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Andreas Kurth
Es gibt sie noch, die einsamen Wölfe

Buch-Rezension von Andreas Kurth Sep 2019

Nach drei Bänden um die Journalisten Jan Römer und Stephanie Schneider - ein vierter und wohl vorläufig letzter Band ist gerade auf den Markt gekommen - hat sich der Kölner Taucher, Journalist und Krimi-Autor Linus Geschke mal an einem Thriller versucht. Auf die Frage, was ihn dazu getrieben habe, hat er geantwortet, “Tannenstein” sei das Buch, das er schon immer schreiben wollte.

Wer den Kollegen Geschke persönlich kennt, kann sich gut vorstellen, dass er das genau so gemeint hat, wie er es sagt. Er wollte in diesem Buch seiner Fabulierlust mal so richtig freien Lauf lassen, und eine wirklich harte Geschichte erzählen. Bei dem Journalisten-Duo im Westen Deutschlands ist das nicht so einfach, aber hier geht es um einen Hauptstadt-Bullen, und um das sächsisch-tschechische Grenzland. Da geht es dann schon deftiger zu. Alexander Born ermittelt nicht einfach so, sondern aus echter Betroffenheit - seine Geliebte wurde ermordet. Und so wird seine Suche nach dem Mörder zu einer ganz persönlichen Angelegenheit.

Das Buch entwickelt von Beginn an einen großen Sog

Der Killer, der sich selbst den “Wanderer” nennt, bleibt lange Zeit ein echtes Rätsel für den Leser. Sein Hintergrund, und vor allem sein Motiv für die Morde bleiben völlig unklar. Das ist wohl einer der Gründe, warum das Buch von Beginn an einen großen Sog auf den Leser entwickelt.  Der Wanderer wird bei seinen Aktionen begleitet, so hat der Leser gegenüber den Ermittlern stets einen Wissensvorsprung - zumindest in Teilbereichen.

Alexander Born ist ein Ex-Polizist, der sich nicht an Vorschriften gehalten hat, und wegen diverser Vergehen im Knast gelandet ist. Drei Monate nach Antritt seiner Haftstrafe wurde seine Kollegin und Geliebte Lydia vom Wanderer im Tiergarten getötet - und deshalb will Born raus und weiter ermitteln. Notgedrungen arbeitet er dabei lose mit Norah Bernsen zusammen, einer jungen Kollegin, die ihn kurz vor der Entlassung noch im Gefängnis befragt hat. Born agiert dabei wie der bekannte einsame Wolf - auch wenn er Verbündete hat, von denen er sich allerdings nicht immer helfen lassen will.

Leser bekommt auch etwas zum Nachdenken mit auf den Weg

Der Wanderer, Alexander Born und Norah Bernsen sind die Hauptfiguren dieses Thrillers, und sie sind ziemlich verschieden. Aber auch das zusätzliche Personal, also Polizisten, russische Gangster und andere Nebenfiguren, sind glaubhaft und authentisch gezeichnet.

Linus Geschke hat auch den Killer mit einer gewissen Menschlichkeit ausgestattet. Ich will hier nicht spoilern, aber als am Ende die Motive des Wanderers enthüllt werden, muss man als Leser mit sich ringen, um zu entscheiden, wie man das ganze Thema insgesamt für sich persönlich einordnet. Da hat der Autor seinem Publikum neben viel Spannung und Action auch etwas zum Nachdenken mit auf den Weg gegeben.

Linus Geschke hat seine Geschichte geschickt aufgebaut. Im Prolog wird ein Massaker in der Gastwirtschaft des kleinen Dorfes Tannenstein geschildert - und es bleibt fast bis zum Schluss unklar, was es damit auf sich hat. Dann gibt es einen Zeitsprung von drei Jahren, und Alexander Born wird aus dem Gefängnis entlassen.

Ex-Polizist nutzt alte Kontakte, um robust zu ermitteln

Der Ex-Polizist nutzt seine alten Kontakte, um durchaus robust zu ermitteln. Und es dauert nicht lange, bis er auf russische Gangster stößt. Ex-Speznas, gut ausgebildet, gnadenlos. Es gibt eine kaltblütige und knallharte Auseinandersetzung, die Grenzen zwischen Gut und Böse sind für den Leser dabei nicht wirklich gut zu erkennen. Viel spielt sich im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Tschechien ab. Beiderseits der Grenze ist die Dichte an Kriminellen ziemlich hoch, und die Luft mitunter bleihaltig.

Diese Gegend haben mittlerweile einige Autoren für sich entdeckt, was kein Wunder ist. Das Grenzgebiet ist insbesondere auf tschechischer Seite bekannt für Prostitution, Drogen- und Menschenhandel. Deutsche, Russen, Polen, die Tschechen selbst - hier mischen viele Nationalitäten mit, insbesondere aus Osteuropa. Und Grenzregionen sind vielerorts für eine erhöhte Kriminalitätsrate bekannt, da macht dieser Landstrich keine Ausnahme.

Fazit:

Linus Geschke ist als guter Geschichtenerzähler bekannt, das zeigt er auch in seinem selbst erklärten Wunsch-Thriller. Das Buch entwickelt von Beginn an einen großen Sog, der Spannungsbogen reicht bis zum Schluss. Clever gestaltet ist die eher unscheinbare Figur der jungen Kommissarin Norah Bernsen, die für die Handlung allerdings eine wichtige Funktion spielt. Im Nachwort benennt der Autor die Frage, die den roten Faden des Buches bildet: Welche Handlungen sind noch erlaubt, bevor die Guten zu den Bösen werden? Neben der Handlung an sich ist das eine ungemein spannende Frage, die jeder Leser bei der Lektüre für sich beantworten kann. Linus Geschke wird die Geschichte um den Wanderer sicher fortsetzen, da steckt noch einiges an Potenzial drin.

Tannenstein

Tannenstein

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