Die Morde von Kinloch

Erschienen: Juni 2019

Bibliographische Angaben

Peter Friedrich (Übersetzung)

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Carola Krauße-Reim
Nur etwas für Kenner der Serie

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Sep 2019

Kinloch, der Fischerort auf der schottischen Halbinsel Kintyre, ist die Heimat von DCI Jim Daley. Zusammen mit seinem Team muss er diesmal den Tod eines Politikers aufklären, der sich auf grausame Weise selbst getötet hat. Als hätte er damit nicht schon genug zu tun, werden weitere Leichen gefunden. Diesmal ist es eindeutig Mord - und die Spur führt ins Drogenmilieu.

Das idyllische Kinloch ist ein heißes Pflaster

Man merkt Denzil Meyricks Buch die Liebe des Autors zu Schottland an. Seine Schilderungen von Kinloch und der Halbinsel Kintyre lassen den Leser schnell eintauchen in die Welt des Whiskys, der rauen Schönheit der Gegend und der Eigenarten ihrer Bewohner. Doch Kinloch ist nicht nur der idyllische Fischerort mit den romantischen Gässchen und urigen Pubs. Hier muss DCI Daley bereits zum dritten Mal Mord und Totschlag aufklären.

Wer die beiden Vorgänger zu „Die Morde von Kinloch“ nicht kennt, tut sich mit dem Einstieg in die Geschichte schwer. Gleich auf den ersten Seiten wird er mit so vielen Personen konfrontiert, dass es wirklich schwierig ist, den Überblick zu bewahren. Wer Dailey, Rainsford, Scott, Donald und all die anderen schon kennt, trifft alte Bekannte wieder. Doch wer das nicht tut, wird ins kalte Wasser gestoßen. Kein einziger Charakter wird dem Neueinsteiger vorgestellt. Die Personen selbst und ihre Vorgeschichten bleiben für ihn im Dunkeln, werden lediglich im Laufe der neuen Ereignisse langsam etwas klarer.

Das nimmt (ich spreche immer für die Neueinsteiger) viel Schwung aus der Geschichte und macht sie doch ziemlich zäh. Erst im letzten Drittel, wenn man die Personen-Konstellation begriffen hat und weiß, wie der Hase läuft, kommt Spannung auf. Der Schluss ist dann wirklich eines Krimis würdig. Doch um ihn wirklich wertschätzen zu können, muss man bis dahin durchhalten, was einen langen Atem und Beharrlichkeit braucht.

Alle haben Probleme – auch die Profikiller

Neben den beruflichen Problemen menschelt es auch sehr. Hier reicht das Repertoire von Eheproblemen über Alkoholsucht bis hin zu Liebeskummer. Doch auch hier gilt – nur wer die Vorgänger kennt, kann alles verstehen. Lediglich die Probleme der Profikiller sind schlüssig aufgebaut und lassen erahnen, was im Balkankrieg an Grausamkeiten möglich war und, wie diese Zeit noch heute Menschen quälen kann. Denzil Meyrick zeigt verletzliche Polizeibeamte, die durch ihren Beruf gezeichnet wurden und Bewohner von Kinloch, die typische Schotten sind. Es macht Spaß die Eigenarten dieses Whisky-liebenden, zu Schrullen und schwarzem Humor neigenden Menschenschlages kennenzulernen.

Und manche Verhaltensweise oder Äußerung bringt dann auch wunderbar hintergründigen Humor in die ansonsten düstere Geschichte, die auch die politischen Probleme zwischen England und Schottland deutlich macht. Man kann nur hoffen, dass diese nur halb so drastisch sind wie geschildert, und selbst dann wären sie in Zeiten des Brexit noch schlimm genug. Denn die anfänglich unterschiedlichen Fälle von Selbstmord und Mord verknüpfen sich schnell zu einem Fall, in dem Korruption, Geldgier und Machtbesessenheit bis in höchste politische und polizeiliche Kreise eine Rolle spielen, und in dem das Leben eines jungen Mädchens nicht viel Wert zu sein scheint.

Übersetzungen können ihre Tücken haben

Wenn der Originaltitel in einer Fremdsprache vorliegt, kann eine Übersetzung schon einige Schwierigkeiten bereit halten, erst recht, wenn es um das Problem der Umgangssprache geht - so auch hier. Bei dem Versuch den schottischen Dialekt und die dazu gehörende Umgangssprache in die deutsche Übersetzung einfließen zu lassen, sind sehr viele „Och“, „Aye“ „hamse“ und „kannste“ herausgekommen. Was im Original für Lokalkolorit gesorgt haben mag, wirkt im Deutschen nur aufgesetzt und künstlich.

„Komm schon, Großer. Vergiss nicht, wir müssen Alice Taylor retten. Aye, und wir haben sogar `ne Spur.“
„...Och, war ne bessere Welt damals. Machense jetzt weiter mit der Geschichte…“

Eine weniger gequälte Umgangssprache hätte dem Lesefluss und der Lesefreude gut getan. Die wurde manchmal auch durch das Fehlen von Absätzen im Text auf die Probe gestellt. Ohne Vorwarnung, sprich ohne neuen Abschnitt, werden Ort und Personen gewechselt, was teilweise zu Irritation im Textverständnis führen kann, bis man merkt, mit wem man sich jetzt wo befindet. Eine bessere Gliederung des Textes wäre hier nur von Vorteil gewesen.

Fazit:

Für Kenner der Serie rund um DCI Jim Daley ist „Die Morde von Kinloch“ bestimmt ein gut gelungener dritter Band. Sie wissen, wer hinter den Namen steckt, was dieser Mensch erlebt hat, er so geworden ist, wie er ist, wie er denkt und wie er lebt. Aber für Neueinsteiger ist die Geschichte anfangs schwer zugänglich. Wer sie also wirklich genießen will, sollte zuerst die beiden Vorgänger „Der Pate von Glasgow“ und „Tödliches Treibgut“ lesen. Wer das nicht tut, stolpert durch einen Krimi, der zwar angemessen blutig und bleihaltig daherkommt, aber erst in weit fortgeschrittenem Stadium für den Leser weniger langatmig, verständlicher und somit spannend wird.

Die Morde von Kinloch

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