaden Putins? Wahrscheinlich hätte er in der wirklichen Welt direkt zum roten Telefon gegriffen - gibt´s das noch? - und seinem Kumpel Vladimir die ganze Geschichte erzählt. Die Briten lassen ein hochmodernes russisches Kriegsschiff vor Ihrer Küste auf Grund laufen, als Vergeltung für das Skripal-Attentat? So dumm ist nicht einmal Boris Johnson. Und warum zum Teufel müssen eigentlich immer alle genialen Hacker zugleich Autisten sein? Was für ein Klischee!

Kalte Krieger

Und so ist es denn auch kein Zufall, dass der Protagonist der Handlung, Sir Adrian, ein längst pensionierter „kalter Krieger“ ist, mit der dafür typischen Weltsicht. Russen, Nordkoreaner, Iraner: Böse! Briten, Amerikaner, Israelis: Gut. Edward Snowden: Ein Verräter. Brexit, EU, die UNO: Keines Blickes würdig. Wo ein Problem ist, da ist ganz bestimmt auch eine Knarre, und die gerechte Sache trägt am Ende natürlich den Sieg davon. Und so kommt das ganze dann auch vollkommen humor- und ironiefrei daher. Zudem scheint es fast so, als sei Sir Adrian ganz und gar das Alter Ego seines Erfinders.

Fazit:

Das ganze ist nun einmal mehr als die Summe seiner Teile, und so vermag die Geschichte trotz aller Akribie und Detailversessenheit doch im Großen und Ganzen nicht zu überzeugen. Zu holzschnittartig sind Aktion und Reaktion, um die Vielschichtigkeit der heutigen Welt abzubilden, und zu  vorhersehbar ist das Handeln der Akteure. Insbesondere das Ende, mit dem Forsyth seinen jungen Fuchs aus der Schusslinie nimmt, ist etwa so realitätsnah und überzeugend wie ein Grimm‘sches Märchen. Insgesamt ein bisschen wie ein mittelmäßiger James-Bond-Film: Jede Menge Action, gut verpackt, aber von Glaubwürdigkeit keine Spur.

The Fox

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